Charakterentwicklung der alten Schule
Viele asiatische MMORPGs setzen bei der Charakterentwicklung auf vergleichbare Systeme:
- Ihr besorgt euch eine Basis-Zusammenstellung eurer Ausrüstung und wertet diese auf, bis ihr eine bestimmte Obergrenze erreicht. Dann braucht ihr das nächste Basis-Set, das ihr erneut über zig Stufen hinweg aufwerten müsst.
- Die Ausrüstungsteile, die droppen, können dabei oft unterschiedliche Werte-Kombinationen besitzen, sodass MinMaxer gezwungen sind, sich die Ausrüstung mit den bestmöglichen Werten langwierig zu erfarmen (oder zu kaufen).
- Auch die Aufwertung der Items ist dann oft genug mit einem Glückselement verknüpft, was etwa den Erfolg der Aufwertung angeht. Misslingt der Aufwertungsversuch, drohen teils frustrierende Strafen bis hin zum Verlust des Items.
Flankiert wird sowas dann noch gern durch zig andere Progressionssysteme, für die man dann ebenfalls viel farmen, mit zahllosen Währungen oder Materialien herumhantieren und letztlich auch Glück haben muss.
Der aktuelle Trailer zu Aion 2:
Vielen westlichen Spielern ist all das in Kombination erfahrungsgemäß zu glücksabhängig, frustrierend, grindig, kompliziert und demotivierend. Plus: Viele RPG-Fans lieben es, regelmäßig Upgrades für die eigene Ausrüstung zu finden. Materialien für Aufwertungen fühlen sich als Belohnung immer irgendwie mäh an.
Verschlimmert wird das, weil die erspielbaren Basis-Rüstungssets aus asiatischen MMORPGs häufig nur wenig optische Varianz bieten. Die Idee dahinter: Wer besonders cool aussehen und sich von anderen abheben will, soll gefälligst Geld im Shop oder im Battle Pass lassen.
Hier müssen asiatische Entwickler unbedingt eine bessere Balance aus erspielbaren und kaufbaren Inhalten finden. Die visuelle und spielerische Progression des Charakters muss sich für jeden Spieler motivierend anfühlen. Ansonsten bleiben schnell die Genre-Fans weg, die nicht regelmäßig Geld in den Shop stecken können oder wollen. Ohne diese Basis fehlt es dann schnell an Mitspielern. Server-Merges werden ein Thema. Das Spiel steckt mittendrin in der Abwärtsspirale …
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Zunächst muss man natürlich sagen, solange die Spiele in Asien erfolgreich sind hat man alles richtig gemacht. Der westliche Markt ist nicht mehr der größte. Ansonsten bräuchte man westliche Entwickler, der asiatische Entwickler greift immer wieder zu dem was er kennt, macht ja im Prinzip jeder.
“NetEase? Die haben Mobile-Geldgräber wie Diablo Immortal verbrochen! ” naja die haben genau das gemacht was Blizzard ihnen gesagt hat. 😉
Ja, wir im Westen verbinden viele negative Aspekte mit MMORPG’s aus Asian, wobei einige (vor 10-15 Jahren, aber wirklich gut waren), damals war die Monetarisierung oder “p2w”-Aspket nicht so ausgeprägt wie heute.
Wobei ich große Hoffnungen in ArcheAge Chronicles und Chrono Odyssey, wenn die Versprechen von Fokus auf PvE und keine “p2w” Aspekte wirklich zutreffen, werde ich definitiv einige Zeit in den Games verbringen, dann muss halt nur noch das Gameplay überzeugen d.h. Endgame mit einem sinnvollen “Loop-Faktor” der mich immer wieder on bringt weil ich es will (nicht weil ich es muss) und der mir Spass macht, sowie meinen Charakter am Ende “stärker” macht. Ich bin daher mal gespannt, was das Jahr 2026 bringt.