Eine Expertin für Unternehmensführung erklärt, warum die Gen Z ihre Vorgesetzten nicht „Boss“ nennt und das „okay“ sei.
Das Titelbild ist ein Symbolbild.
Wer ist die Expertin? Selena Rezvani ist eine Autorin und Expertin für Unternehmensführung, die ihren Zuhörern bei Seminaren Tipps für Führungskräfte gibt. Rezvani hat bei ihren Seminaren schon mit einigen großen Unternehmen zusammengearbeitet, darunter etwa Microsoft und HP.
In einem Beitrag auf MSNBC spricht Rezvani über den Umstand, dass die Generation Z ihre Vorgesetzten nicht „Boss“ nennt, erklärt, warum das so ist und wieso das okay sei.
Respekt kommt nicht mit einem Titel, sondern mit Kompetenz
Was sagt die Expertin? Laut Rezvani strebe die Generation Z einen entspannteren Umgang am Arbeitsplatz an. Sie sehe die Dynamik innerhalb eines Teams eher als „Zusammenarbeit“ statt als eine „Befehlskette“. Hinzu komme, dass Autorität für die Gen Z nicht durch einen Titel, sondern durch Kompetenz und Authentizität verliehen würde.
Rezvani betont, es sei wichtig, transparent mit Herausforderungen umzugehen, Fehler eingestehen zu können und sich aufrichtig um die Mitarbeiter zu kümmern. Zudem lege die Generation Z Wert darauf, dass offen kommuniziert wird und ihre Stimme Gewicht hat.
Generell respektiere die Gen Z Führungskräfte nicht wegen der Position, sondern weil sie „inspirieren, lehren und befähigen.“ Vor allem habe die Generation Z jedoch die Erwartung, dass Respekt auf Gegenseitigkeit beruht. Sie seien deshalb weniger dazu geneigt, Führungskräften zu folgen, die Respekt fordern, ohne ihn selbst zu zeigen.
Hat die Expertin auch Tipps für Führungskräfte? Ja, Rezvani sagt, versierte Führungskräfte sollten den durch die Generation Z angetriebenen Wandel zu einem entspannteren Umgang am Arbeitsplatz nutzen, um besser vernetzte Teams aufzubauen, statt sich darüber zu ärgern, dass die jungen Mitarbeiter den traditionellen Status eines Vorgesetzten nicht respektieren würden.
Führungskräfte sollten Mitarbeiter der Generation Z einladen, ihre Ideen vorzutragen und Teamwork vorleben. Gleichzeitig würde laut Rezvani Führungsqualität am besten demonstriert werden, indem Vorgesetzte den Willen zeigen, ihr Wissen frei zu teilen. Der richtige Umgang mit der Generation Z kann Führungskräften auch dabei helfen, den eigenen Stress am Arbeitsplatz zu reduzieren: Einer von 5 Chefs hat schon einmal überlegt zu kündigen, weil er von der Gen Z gestresst war
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.
Aber vielleicht kommt der Titel daher, dass der “Boss” seine Kompetenz schon jahrelang bewiesen hat. Im Gegensatz zu einem Berufsanfänger.
Vielleicht hat der Boss von einer ganzen Abteilung nicht die Zeit den ganzen Tag mit jedem einzelnen Azubi wegen jedem Mist rumzudiskutieren. Wenn deine Stimme irgendwann einen Wert für die Firma hat, weil du Ahnung von der Materie bekommen hast, dann wird dein Boss dir auch zuhören. Wenn nicht, wäre er einfach unfähig.
Es ist eigentlich normal, dass sich Bosse von Untergebenen beraten lassen, weil diese in ihrem Bereich zum Spezialisten geworden sind.
Aber auch dann bleibt er der Boss. Einfach weil er den Job hat mehrere oder sogar viele solcher Spezialisten wie dich zu koordinieren, um die Aufgaben der Firma zu bewältigen.
Was natürlich auch heisst, dass er dich feuern kann, und muss, wenn durch dich die Produktivität, und damit auch die Firma und die anderen Mitarbeiter leiden.
Also, warum kann man seinen Boss nicht Boss nennen?
Wahrscheinlich ist es so ein USA-Ding, wo ja jeder sein eigener Boss sein will.
Vielleicht sagt ja demnächst der Secret Service zu Trump auch nur noch:
“Jo, Bro! Was geht? Noch beide Ohren dran? Läuft bei dir.”
Ich würde hier gerne einen Unterschied machen zwischen persönlichem Respekt und dem Respekt vor dem berufsspezifischen Geschick und Wissensstand.
Persönlicher Respekt sollte zumindest anfangs natürlich immer vorhanden sein.