ESO: Das sagt uns Zenimax zum großen Gold-Bug vom Sonntag im MMORPG

Beim MMORPG The Elder Scrolls Online kam es am Sonntag zu einem Bug auf den Mega-Servern beim PC in Europa, der mit dem Reset der Gildenhändler zusammenhing. Dadurch sollen mehrere Millionen Gold in Umlauf gekommen sein. Spieler sind aufgeregt und forderten einen Rollback. Wir haben mit Zenimax über den Vorfall gesprochen.

Wir von MeinMMO haben ein Interview mit dem deutschen Community-Manager von The Elder Scrolls Online, Kai Schober, schriftlich geführt. Das Thema des Interviews ist der Bug beim Gildenhändler-Reset am Sonntag, dem 18. August, auf dem europäischen Mega-Server für den PC. Diesen Bug hat die ESO-Community „Black Sunday“ getauft.

Bilder, Links, Titel, Zwischenüberschrift und alles um das Interview drumrum sind von uns gesetzt.

MeinMMO: Um die Situation erstmal zu verstehen. Der Bug trat am Sonntag auf, zu dem Zeitpunkt, an dem die Gildenhändler zurückgesetzt werden: Was genau passiert da normalerweise?

Gildenhändler in ESO sind NPCs, die von Gilden im Spiel für jeweils eine Woche angeheuert werden können, um die Waren ihrer Mitglieder an einem Ort im Spiel anzubieten. Um einen anzuheuern, muss man in der Woche ein Gebot in Gold abgeben (in Vorkasse).

Am Sonntag werden die Gebote verglichen und der Höchstbietende erhält den Zuschlag, unterliegende Bieter erhalten ihr Gold zurück in die Gildenkasse.

Je nach Ort, sind diese NPCs mehr oder weniger gefragt. Ein Händler in Krempten (der Hauptstadt von Elsweyr) ist zum Beispiel deutlich gefragter als einer an einer Straßenkreuzung in Steinfälle.

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Warum ist es für Spieler wichtig, genau zu dem Zeitpunkt ESO zu spielen und an diesem Reset der Gildenhändler teilzunehmen?

Im Prinzip müssen Spieler nicht genau zu diesem Zeitpunkt spielen. Es machte bisher Sinn für Gildenleiter zum Zeitpunkt des Wechsels eingeloggt zu sein, damit sie – falls ihre Gilde überboten wurde – schnell nach alternativen Händler suchen konnten, die evtl. nicht angeheurt wurden. Dies entfiel aber mit dem in Update 23 (Scalebreaker) eingeführtem Multibidding.

Leider lag der Zeitpunkt des Wechsels (auf beiden PC-Servern – die Konsolenserver bekommen U23 ja erst nächste Woche) zeitgleich zur europäischen Primetime. Spieler waren also aus anderen Gründen online.

Server hatte Schluckauf

Was ging an diesem Sonntag schief?

Der Server kam mit den verstärkten Anfragen während einer Zeit, in der er eh schon stark belastet ist, nicht klar und hatte einen Schluckauf.

In den Foren liest man, Gilden hätten „Milliarden von Gold“ rückerstattet bekommen. Ist das korrekt oder übertrieben?

Das ist stark übertrieben. Auf die teuersten Händler werden niedrige zweistellige Millionenbeträge geboten. Diese wurden teilweise doppelt oder dreifach zurückerstattet. Ohne die genauen Zahlen persönlich zu kennen (wegen gamescom), rechne ich mit einem dreistelligen Millionenbetrag an Gold, der ins Spiel gepumpt wurde. Um das in Relation zu setzen, muss man wissen, dass alteingesessene Spieler oft über ein persönliches Vermögen von 10 Millionen Gold und aufwärts verfügen.

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Kein Zusammenbruch des Wirtschafts-Systems

Wie schwerwiegend ist das Problem aus Ihrer Sicht?

Siehe oben. In Relation zur bereits im Umlauf befindlichen Goldmenge war der Zuschuss eher gering, auf keinen Fall Inflationär und noch viel weniger ein Zusammenbruch des Wirtschaftssystems.

Spieler forderten einen Rollback der Server – Wurde das zu irgendeinem Zeitpunkt in Erwägung gezogen?

Der Fortschritt der Spieler bei gewonnener Erfahrung, abgeschlossenen Quests, gefundener Beute, und so weiter ist wichtiger als etwas zusätzliches Gold.

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Hier ist Kai Schober (Mitte) bei einem Auftritt auf Twitch zu sehen.

Welche Maßnahmen sind geplant, damit das Problem in Zukunft nicht mehr auftritt?

Wir behalten die Auslastung unserer Server permanent im Auge. Im Moment haben wir Addon-Funktionen, wie das Abrufen der Gildenhistorie vorübergehen deaktiviert, da diese das Gildensystem und damit das daran angeschlossene Händlersystem zusätzlich belasten. Das ist eine schnelle, aber keine permanente Lösung.

Wir überlegen zudem, den Zeitpunkt des Händlerwechsels auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben, weil durch das Multi-Bidding eben kein Zwang mehr besteht, dass Gildenleiter dann gegebenenfalls mitten in der Nacht aufstehen und den Erfolg ihres Gebotes überprüfen müssen.

Weitere Möglichkeiten werden diskutiert.

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Zenimax arbeitet daran, das Vertrauen der Spieler wiederherzustellen

Einige Spieler mäkeln, dass die Grundprobleme bei ESO tiefer liegen, in den Performance-Problemen. Zenimax hat da ja schon ein umfassendes Paket angekündigt, wie man diese Probleme langfristig lösen will. Es scheint ein konstanter Konfliktherd zu sein, für den man dann als Community-Manager als Blitzableiter herhalten muss. Sagt man da: Ich mach 3 Kreuze, wenn das alles rum ist?

Es ist oft nur ein kleiner aber dennoch sehr lauter Teil der Community, die hieraus einen Konflikt machen. So auch wieder mit den Gildenhändlern.

Es ist immer schwer zu vermitteln, dass so grundlegende Korrekturen, wie die Performanceverbesserungen, nichts sind, was man über Nacht durch eine weitere Zeile Code beheben kann. Wir arbeiten hinter den Kulissen schon seit geraumer Zeit an den Verbesserungen und zur QuakeCon konnten wir endlich die Spielerschaft informieren. Generell sind Taten natürlich immer besser als Worte und wir freuen uns auf den Augenblick, wo wir dieses Kapitel abschließen und das zu Recht angeknackste Vertrauen der Community wieder herstellen können.

Vielen Dank für das Gespräch.

Den Vorfall und die Aufregung der Spieler über den „Black Sunday“ in The Elder Scrolls Online behandeln wir in diesem Artikel.

Am Sonntag kam es im MMORPG ESO zu einem katastrophalen Bug
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