Hearthstone: Blizzard öffnet sich für iPhone und Android nach N64-Debakel vor 14 Jahren

Das Online-Kartenspiel Hearthstone ist obenauf. In der Entwicklungsphase war das nicht immer so. So sei es am schwersten gewesen, die führenden Köpfe bei Blizzard selbst vom Game zu überzeugen. Außerdem gab es nach einem eher misslungenen Port von Starcraft auf den N64 lange Vorbehalte gegen andere Plattformen bei Blizzard.

Holy Shit – Das hat funktioniert!

In einem Interview von Chris Metzen mit Polygon über den Werdegang Blizzards ist auch ein Kapitel dem Kartenspiel Hearthstone gewidmet, das für riesige Zuschauerzahlen bei Twitch sorgt und mittlerweile 20 Millionen Spieler hat. Das sei so nicht geplant gewesen, wie Chris Metzen, sagt: „Wir haben nicht mit einem erdumspannenden Erfolg gerechnet. Es war nur ein kleines Ding, das wir mit viel Liebe gemacht haben. Aber Holy Shit, es hat funktioniert!“

Hearthstone Board in World of Warcraft
Hearthstone sei vom Team 5 bei Blizzard entwickelt worden. Team 1 kümmere sich um Starcraft, Team 2 um die World of Warcraft und Team 3 widme sich der Diablo-Franchise. Team 4 hatte es mit Titan zu tun, dem geplanten Next-Gen-MMORPG, und das „Team 5“ – deutlich kleiner als die anderen – wollte etwas entwickeln, das aus der Blizzard-Begeisterung für Magic: The Gathering entstand.

Das habe man, erzählt Metzen, gerade zu den noch beschaulichen Anfangszeiten von Blizzard geradezu exzessiv gespielt. Die Firma wurde dann größer, als Starcraft in Asien einschlug, und später nochmal, als sich World of Warcraft zu dem Giganten entwickelte, den wir heute alle kennen.

„Was zur Hölle macht Ihr da eigentlich?

Als die Idee von Hearthstone entstand und im mittlerweile gewachsenen Blizzard die Runde machte, sei das Projekt nicht überall mit offenen Armen aufgenommen worden: „Ich kann wirklich nicht sagen, dass jeder hier begeistert von dem Projekt war. Manche fragten, was zur Hölle wir da eigentlich machen – und warum nur?“ Man habe den Kollegen mit Worten nie vermitteln können, was der Reiz von Hearthstone sei. Erst als es in einem spielbaren Zustand die Runde machte, verstummten die Kritiker.

Hearthstone Schurke
Hearthstone, das war klar, würde sich gut auf den neuen Plattformen für Spiele, auf iPhone und Android machen. Doch dagegen gab es bei Blizzard anfangs Vorbehalte, die in der Geschichte der Firma begründet seien. In 2000 habe man Starcraft aufs N64 portiert, das sei nicht so gut gelaufen. Danach habe man sich lange von allem ferngehalten, das nicht mit Maus und Tastatur spielbar sei.

Hearthstone auf Android, iPad und iPhone auch Zugeständnis an die neue Welt

Mittlerweile habe man aber die Zeichen der Zeit erkannt und sich wieder geöffnet: „Bei mir zuhause findet das meiste Gaming mittlerweile auf Tablets statt. Ich krieg sie kaum noch aus den Händen meiner Kinder. Wir sind sehr versierte Entwickler für den PC. Aber so wie sich die Welt verändert hat, müssen wir aufgeschlossen sein, was das Richtige für unsere Spiele ist.“

Diesem Umdenken bei Blizzard verdankt Hearthstone wohl auch seinen Port auf den iPad und den bevorstehenden auf iPhone und Android. Mit einer Ankündigung dafür wird zur Blizzcon in der 2. Novemberwoche gerechnet.

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Quelle(n): Polygon-Interview mit Chris Metzen
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