Mecker Mittwoch: Camper oder Kacknoob – Überlebende heulen immer!

Killer sind in Dead by Daylight immer die Deppen. Egal was sie tun, am Ende werden sie beleidigt. Cortyn kann ein Lied davon singen.

In den letzten Monaten habe ich verstärkt Dead by Daylight gespielt. Sowohl viel Überlebende (mit Freunden zusammen), aber auch jede Menge Killer. Als Überlebender bin ich im Regelfall auf Rang 1 und als Killer irgendwo im Bereich zwischen Rang 6 und 4 – also nicht „Superpro“, aber schon in der oberen Region. Und da macht das Spiel einfach keinen Spaß mehr.

In der Community von Dead by Daylight gibt es nämlich aktuell ein Problem – akuten Mangel an Killern. Obwohl Killer vor einer Weile gestärkt wurden, verlieren sie die Lust am Spiel. Und das liegt nicht am Spiel an sich, sondern an den Überlebenden.

Denn Überlebende meckern nach jeder Partie am Killer rum. Der soll „unfair“ gespielt haben. Vor allem das „Campen“ ist verpönt, da wartet der Killer dann am Haken, an dem bereits ein Überlebender hängt in der direkten Umgebung. Allerdings vergessen viele Spieler, dass der Killer sich diesen Vorteil erspielt hat. Er hat nun eine „Geisel“ am Haken und kann die umliegenden Generatoren patroullieren – nur so kann er sicherstellen, dass die Überlebenden nicht entkommen.

Der YouTuber TydeTyme, der für seine zahlreichen Streams und Guide-Videos zu Dead by Daylight bekannt ist, bringt die Problematik treffend auf den Punkt. Als er in einem Video selbst von Leuten aus seinem Stream als „Camper“ bezeichnet wurde, verlor er die Beherrschung. In einem knapp 20-minütigen Video erklärt er aufgebracht, was er von Überlebenden und ihren Ansprüchen hält. (Bonuspunkte gibt es für die Freundin, die sich zusammenreißen muss, um keinen Lachanfall zu bekommen.)

Dabei spielt er eine Partie, in der er sich so benimmt, wie es von den Überlebenden erwartet wird:

  • Er rennt sofort ans andere Ende der Karte, wenn er jemanden aufgehangen hat
  • Er verfolgt keine Person, die gerade gerettet wurde – denn das wäre „tunneln“ und „nicht nett“
  • Er gibt den Überlebenden Zeit, sich zu heilen
  • Er hängt niemanden an den Haken, der dann sterben würde

Übertriebener Altruismus führt zum raschen Tod

Die Überlebenden verhalten sich übertrieben altruistisch, werfen ihr eigenes Leben viel zu rasch weg und beschweren sich dann beim Killer, dass er sie alle erwischt hat. Anstatt einen Kollegen am Fleischerhaken für einige Sekunden hängen zu lassen, damit der Killer sich entfernt, rennen sie sofort los – offensichtlich und oft durch das Sichtfeld des Killers.

Der neue Perk „We’re Gonna Live Forever“ trägt zu dem Problem nur noch bei. Denn der sorgt dafür, dass ein Überlebender jede Menge Bonuspunkte bekommt, wenn er jemanden vom Haken rettet – also will jeder der erste sein.

Im Regelfall sieht das dann so aus: Man trägt gemütlich seinen ersten erlegten Überlebenden zum Haken und hört schon dabei das Fußgetrappel der anderen, die wie ein Schwarm angesaust kommen.Dead by Daylight Cult of Dwight

Jetzt habe ich die Wahl:

  • Renne ich einfach weg vom Haken, obwohl ich weiß, dass mehrere von ihnen hier sind? Dann schenke ich ihnen die Rettung, jede Menge Punkte und werfe meinen mir erspielten Vorteil über Bord, damit die Überlebenden Spaß haben.
  • Oder ich bleibe und mähe sie der Reihe nach nieder, weil sie so gierig auf die Rettungspunkte sind, dass sie jede Vorsicht vergessen.

Dead by Daylight KillerPest oder Cholera – Überlebende haben immer was am Killer auszusetzen

Doch egal wozu ich mich entscheide – am Ende des Matches wird man als Killer grundsätzlich beleidigt. Ich bin entweder ein „Camper“ oder ein „Kacknoob“.

  • Wenn ich den Haken sofort verlassen habe und die Überlebenden dadurch entkommen: „Lol, Killer ist ein Noob, l2p“
  • Wenn ich sie der Reihe nach umhaue, weil sie wie die Motten zum Licht kommen: „Killer is a camper faggot, enjoy your report“ – Ganz abgesehen davon, dass man fürs Campen nicht reportet werden kann, weil es sogar Perks gibt, die diesen Spielstil verbessern.

Dead by Daylight CamperEs sind sicher nicht alle Überlebenden so, aber bei 4 Mitspielern pro Match ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass einer seine Klappe aufreißt. Und das Problem ist so gravierend, dass viele Killer schlicht die Lust verloren haben.

Um es milde zu sagen: Ich hab‘ die Schnauze gestrichen voll vom Geheule der Überlebenden. Ich teile die Ansicht von TydeTyme und sehe es nicht länger als meinen Job an, den Überlebenden ein Spiel zu liefern, in dem sie nach ihren Maßstäben Spaß haben und ich nicht. Ich werde nach wie vor nicht „facecampen“. Aber wenn ich sehe, dass sofort jemand angerannt kommt? Oh, beim Nether, da werde ich der Person freundlich lächelnd eine Axt in den Rücken werfen. Oder eine Klaue in den Hals rammen. Oder ein Messer in die Brust drücken … Ihr versteht, was ich sagen will.Dead by Daylight Left 4 Dead Characters

Meine gewünschte Lösung für das Problem? Killer und Überlebende sollten am Ende einer Runde nicht in den gleichen Chat schreiben können. Dafür verpasse ich zwar die 5% freundlichen Menschen, die sich für ein spannendes Spiel bedanken oder nochmal über coole Momente reden, aber die 95% Partien, in denen ich am Ende angepflaumt werde, würden mir erspart bleiben.

Oder um es abschließend mit den Worten von TydeTyme zu sagen: „Ihr braucht mich. Ohne Killer habt ihr kein Spiel. Und mein Job ist es, die Überlebenden zu töten – nicht dafür zu sorgen, dass ihr alle mit unendlich vielen Punkten nach Hause geht.“


Kennt ihr schon die neuste Killerin? Die Jägerin summt ihr grausames Lied…

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