In der heutigen Arbeitswelt klafft eine Lücke zwischen den Generationen, wenn es um Pünktlichkeit geht. Während ältere Generationen Verspätungen als respektlos empfinden, ist es für die Gen Z oft kein Problem. Steve Jobs, bekannt für seine strikte Pünktlichkeit, hätte diese entspannte Haltung zur Verspätung wahrscheinlich als unprofessionell abgelehnt.
Wie unterscheiden sich die Generationen? Die Wahrnehmung von Pünktlichkeit ist für uns flexibel. Jüngste Studien zeigen (via Fortune), dass viele junge Arbeitnehmer Verspätungen von bis zu zehn Minuten als normal ansehen. Laut einer Umfrage von Meeting Canary, die 2024 über 1.000 britische Personen befragte, sah fast 50 % der 16- bis 26-Jährigen eine kurze Verspätung noch als „pünktlich“. Doch die Millennials sehen das etwas anders: 70 % dieser Generation haben wenig Toleranz für Verspätungen.
Warum gibt es unterschiedliche Ansichten? Wenn man die Arbeitsweise der jüngeren Generation berücksichtigt, ist der Unterschied nicht überraschend. Zahlreiche Menschen der Generation Z haben ihre berufliche Laufbahn in der Pandemie gestartet, als Homeoffice und flexible Arbeitszeiten zum Alltag gehörten. Während die ältere Generation Arbeitszeiten ohne Flexibilität und strikte Pünktlichkeit als gegeben ansieht, wünschen sich jüngere Generationen mehr Flexibilität zur Unterstützung ihrer Work-Life-Balance.
Steve Jobs und seine Haltung zur Pünktlichkeit
Steve Jobs, Mitbegründer von Apple und eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Technologiebranche, würde diese entspannte Haltung gegenüber Pünktlichkeit vermutlich nicht gefallen. Jobs, bekannt für seine strikte Disziplin und Effizienz, legte großen Wert auf Produktivität und Zeitnutzung.
Das war Jobs’ Einstellung: In dem Buch „Creativity, Inc.“ (via Amazon) auf welches das Magazin Applesfera verweist, erzählt Edward Catmull, der ehemalige Chef von Pixar und Disney, mehr über Jobs strikte Haltung. Seine Einstellung, keine Zeit zu verschwenden, zeigte sich in vielen seiner Entscheidungen: Selbst ein CEO von Pixar, der sich als Teil einer Verhandlungstaktik stets verspätete, wurde von Jobs ohne Rücksicht auf dessen Ankunftszeit einfach ausgeschlossen und die Sitzung begann ohne ihn.
Die Auffassung von Pünktlichkeit von Jobs mag heutzutage als unpraktisch erscheinen, aber sie betonte einen grundsätzlichen Wert: Respekt für die Zeit aller Beteiligten und die Fähigkeit, produktiv und fokussiert zu arbeiten.
Die Themen Work-Life-Balance, Arbeitszeiten und Arbeitsklima sind Teil des Wandels der modernen Arbeitswelt. Ein CEO einer modernen Tech-Firma verteidigt einen 10-Stunden-Arbeitstag. Doch diese Ansicht trifft längst nicht mehr auf alle Generationen zu. In vielen Ländern wird mittlerweile darüber nachgedacht, die Arbeitszeit zu verkürzen, um die Work-Life-Balance der Arbeitnehmer zu verbessern.
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.
In meiner Kindheit habe ich immer von meinem Opa gesagt bekommen habe “5 Minuten vor der Zeit, ist des Deutschen pünktlichkeit.”
Genau so sehr hasse ich es aber, wenn Menschen viel zu früh erscheinen – 15 Minuten früher ist auch ein absolutes Unding.
5 Minuten vorher und maximal 5 Minuten später im privaten Bereich ist in Ordnung, im beruflichen sollte man das schon seeeeeehr genau nehmen.
Keine Ahnung, versteh ich nicht.
Wenn man eine Uhrzeit abmacht, dann hält man sich daran. Wenn man später kommt, dann sagt man das – so früh wie möglich. Ich finde wenig unangenehmer als zu wissen, dass Leute gerade auf mich warten. Egal ob bei einem echten Treffen oder einem Raid in einem Spiel. Finde es auch extrem unhöflich, wenn Leute wiederholt zu spät kommen und das dann als “so bin ich halt” abtun. Weil dahinter steht: “So bin ich halt. Mir ist eure Zeit nicht so wichtig. Ist mir doch latte, ob hier 20 Leute jeweils 15 Minuten auf mich warten.”
Ich bin da nicht so strikt unterscheide aber zwischen Szenarien und Ursachen.
Zu nächst Privat und Beruflich.
Im privaten Bereich ist ein zu frühes Erscheinen für mich ein Unding, während ein zu spätes kommen durchaus möglich ist, wenn die Verabredung nicht durch externe Determinanten vorgegeben wird. Zum Beispiel Kino. Ansonsten bin ich nach hinten sehr flexibel während ich nach vorne sehr unflexibel bin.
Im beruflichen Kontext finde ich ein Erscheinen vor der verabredeten Zeit sogar geboten und notwendig während ein zu spätes Erscheinen tatsächlich zu einer absage des Termins führen kann.
Wie vergebend ich bin hängt auch von der Ursache der Verspätung ab. Liegt es an schlechter Planung oder unvermeidlichen, nicht vorhersehbaren Umständen? Wurde schon ein Puffer eingebaut aber dann hatte der Bus eine Panne? Wie soll man sowas jemanden vorwerfen?
In die Gegenrichtung fordere ich mir diese Toleranz auch ein. Komme ich später hat das einen Grund. Andere Dinge waren wichtiger oder ich wurde aufgehalten. Dann kommuniziere ich die Verspätung möglichst früh und bitte in beruflichen Kontexten um einen neuen Termin.
Sollte ich mich tatsächlich verplant oder getrödelt haben, bitte ich um Verzeihung.