Wenn Menschen in Sydney, Australien, Hilfe bei Tech-Fragen brauchen, dann haben sie gute Chancen, beim vielleicht ältesten Tech-Supporter des Landes zu landen.
Wer ist dieser Mann? Dean Simes ist der Leiter von „Computer Pals“, einem Computer-Club für Senioren in Turramurra, am Nordufer der australischen Hauptstadt Sydney. Dort bringt Simes ihnen den Umgang mit modernen Computern und Smartphones bei, sowie verschiedenen Anwendungen wie WhatsApp oder Microsoft Excel.
ABC Radio Sydney hat ihn während einem seiner Kurse besucht. Dort erzählte Simes dem Reporter mehr über die Hintergründe seiner Arbeit. „Als der Club [im Jahr 2000] anfing, war [Windows] XP gerade neu draußen. Jetzt sind wir bei Windows 11 und über die Jahre hat sich vieles geändert. Man kann nicht vermeiden, einen Computer benutzen zu müssen.“
Simes ist in der Regel jedoch deutlich älter als diejenigen, denen er mit seiner Expertise hilft. Er ist ebenfalls Rentner – und bereits 102 Jahre alt.
Alter spielte nie eine Rolle, nur Expertise
Während der Reporter zu Besuch war, brachte Simes gerade einem älteren Ehepaar – Vera und Michael Last – bei, wie sie WhatsApp auf ihrem Android-Smartphone einrichten. Frau Last, 94 Jahre alt, sei im Umgang mit Computern früher noch gut gewesen zu sein – als sie noch arbeitete. Heute hat sie das Gefühl, sie hat den Anschluss verloren.
Nach Simes Alter hat das Paar nie gefragt. „Es war nie ein Kriterium“, sagen die beiden. Simes Expertise sei dagegen „legendär“, meint Bill Soper, Sekretär-Schatzmeister des Clubs.
Jeder von uns verneigt sich vor Deans Wissen über Computer.
Dabei interessierte sich Simes erst relativ spät für Computer – und zwar in den 1980ern, als er nach Sydney zog. Zuvor arbeitete er in der Bergbauindustrie. Er hatte zu dieser Zeit zwar bei der Arbeit Computer verwendet, aber noch keinen eigenen. Dies änderte sich in den 80ern, als er sich einen gebrauchten PC kaufte.
„Als ich meinen ersten gebrauchten Computer bekam, merkte ich, dass ich andere um Hilfe bitten musste“, erzählt er. Also beschloss Simes, als er in Rente ging, mehr über Computer zu lernen und anderen dabei zu helfen, sie besser zu verstehen.
Selbst in Sachen KI-Suchmaschinen bleibt der Rentner auf dem neuesten Stand. Die seien laut ihm nützlich, aber auch nur, wenn man nach sehr spezifischen Informationen fragt.
Wenn man eine allgemeine Frage stellt, kann es passieren, dass man sich in einem Kaninchenbau wiederfindet und Dingen nachgeht, die nichts mit dem zu tun haben, was man eigentlich wollte
Im Januar 2026 verlieh ihm der Stadtrat von Ku-ring-gai, ein Verwaltungsgebiet der Stadt Sydney, die Auszeichnung „Lokaler Bürger des Jahres“. Dean sei „die erste Anlaufstelle für alle technischen Probleme“, meint Bürgermeisterin Christine Kay.
Ihm selbst helfe sein Engagement bei Computer Pals auch dabei, aktiv zu bleiben. Er fährt immer noch Auto und geht ins Fitnessstudio. „Ich nehme an es hält mich davon ab, eine Couch-Potato zu werden“, erklärt Simes. „Mir bleibt nicht viel Zeit, Däumchen zu drehen.“
Dean Simes zeigt, dass man nie zu alt ist, um sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen. Dasselbe gilt aber auch für ganz andere Bereiche. Wie wäre es zum Beispiel mit Dungeons & Dragons? Eine Spielleiterin entschied sich, eine Runde mit ihrer Familie zu spielen –und die Oma zeigte schnell, dass sie weiß, was zu tun ist: Eine Oma erweist sich in ihrem ersten Abenteuer in Dungeons & Dragons als härtestes Mitglied, schockt die Familie
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