Glücksspiel-Gefahr bei Lootboxen – Ein Verbot in Deutschland ist möglich

Nachdem vor kurzem sogar die Politik sich der Lootbox-Thematik angenommen und der belgische Justizminister ein nationales und ein EU-weites Verbot angestoßen hat, könnte es bald nun auch in Deutschland zu ersten Konsequenzen kommen. 

Die kontroverse Diskussion rund um die Lootbox-Problematik will nach dem gewaltigen Shitstorm bei Star Wars Battlefront II nicht abreißen. Ein Grund ist der immer lauter werdende Vorwurf, dass Lootboxen mit Glücksspiel gleichzusetzen sind und zunehmend junge Konsumenten gefährden. Von einem Suchtpotenzial ist die Rede.

Ein deutschlandweites Verbot droht

Laut Recherchen der Welt am Sonntag denkt die Jugendschutzkommission der Landesmedienanstalten momentan über ein Verbot von Lootboxen in Deutschland nach. Als Grundlage für dieses Verbot soll eine bisher noch unveröffentlichte Studie der Universität Hamburg dienen. Im Rahmen dieser Studie wurden die gängigen Geschäftsmodelle und die Umsatzzahlen der Spiele-Branche untersucht, wobei das wenig überraschende Ergebnis deutlich widerspiegelt, dass Videospiele tatsächlich mit zunehmender Tendenz Merkmale, Elemente und Strukturen von Glücksspielen aufweisen.

Löste die Debatte aus: Lootboxen in Battlefront 2

Wie sehen mögliche Folgen aus?

Es obliegt nun den Landesmedienanstalten weiter zu prüfen, ob bestimmte Elemente von Videospielen für Kinder und Jugendliche gefährlich sein können. Der Vorsitzende der Jugendschutz-Kommission, Wolfgang Kreißig, wird dazu mit den Worten zitiert: „Ich halte es für denkbar, dass Lootboxen gegen das Verbot von Kaufappellen an Kinder und Jugendliche verstoßen könnten.“

Sollte das tatsächlich der Fall sein, so droht den Herstellern ein teures Bußgeld-Verfahren. Als weitere Konsequenz könnten Lootboxen in Deutschland schlussendlich gänzlich verboten werden.

Auf ein Ergebnis wird man dabei nicht lange warten müssen. Bereits im kommenden März soll eine Entscheidung gefällt werden. Wie viel Zeit es in Anspruch nehmen würde, beschlossene Maßnahmen dann tatsächlich auch in die Tat umzusetzen, kann man noch nicht abschätzen.

Was würde sich für die Spieler ändern?

Ob und inwieweit sich etwas ändern wird, hängt maßgeblich von der im März anstehenden Entscheidung ab. Sollten danach tatsächlich gesetzliche Regulierungen Anwendung finden, wäre es den Spieleherstellern kaum noch möglich, ein solches Monetarisierungsmodell in Deutschland aufrechtzuerhalten – wobei nicht außer Acht gelassen werden darf, dass dem ersten nationalen Verbot auch ein zeitlich absehbares EU-weites Verbot folgen könnte. Spätestens dann wäre die Spiele-Industrie zum Umdenken gezwungen – wohlgemerkt nur hier in Europa.

Der aktuelle Trend sieht jedoch komplett anders aus. Eine Umfrage im Rahmen der Game Developers Conference 2018 zeigte, dass die meisten Entwickler in ihren laufenden Projekten mit Lootboxen und anderen Arten von Mikrotransaktionen arbeiten und diese als festen Bestandteil ihres Monetarisierungsmodells sehen. Als Grund werden immer öfter die steigenden Entwicklungskosten angegeben, wohingegen der Spiele-Preis sich seit Jahren auf einem Niveau hält.

Damit ein Spiel über eine längere Zeitspanne finanziell tragbar bleibt und sich rentiert, muss auf alternative Einnahmequellen zurückgegriffen werden. Andernfalls hätte es einen Kaufpreisanstieg zur Folge, was wiederum an den Endverbraucher weitergegeben werden würde.

Auch wenn Spieler es nicht gerne hören, die Entwickler sind sich einig: Lootboxen sind wichtig, wenn Games eine Zukunft haben sollen


Wie steht ihr einem möglichen deutschlandweiten Verbot der Lootboxen gegenüber? Schreibt eure Meinung gerne in den Kommentar-Bereich!

Autor(in)
Quelle(n): Welt am Sonntag
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