Einige Spiele für die Switch 2 könnt ihr nur als Game Key Card kaufen: Ihr bekommt zwar eine Cartridge, müsst das Spiel aber dennoch komplett herunterladen. MeinMMO erklärt, was dahinter steckt und was ein Entwickler dazu sagt.
Wer Spiele für die Switch 2 im Geschäft gekauft hat, wird häufiger festgestellt haben, dass diese nicht mehr das ganze Spiel enthalten, sondern oftmals nur noch einen Download-Code oder ihr trotz Cartridge dennoch einen großen Download starten müsst.
Was sind Game-Key Cards? Game-Key Cards, oder im Deutschen einfach Softwareschlüssel-Karte, sind Cartridges, die einen umfangreichen Download voraussetzen. Die Karte selbst ist nur die Lizenz und muss beim Spielen in der Switch stecken, das Spiel selbst startet ihr aber vom Systemspeicher der Switch 2 aus. Ohne Download ist das Spiel nicht einsetzbar.
Kann ich mit einer Game-Key Card offline spielen? Ja! Ihr benötigt die Internetverbindung nur für den Download der Spieldaten. Anschließend könnt ihr den Titel wie gewohnt auch offline spielen, solange die Game-Key Card eingesteckt ist.
Welchen Nachteil gibt es? Das Spiel wird komplett im Systemspeicher eurer Switch 2 abgelegt und wird nicht von der Cartridge geladen. Ihr braucht also zwangsläufig nicht nur eine Internetverbindung, sondern auch ausreichend freien Speicherplatz auf eurer Konsole.
Woran erkenne ich eine Game-Key Card? Die Softwareschlüssel-Karten sind eindeutig auf der Vorderseite gekennzeichnet: Neben dem USK-Logo steht ein Hinweis, dass es sich um eine Softwareschlüssel-Karte handelt und das ein Download zwingend erforderlich ist. Auf dem folgenden Bild könnt ihr euch das ansehen:

Warum setzt Nintendo auf Game Key Cards? Der Grund dafür liegt bei den technischen Grenzen der alten Cartridges. Denn die Datenrate ist einfach zu langsam für große und moderne Spiele. Deswegen setzen Entwickler vermehrt auf Downloads und den schnelleren, internen Speicher der Nintendo Switch 2.
Auf die Cartridges der Nintendo Switch 2 passen maximal 64 GB an Daten und sind daher für viele Spiele groß genug. Das Problem ist daher die Datenrate und nicht die Spielgröße.
Spiele wie Pokémon: Pokopia und Star Wars Outlaws setzen auf Game-Key Cards
Warum setzt Nintendo auf Game Key Cards? Der Grund für diese Entscheidung liegt an der zu geringen Übertragungsrate der bisherigen Cartridges. Diese würden die Spiele technisch zu stark limitieren und würden sonst für lange Ladezeiten sorgen. Davon berichtet etwa dass englischsprachige Magazin ArsTechnica.
Ausführlich erklärt das Rob Bantin auf BlueSky, „Snowdrop Audio Architect“ bei Ubisoft, am Beispiel von Star Wars Outlaws. Denn das Spiel sei auf große Datenmengen angewiesen und insbesondere auf das schnelle Streaming großer Spielwelten ausgelegt. So meinte Bantin:
Snowdrop [eine Engine von Ubisoft] ist für seine Open-World-Umgebungen stark auf Datenträger-Streaming angewiesen, und wir haben festgestellt, dass die Switch-2-Karten einfach nicht die Leistung brachten, die wir für unser Qualitätsziel benötigten. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Kosten der Karten jemals zur Sprache gekommen wären – wahrscheinlich, weil sie irrelevant waren.
Er fügte hinzu, dass es vermutlich anders gelaufen wäre, wenn man das Spiel direkt für die Switch 2 entwickelt hätte und nicht nur eine Portierung für die neue Plattform entwickelt hätte. Aus dieser Perspektive wurde laut ihm die richtige Entscheidung getroffen (via BlueSky.app):
Ich denke, wenn wir ein Spiel von Grund auf für Switch 2 entwickelt hätten, wäre es vielleicht anders gekommen. So wie es war, haben wir ein Spiel rund um die SSDs der ursprünglichen Zielplattformen entwickelt, und dann kam eine Weile später Switch 2 hinzu. In diesem Fall denke ich, dass unsere Führungskräfte die richtige Entscheidung getroffen haben.
Was ist das Problem? Die Game-Key Cards sind unter Sammlern und Fans umstritten.
Wie schnell ist die Switch 2 überhaupt?
- Die maximale Datenrate der Switch-2-Cartridges liegt mit ca. 400 MB/s deutlich unter der von SSDs, was nicht ausreichte, um die gewünschte Qualität des Open-World-Games zu sichern.
- Die „MicroSD Express“-Speicherkarten der Switch 2 sind etwas schneller als die neuen Cartridges (über 800 MB/s).
- Im Vergleich dazu sind interne SSDs weiterhin bedeutend schneller: Bei der PS5 empfiehlt Sony eine M.2-SSD mit einer Lesegeschwindigkeit von 5.500 MB/s oder schneller. Die interne SSD der Xbox Series X ist etwas langsamer, liefert aber auch noch 2.400 MB/s.
Star Wars: Outlaws hätte mit seinen rund 20 GB zwar problemlos auf eine Speicherkarte gepasst, aber die Lesegeschwindigkeit hätte für Probleme gesorgt.
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