Hearthstone: 1. Frau gewinnt BlizzCon, sagt, Männer hätten an ihr gezweifelt

Bei Hearthstone hat 2019 die erste Frau ein BlizzCon-Turnier gewonnen. Die 23-jährige Chinesin Xiaomeng „VKLiooon“ Li war eine Außenseiterin. Sie sagt, Männer hätten an ihr gezweifelt, weil sie ein Mädchen ist. Bei der Preisverleihung als „Hearthstone Global Finals Champion“ bricht sie in Tränen aus.

Das ist das Besondere: Die Chinesin hat gleich zweifach Geschichte geschrieben:

  • Sie wurde im August die erste Frau, die ein Hearthstone Major gewann – Blizzard stellte sie daraufhin als „neuen Superstar in China“ vor (via playhearthstone)
  • Sie wurde jetzt auf der BlizzCon 2019 die erste Frau, die das „Hearthstone Global Finals“ gewann und damit die beste Spielerin von Hearthstone wurde

Das tat sie als relativ unbekannte Spielerin. Denn China setzt nicht auf das „Großmeister“-Programm von Blizzard. Die Chinesin gehört daher nicht zu den 48 „Star-Spielern“, die von Blizzard extra gefördert werden und die in der eSport-Szene populär sind.

Hearthstone-Emotionen
Die Preisverleihung war emotional.

Außenseiterin musste durch aufwändige Qualifikation

Wer ist das? Die 23-Jährige machte Anfang Oktober auf sich aufmerksam, weil sie die erste Frau wurde, die sich für die „Hearthstone Global Finals“ qualifizieren konnte.

Sie gewann die „Gold Open Tianjin Master Group“, das ist eine aufwändige Turnier-Serie in China. Damit buchte sie ihr Ticket zur BlizzCon, wo sie gegen die besten Spieler der Welt antrat.

An der Endrunde zur BlizzCon nahmen 8 Spieler teil:

  • 6 davon kamen von den 48 Großmeistern aus Europa, Amerika und Asien-Pazifik, die spielten zwei 8-wöchige Season gegeneinander, um die 6 besten Spieler zu küren
  • Die 2 anderen Finalteilnehmern mussten sich durch eine Qualifikation in China kämpfen – VKLiooon setzte sich hier in einem Feld von 64 „Elite-Spielern“ durch
So gratuliert Blizzard.

Das sagte VKLiooon vor dem Turnier: Im Interview mit Blizzard sagte sie im August nach ihrer Qualifikation, jetzt hätte sie das erste Mal die Chance, sich weltweit einen Namen zu machen als Vertreterin von China. Das wäre die beste Art, es allen zu zeigen, die an ihr zweifelten, nur weil sie ein Mädchen ist.

Ihr Sieg beweise, dass Mädchen genauso starke Profi-Spieler sein können wie die Jungs.

Quest-Druide bringt die Krone

Wie gewann sie? Sie musste insgesamt 4 Duelle gewinnen, um Weltmeisterin zu werden:

  • In der Gruppenphase schaltete sie tom60229 und Fenomeno aus – das Magier-Deck von Fenomeno hatte sie ausgiebig studiert nach den EU Grandmaster Playoff
  • Im Halbfinale schlug die Chinesin Kevin „Casie“ Eberlein aus Nürnberg, einen Deutschen, mit 3:2 – der war stolz auf seine Leistung
  • Im Finale konnte sie den US-Amerikaner Brian „Bloodyface“ Eason mit 3:0 bezwingen.

Sie spielte ein „Quest-Druiden“-Deck mit legendären Karten wie Malygos und Kun. (via hearthpwn)

Typ sagte ihr: „Du gehörst hier nicht hin“

Das sagt sie nach dem Sieg: Nach dem Sieg in Hearthstone erzählte sie: Vor zwei Jahren stand sie bei einem großen Turnier in der Schlange für die Anmeldung.

Da habe ihr ein Typ gesagt, sie solle hier nicht in der Schlange stehen. Die Schlange sei nicht für Mädchen.

Aber jetzt stehe sie hier mit der Unterstützung der Fans. Wenn Mädchen im eSport antreten wollten, sollten sie das einfach machen.

Die Chinesin gewinnt 200.000$ Preisgeld.

Wer ist VKLiooon? VKLiooon kommt aus einer kleinen Stadt im Nordwesten Chinas. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als sie 9 war. Danach lebte sie bei ihrer Mutter, einer Lehrerin. Sie studiert Politik- und Rechtswissenschaften in China. In der Uni verliebte sie sich in Hearthstone.

Sie beschreibt sich als harte Arbeiterin, die eine Menge Ladder spielt und jedes mögliche Szenario vorher simuliert.

Die meiste Zeit spielt sie gegen ihren Freund, einem chinesischen Profi bei Invictus Gaming. Den hält sie für den besten Spieler Chinas. Na ja, aber das sagte sie im August – wahrscheinlich hat sich die Beziehungs-Hierarchie mit ihrem Sieg bei der Weltmeisterschaft nun geändert.

In den letzten Monaten hatten sich Großmeister in Hearthstone nicht immer mit Ruhm bekleckert.

Hearthstone: Großmeister patzt übel, weil er nebenbei was anderes spielt
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Elias Erasmi
Elias Erasmi
1 Monat zuvor

Zum einen, Glückwunsch an Frau Xiaomeng, zum anderen, nur weil einer ihr sagte, dass sie bei einem Grandmaster Turnier Fehl am Platz seie, wird direkt pauschalisiert? Das ist ebenfalls ein Fall von Sexismus, einfach zu behaupten, dass alle Männer an ihr zweifelten, nur weil einer das behauptet hat. Vielleicht kam der Mann ja aus China, da werden Frauen meines Wissens nach immer noch herablassend behandelt. Apropos, ihr habt im Artikel den Pronomen „Mädchen“ benutzt. Ich behaupte mal, dass man mit 23 Jahren bereits als Frau gelten kann. Ob ihr es korrigiert oder nicht, überlasse ich euch. Aber was das Thema… Weiterlesen »

LooTerror
LooTerror
1 Monat zuvor

Ahaa solche Geschichten sind doch wunderschön! Als nicht gefördertes Talent allen gezeigt! so was kan doch fast nur noch im E-sport passieren.

Bachsau
1 Monat zuvor

Typen, die solche Kommentare abgeben, fehlt es schlicht an Selbstvertrauen und sie versuchen damit ihre Unsicherheit zu überspielen. Eigentlich ist das keine Erwähnung wert. Sie hat gewonnen und ihr Geschlecht spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Seska Larafey
Seska Larafey
1 Monat zuvor

Good Game

alfredo
alfredo
1 Monat zuvor

tolle leistung in einem spiel wo simples glück entscheidet xD in hs braucht man nichts ausser ein bisschen geld um bei den „grossen“ mit zu spielen…

Martin
Martin
1 Monat zuvor

Glück spielt immer eine Rolle, der Rest ist aber Schwachsinn. Weder braucht man dafür Geld, noch spielt man oben mit nur weil man Geld reinbuttert.

alfredo
alfredo
1 Monat zuvor

klar muss man geld rein stecken wenn man direkt oben dabei sein will. oder schenkt einem blizzard seit kurzem alle karten?

Nico Nieser
Nico Nieser
1 Monat zuvor

seh ich genauso hs ist ein pures geld mache game.In lol oder csgo oder overwatch oder anderren spielen gehts um skill und um teamplay und co und in hs gehts ums glück und money.

Martin
Martin
1 Monat zuvor

Was heißt denn direkt oben dabei sein? Meinst du wenn jemand neu anfängt und das sein Ziel ist? Ja, das stimmt, dann brauch man ne Menge Geld damit es funktionieren kann. Das ist aber auch ein absurder Anspruch bei einem TCG.

Ich habe noch nie einen Cent in das Spiel gesteckt, habe aber alle wichtigen Karten und genug Gold und Dust um jede Erweiterung wieder alle wichtigen Karten zu bekommen. Also ja, Blizzard hat mir alle Karten geschenkt. Theoretisch könnte ich oben dabei sein, würde es mir nicht an Ambition, Glück und Skill fehlen^^.

Für Neueinsteiger gilt das natürlich nicht.

Bachsau
1 Monat zuvor

Hättest du Hearthstone je gespielt, wüsstest du, dass das nicht stimmt. Natürlich kann man Pech haben und eine miese Kartenfolge erwischen, aber sowohl das Zusammenstellen des Decks als auch das Spiel selbst erfordert einiges an Strategie und dieses Spiel verzeiht keine Fehler. Wäre es nur Glück, wäre es extrem unwahrscheinlich, dass eine gute Spielerin ein Spiel nach dem anderen gewinnt.

alfredo
alfredo
1 Monat zuvor

ein metadeck zu kopieren ist nicht schwer. bisschen damit auseinandersetzen und die anderen metadecks kennen auch nicht. das einzige das bleibt und spielents heidend ist ist glück welches gegnerdeck und welche karten man zieht. habe lange genug diverse tcg gespielt bis es mir zu dumm wurde.

Erzkanzler
1 Monat zuvor

Ein Typ in ner Anmeldungsschlage macht nen dummen Spruch und die Überschrift wird zu „sagt Männer hätten an ihr gezweifelt

Versteht mich nicht falsch, aber fehlt da weitere Hintergrundinfo. Hat sie von weiteren Zweiflern gesprochen? Ist ja leider in der Gamingszene gut möglich, aber in dem Tweet von Nicole Carpenter ist davon nicht zu lesen.

Und NEIN ich habe nichts gegen Frauen im eSport und nein ich halte Männer nicht für besser oder möchte Diskriminierung entschuldigen oder runterspielen. Ich hab nämlich bei Leibe keine Ahnung wie ein geschlechtsspezifischer Vorteil bei einem virtuellen Kartenspiel-Wettbewerb aussehen sollte razz

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
1 Monat zuvor

Versteht mich nicht falsch, aber fehlt da weitere Hintergrundinfo. Hat sie von weiteren Zweiflern gesprochen? Ist ja leider in der Gamingszene gut möglich, aber in dem Tweet von Nicole Carpenter ist davon nicht zu lesen.—Ja, in dem Beitrag von Blizzard, der auch verlinkt ist, sagte sie z.b., dass ihr Sieg jetzt allen Leuten, die an ihr zweifelten, weil sie ein Mädchen ist, beweist, dass Mädchen so gut wie Männer sind. This is my first time to be able to get global attention as a representative of China. This is the best way to strike back at those people who doubted… Weiterlesen »

Erzkanzler
1 Monat zuvor

Das zu thematisieren find ich gut und wichtig, ich hätt´s halt auch gern im Artikel gelesen wink

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
1 Monat zuvor

Das sagte VKLiooon vor dem Turnier: Im Interview mit Blizzard sagte sie im August nach ihrer Qualifikation, jetzt hätte sie das erste Mal die Chance, sich weltweit einen Namen zu machen als Vertreterin von China. Das wäre die beste Art, es allen zu zeigen, die an ihr zweifelten, nur weil sie ein Mädchen ist.

Ihr Sieg beweise, dass Mädchen genauso starke Profi-Spieler sein können wie die Jungs.

Stand doch drin?

Bamelowsky
Bamelowsky
1 Monat zuvor

Es klingt evtl kleinlich aber warum differenzierst du hier zwischen „Mädchen“ und in dem Zusammenhang „Männern“. Die Frau ist 23 Jahre alt. Das hat mit einem Mädchen nichts zu tun.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
1 Monat zuvor

Der Begriff „girls“ kommt von ihr. Den hab ich übersetzt.

Björn
Björn
1 Monat zuvor

„girls“ im englischen funktioniert auch für Damen jeden Alters. Die sind da nicht so pedantisch wie wir Deutschen. (Siehe golden Girls, Gilmore girls etc. Ist auch im Sprachgebrauch in meiner Erfahrung weit geläufigen als „Woman“)

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
1 Monat zuvor

Mädchen wird im Deutschen auch für Damen allen Alters verwendet.

Ich darf an „Weil ich ein Mädchen bin“ erinnern – der Song funktioniert auch nicht, wenn du da „Mädchen“ als „maximal 12 Jahre definierst.“

Man spricht auch als Mann noch von „seinen Jungs“ und meint damit Männern allen Alters. Genauso machen Frauen einen „Mädelsabend“ und sind schon volljährig.

Ich sehe da im Deutschen keine „Pedanterie.“

Bamelowsky
Bamelowsky
1 Monat zuvor

OK danke, wollte nicht übertreiben, sondern mir war es wichtig, dass wir uns hier in Auseinandersetzung richtig verhalten. Ziehe meinen Einwand zurück.

Erzkanzler
1 Monat zuvor

Vielleicht haben ja nicht nur Männer an ihr gezweifelt, na ja wie dem auch sei. Ich fand die Überschrift kam einfach mit dem Artikelinhalt nicht ganz überein, aber sei´s drum.

Azaras
Azaras
1 Monat zuvor

find ich super leider gibt es auch in der gaming szene viele menschen die einer frau sowas noch weniger gönnen als einen mann aber es ist wichtig! e sport ist nun mal ein sport denn man mit jeden geschlecht zusammen betreiben kann ganz ohne vorteile

Sunface
Sunface
1 Monat zuvor

Verdient!

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