Peinliche Panne bei riesigem Hearthstone-Turnier erhöht Druck auf Blizzard

Beim ersten großen Event der Masters Tour 2019 für Heartsthone gibt es ernsthafte Zweifel, ob alles mit rechten Dingen zuging. Eine Panne bei einem Drittanbieter gefährdet die Integrität des Turniers, denn ein Leak hatte wohl Auswirkungen auf den Turnier-Verlauf. Nun ist Blizzard unter Druck, die sollen selbst ein Turnier-Format entwickeln.

Was war das für ein Turnier? Das war das erste Event der „Masters Tours 2019“ in Hearthstone: 287 Spieler der 300 Qualifizierten reisten nach Las Vegas zum „bislang größten Hearthstone Event“, wie inven berichtet.

Es ging um 500.000$ Preisgeld und es wurden zig Matches in Vegas gespielt, bis am Ende 8 Finalisten übrig waren, die den Sieger ermittelten. Das war wirklich ein riesiges Hearthstone-Event, für das Blizzard auch Werbung im Spiel gemacht hat.

Das Turnier wurde im „Specialist“-Format gespielt. Spieler entscheiden sich im Vorfeld für eine Klasse und reichen dann ein Deck und zwei Varianten dieses Decks mit kleineren Änderungen ein.

Diese Klasse spielen sie dann das ganze Turnier über.

Noch bevor die Decks eingeloggt waren, twitterte jemand, welche Decks eingereicht waren.

Drittanbieter lässt sich in die geheimen Daten schauen

Was lief schief? Es wurde schon vor Turnier-Start geleakt, welche Klassen gespielt werden. Denn ein „Turnier-Interface“ der Firma Battlefy wurde ausgelesen und diese Informationen waren im Umlauf.

Dadurch war schon früh bekannt, dass die Klasse „Krieger“ auf dem Turnier dominant werden würde.

Die Klassenverteilung war öffentlich einsehbar, bevor die eingereichten Decks „gesperrt“ waren und nicht mehr geändert werden konnten.

Einige Spieler ändern noch ihre Decks auf „Anti-Krieger“

Wie reagierten Spieler? Dieser Tweet wurde diskutiert. Denn wer die Information hatte, dass es so viele Krieger im Turnier geben würde, der konnte sein Deck noch anpassen.

Und tatsächlich gab es noch Änderungen: Im finalen Turnier waren plötzlich 2 Krieger und 3 Paladine weniger vertreten, dafür aber 2 Magier und 8 Jäger mehr.

So ein Wechsel wird dem späteren Sieger, Dog, unterstellt. Es heißt, der hätte vorgehabt einen „OTK“-Paladin zu spielen, hätte dann aber die Daten gesehen und wäre auf „Mage“ umgeschwenkt. Mit dem Deck gewann er später das Turnier.

Bei reddit sagen zwar einige, die das Turnier gesehen habe, Dog hätte den Sieg schon verdient und super gespielt – aber es sind Zweifel entstanden, ob er ohne diesen Leak gewonnen hätte.

Das sagt der Verursacher: Battefly hat erst bestritten, dass der Leak Auswirkung auf den Turnier-Verlauf hatte. Nach dem Leak hätte es nur marginale Änderungen an den Decks gegeben.

Später hat Battlefy aber eingeräumt, dass sich das Auslesen des Battlefly Api doch auf da Turnier ausgewirkt hatte.

Es ist also jetzt unsicher, dass beim Turnier in Las Vegas alles mit rechten Dingen ablief.

Jetzt will Battlefly daran arbeiten, das zu verbessern.

Hearthstone-Dog
Der Sieger des Turniers, Dog.

Was hat Blizzard damit zu tun? Die Kritik vieler Spieler richtet sich im Moment an Blizzard, dass die sich 2018 dagegen entschieden haben, für Hearthstone einen „richtigen Turnier“-Modus zu entwickeln, der eigentlich geplant war. Stattdessen greifen sie auf Drittanbieter wie Battlefy zurück.

Damals hieß es von Blizzard, man bekäme den Turnier-Modus nicht so hin, dass er den Ansprüchen von Hearthstone genügt, und es sei ohnehin nur für eine kleine Gruppe von Spielern wichtig.

Die Kritik auf Reddit ist nun: Eine so riesige Firma wie Blizzard sollte einen „Turnier-Modus“ anbieten und nicht auf „semi-kompetente Drittanbieter“ vertrauen.

Von Blizzard gibt es noch kein Statement zu dem Vorfall.

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Autor(in)
Quelle(n): redditinven
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