Mecker Mittwoch: Indie-Early-Access-Alpha-Abfall

Willkommen zu einer neuen Ausgabe meiner absolut irrationalen, aufgesetzten und vollständig undurchdachten Meckerorgie am Mittwoch! Begrüßen Sie mit mir meine beiden Hauptgäste: Steam und die lange Reihe an Spielen, die besser nicht das Licht des Internets erblickt hätten – oder es noch gar nicht so ganz haben!

Die glorreiche Zeit der Indie-Spiele

Vor ein paar Jahren galten Indie-Spiele noch als die große Hoffnung der Games-Industrie. Wo die großen Platzhirsche wie EA oder Activision kaum noch Raum für neue Impulse hatten, haben gerade Spiele wie „Minecraft“ oder „Juniper’s Knot“ mir deutlich vor Augen geführt, dass es nicht zwingend ein riesiges Entwicklerstudio braucht.

Einzelne Menschen oder sehr kleine Teams haben Spiele geschaffen, in denen ich mehr Spielzeit verbracht habe, als in so manchem AAA-Titel. Und generell empfinde ich es als eine der größten Errungenschaften unserer Zeit, dass jeder der etwas entwickelt, theoretisch nun auch in der Lage ist, dies mit der Welt zu teilen. Die Entwicklungen der letzten Jahre finde ich aber mehr als nur etwas erschreckend.

Wir sind so anders und doch so gleich

Fortress Evolved Steam
Fortress Evolved – der 100. Minecraft-Klon?

Wenn man heute durch den Steamshop klickt und der dreist-aufdringlichen „persönlichen Warteschlange“ endlich nachgibt, läuft mir jedes Mal ein Schauer über den Rücken. Ein Großteil der Spiele ist inzwischen von Indie-Entwicklern.

Versteht mich nicht falsch, liebe Indies! Wenn ihr tolle Ideen habt, dann setzt sie gerne um! Aber wenn zu den 100 Minecraftklonen, die ja alle „etwas ganz anderes“ sind, weil man statt der Spitzhacke nun einen Dreizack oder anstatt der Erde den Mond abbaut, dann bekomme ich auf Deutsch gesagt „das kalte Kotzen“. Und wenn mir noch einer weismachen will, dass man ja „gleichzeitig mit Minecraft angefangen hat, aber jetzt erst fertig wurde“, dann sehe ich mich gezwungen meine Tastatur für Dinge zu missbrauchen, die der Jugendschutz aufgrund erhöhter Gewaltdarstellung sofort zensieren würde.

Early Access, Early Abzocke

Stomping Land
…und plötzlich war das Dino-Game „The Stopming Land“ Geschichte. Stillschweigend.

Ein noch größerer Teil will sich mir als „Early Access“ verkaufen. Während ich ganz nüchtern betrachtet durchaus die Vorteile eines solchen Modells sehe, sind die Absicherungen für den Kunden einfach zu gering. Immer häufiger tauchen Spiele auf, die als „Early Access“ angeboten und dann nach wenigen Monaten einfach stillschweigend beerdigt werden.

Wo sind die schönen, fertigen Spiele hin, in denen man nicht alle zehn Meter auf Bugs stößt? Was hat zu dieser drastischen Veränderung geführt? Einige Entwickler kann ich mir beim Geldzählen durchaus gut vorstellen: Wir haben zwar nur ein halbes Spiel gemacht, dafür aber schon mal ganz abkassiert. Tschö mit Ö und danke für euer Vertrauen, ihr leichtgläubigen Gamer!

Ah… das tat mal wieder gut. Man liest sich. Regt euch ruhig ein wenig auf, das kann sehr befreiend sein!

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