Mark Darrah war federführend an Anthem oder der Dragon-Age-Reihe beteiligt. Nun hat er in einem Beitrag andere Entwickler davor gewarnt, mit dem Feedback der Fans falsch umzugehen.
Mark Darrah, der Executive Producer des leider beerdigten Shooters Anthem oder der Rollenspiele Dragon Age II und Inquisition, hat sich in einem Video auf seinem YouTube-Kanal mit dem Thema Community-Feedback auseinandergesetzt.
Schon im provokanten Titel gibt Darrah die Richtung vor: Auf die Community zu hören, sei ein schlechter Rat. Im Video selbst dröselt der Entwickler dieses Statement auf und erklärt, was er damit meint.
Spieler erkennen Probleme, aber…
Wovor warnt Darrah? Grundsätzlich sei es nicht schlecht, auf die Spieler zu hören, da sie einen Titel oftmals viel und intensiv spielen und Probleme erkennen. Die Community sei eine „wertvolle Informationsquelle“, die sagt, wann und wo sie frustriert ist.
Die schiere Masse an Spielern könne selbst das beste QA-Team innerhalb eines Studios übertreffen. Allerdings macht Mark Darrah hier gleich eine Einschränkung:
„Spieler sind wirklich sehr, sehr gut darin, Probleme zu erkennen. Was ihnen jedoch deutlich weniger gut gelingt, ist, Lösungen zu finden. Sie sind keine Entwickler, sondern Spieler. Sie wissen zwar, dass ihnen etwas nicht gefällt, aber die Lösung, auf die sie kommen, ist vielleicht nicht die beste.“
Mark Darrah
Es sei anschließend die Aufgabe der Entwickler, das Feedback der Spieler richtig zu verstehen und zu analysieren. So kann eine Lösung für das eigentliche Problem gefunden werden.
Hier könnt ihr euch das ganze Video ansehen:
Ein weiterer wichtiger Punkt: Darrah betont, dass eine Community aus vielen kleinen Gruppen bestehe. Zwischen Gelegenheitsspielern und Hardcore-Fans sei ein großer Unterschied. Diese Gruppen hätten unterschiedliche Wünsche und Erwartungen an ein Spiel.
Wenn man sich in einer Diskussion befindet, die scheinbar die gesamte Community vereint, sollte man einen Schritt zurücktreten und sich fragen: ‚Ist das tatsächlich die gesamte Community, oder haben wir eine ganz besondere Beziehung zu einem bestimmten Teil der Community aufgebaut und hören vor allem auf diesen Teil, während wir andere Gruppen außer Acht lassen?‘
Mark Darrah
Für Entwickler sei es wichtig, möglichst viele und verschiedene Datenquellen zu nutzen, um unterschiedliche Zielgruppen eines Spiels zu erreichen. Mark Darrahs letzter Tipp an seine Kollegen ist vielleicht der wichtigste von allen.
Wie lautet der letzte Rat? Schlicht und einfach: „Behaltet eure Vision im Auge.“ Das beste Feedback wäre Darrah zufolge nutzlos, wenn es der künstlerischen Vorstellung des Projekts widerspricht.
„Nicht jeder Vorschlag passt zu dem, was das Spiel sein soll, und das ist in Ordnung. Es wird weitere Spiele geben, die diese Spieler erleben können, und vielleicht erhalten sie diese Funktion in einem zukünftigen Spiel.“
Mark Darrah
Insgesamt zeigt sich Mark Darrah nicht abgeneigt, den Spielern zuzuhören, mahnt aber davor, dem Feedback uneingeschränkt zu folgen. Nun seid ihr gefragt: Würdet ihr der Meinung des Entwicklers zustimmen oder wollt ihr, dass Studios noch direkter auf die Wünsche der Fans eingehen? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Darrahs eigenes Projekt Anthem wurde beerdigt, aber vielleicht gibt es Hoffnung: Anthem ist jetzt definitiv tot, Fans wollen das nicht wahr haben, arbeiten an einer Wiederbelebung
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Kommentare
Ich verstehe seine Argumente und finde die auch valide. Ich würde aber hier auch mal in den Raum werfen, wenn die Spieler die Probleme so gut erkennen und benennen aber die Lösungen dafür nicht funktionieren, dann sollte der Entwickler halt mal seinen Job machen. Wenn ein Studio denkt, die Spieler heutzutage wie seine Angestellten ohne Mitbestimmung zu behandeln, dann flopt dein Spiel halt ausser du hast wirklich mal etwas Besonderes geschaffen. Vor 20 Jahren konnte man das noch machen. Heute ziehen die Leute schneller weiter als du denkst.
Beispiel Destiny. Das war so einzigartig und süchtig machend, dass Bungie sich da jahrelang mit dem absolut Nötigsten über Wasser halten konnte. Bei nächstbester Gelegenheit haben es aber die Spieler genutzt abzuspringen. Auch weil Bungie nicht auf die Spieler sondern auf ein paar ausgewählte Influenzer gehört hat.