The Darwin Project ist PUBG á la Hunger Games und ich liebe es!

In The Darwin Project (PC, Xbox One) kämpft ihr gegen die Natur, eure Mitspieler und einen sadistischen Spielleiter. Damit ähnelt das Battle-Royale-Spiel dem Bestseller „The Hunger Games.“ Wir haben The Darwin Project während der ersten Beta-Wochenendes auf Steam angespielt.

Ihr habt genug von den immer gleichen 100-Spieler-Battle-Royale-Deathmatches á la PUBG und wollt lieber mal ein Spiel, das sich mehr an den „Hunger Games“ orientiert? Dann könnte The Darwin Project etwas für euch sein!

Hier kämpfen 10 Spieler im Rahmen eines grausamen Experiments, das teils auch TV-Show ist, ums Überleben in der eisigen Einöde. Ein 11. Spieler darf als Spielleiter jederzeit dazwischenfunken und für noch mehr Action sorgen!Darwin-Project-01

Ich, der Jürgen, habe The Darwin Project am ersten Open-Beta-Wochenende vom 19. bis 21 Januar angespielt. Lest hier, wie es mir als der weltschlechteste Jäger und der trolligste Spielleiter im Spiel erging.

10 statt 100

Der große Unterschied zu PUBG fällt gleich nach dem Start auf. Statt 100 oder mehr Spielern sind nur 10 Leute unterwegs. Außerdem starten wir nicht alle aus einem Flugzeug, sondern beginnen unseren Überlebenskampf an je 10 voneinander getrennten Orten auf einer Map. Die Karte besteht aus 7 sechseckigen Teil-Regionen.

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In The Darwin Project geht es erstmal ruhig los.

Es gibt also schonmal kein episches Gemetzel gleich nach Spielbeginn. Kein Spieler ist anfangs in der Reichweite eines anderen. Stattdessen gilt es in den ersten Minuten, sich für den Kampf zu wappnen und sich vor der Kälte zu schützen.

Battle Royale trifft Survival

Euer Avatar startet nur mit einem Beil, einem Bogen mit vier Pfeilen und Sträflingskleidung in die Wildnis. Andere Waffen gibt es nicht. Ihr müsst also genau mit dem Bogen zielen oder eure Mitspieler brutal mit der Axt im Nahkampf erschlagen. Wildes Geballer mit Pistolen und Gewehren, wie in Fortnite oder PUBG, findet Ihr in The Darwin Project nicht.Darwin-Project-test-weekend

Dennoch habt ihr in The Darwin Project eine Vielfalt an Ausrüstung. Die müsst ihr aber fast ausschließlich selbst basteln. Überall in der Spielwelt stehen kleine Bäumchen oder alte Sofas. Aus diesen gewinnt ihr Holz oder Leder und daraus baut ihr dann diverse Goodies.

Crafting ist überlebenswichtig!

Unter anderem könnt ihr aus ausreichend Holz und/oder Leder das Folgende basteln:

  • Neue Pfeile (es gibt auch Varianten wie Brandpfeile)
  • Feuerstellen zum Aufwärmen
  • Schutzkleidung gegen Kälte
  • Schuhe für mehr Geschwindigkeit
  • Schleifsteine für die Axt (mehr Schaden)
  • Panzerung gegen Angriffe
  • Fallen wie Bärenfangeisen oder Stolperdrähte

Regelmäßig werden in der Spielwelt fest installierte Elektronik-Lager aktiviert. Das entspricht in etwa einem Air-Drop aus PUBG. Wer zuerst vor Ort ist, kann sich ein Elektronik-Teil holen.

Darwin-Project-15Daraus werden dann High-Tech-Goodies, wie ein Tarnfeld, ein Teleporter oder ein Schutzschuld. Solche Gadgets sind gerade im Endgame nützlich! Daher sind die Elektronik-Lager auch oft hart umkämpfte Todeszonen!

Der eisige Tod!

Während ihr in der eisigen Welt von The Darwin Project ums Überleben kämpft, erfriert euer Avatar. Eine Anzeige gibt an, wie kalt euch gerade ist. Mit der Zeit nimmt sie stetig ab. Ist die Anzeige auf Null, seid ihr tot.

Um dem Kältetod zu entgehen, müsst ihr Feuer entzünden und so die Kälte-Leiste wieder auffüllen. Die Feuer sind allerdings weithin sichtbar. Sie offenbaren eure Position an Feinde …

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Carfting ist überlebenswichtig!

Ihr könnt euch mit (teuer herstellbaren) Schutzkleidung zwar gegen die Kälte schützen und die Kälte-Leiste langsamer abnehmen lassen, aber irgendwann müsst ihr euch aufwärmen. Daher bringt es nichts, sich lange irgendwo zu verstecken und zu campen. Das Spiel belohnt klar wagemutige Spieler, die aktiv die Welt erkunden.

Jäger …

Ein weiteres Argument gegen Camper ist das „Tracking-System“ von The Darwin Project. Denn ihr hinterlasst stets eure Spuren in der Welt, denen andere Spieler folgen können. Das geht bereits damit los, dass ihr im Schnee gut sichtbare Fußstapfen erzeugt. Im Tiefschnee bleiben regelrechte Schneisen, denen sogar der letzte Depp im Schlaf folgen kann.

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Fußspuren! Da ist der Gegner entlang!

Es gibt aber noch mehr verwertbare Spuren. Jedes Mal, wenn ihr eine Ressource erntet, bleibt ein Hinweis zurück. Wenn ein anderer Spieler solch einen Hinweis findet, wird ihm für kurze Zeit eure Position und Entfernung offenbart und ihr seid nicht mehr sicher!

In solchen Situationen hat The Darwin Project seine stärksten Momente:

  • Denn wenn man selbst die Fährte aufgenommen hat, fühlt man sich wie ein allmächtiger Jäger, der seinem wehrlosen Opfer nachstellt: Wie ein Wolf, der einen Hasen jagt.
  • Ist man aber der Hase und nicht der Wolf, fühlt man sich wie ein armes, Opfer, das von einem axtschwingenden Psychopathen durch den Wald gehetzt wird!

… und Gejagte

Allerdings kann das Ganze auch schnell andersrum laufen, wenn ein allzu übermütiger Jäger in eine Falle der „Beute“ tappt. Oder es geht euch wie mir, dem tollpatschigsten Jäger aller Zeiten!

Es war nur noch ein Spieler außer mir übrig und ich war super ausgestattet und hatte die Fährte aufgenommen. Ich war aber so sehr vom Jagdtrieb übermannt, dass ich nur noch Augen für die Beute hatte und auf dem Weg zu ihr abstürzte und in eine Grube voller Lava fiel.

Der letzte Spieler, der daraufhin ohne jedes Zutun zum Sieger gekürt wurde, hat sich via Voice-Chat scheckig gelacht.

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Ein Gegner hat diesen Baum gefällt und einen Hinweis hinterlassen. Jetzt kann ich ihn gezielt aufspüren.

Der Spielleiter – Mögen die Spiele beginnen!

Durch die gelungene Mischung aus Survival, Jagdsimulator und Shooter ist The Darwin Project bereits angenehm anders als die Battle-Royale-Konkurrenz. Es gibt aber noch eine Neuerung: Den Spielleiter (SL)! Dieser elfte Spieler rennt nicht wie der Rest durch die Botanik und versucht zu Überleben.

Darwin-Project-14Stattdessen ist dieser Spieler eine Kameradrohne, die als Spielleiter jederzeit ins Spielgeschehen eingreifen kann. Allerdings gelten auch für Spielleiter Regeln. Ihr habt insgesamt 11 Aktionen, die ihr jeweils nur einmal einsetzen dürft.

Ein Arsenal an Goodies und Gemeinheiten

Ihr könnt unter anderem:

  • Spieler heilen
  • Spieler aufwärmen
  • Eine Zone der Map absperren (Spieler erfrieren dann noch schneller, solange sie drinnen sind)
  • Eine Atombombe auf eine Zone werfen und alle darin nach 40 Sekunden sofort killen
  • Ein zusätzliches Elektronik-Lager aktivieren
  • Die Schwerkraft in einer Zone reduzieren
  • Einen Spieler kurz unverwundbar machen
  • Einen Spieler für alle anderen Spieler für eine bestimmte Zeit überall sichtbar machen. Überlebt er, bekommt er sogar Boni!

All dies kann der Spieleiter aber nicht sofort oder nach Lust und Laune ausführen. Vielmehr müsst ihr als SL erst Action-Points aufbauen. Jede Minute bekommt ihr einen davon. Einfache Aktionen kosten 2 bis 3 Punkte, wer aber die Bombe werfen oder die große Menschenjagd ausrufen möchte, muss schon erstmal 5 Punkte ansparen. Daher sind solche krassen Aktionen erst später im Spiel üblich.

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Ab und zu findet ihr Bildschirme, wo ihr die Position aller Spieler seht.

Ebenfalls witzig: Dank Voice-Chat können sich Spieleiter und Spieler stets unterhalten. Und da der SL alles sieht, kann er gezielt Tipps geben. Oder eben Spieler in die Irre führen!

Ein Fest für Menschenfreunde oder Trolle!

Überhaupt ist der Spielleiter die ideale Position für hilfsbereite Philanthropen oder eben fiese Trolle. Ein lieber SL kann dafür sorgen, dass ein kurz vor dem Erfrieren stehender Spieler kein unrühmliches Ende findet. Oder einen Schwerverletzten nochmals heilen. Freilich wirft ein netter SL keine Bomben ab oder ruft zur Menschenjagd.

Darwin-Project-07Ganz anders sieht es aus, wenn ein Troll am Steuer sitzt. Der lockt dann Spieler ins Verderben oder sorgt dafür, dass eine Zone bombardiert wird und die anschließenden Fluchtzonen kurz davor gesperrt werden. Dann erfrieren die wild fliehenden Spieler womöglich alle in der Sperrzone und der Troll lacht hämisch!

Eine besonders gemeine Aktion habe ich als SL gebracht: Ich machte einen recht gut ausgestatteten Spieler zum Ziel der großen Menschenjagd. Sämtliche Spieler rannten zu ihm und wollten ihn schlachten. Doch kaum hatten sie ihn erreicht, machte ich das „Opfer“ kurz unverwundbar, heilte es auf das Maximum und gab ihm noch einen Speed Boost. Es folgte ein episches Gemetzel an den siegessicheren Jäger!

Jürgens Fazit – Eine super Idee, aber wird es sich durchsetzen?

Ich war schon nach kurzer Zeit in The Darwin Project verliebt. Das Spiel macht bereits in der Open Beta einen guten Eindruck und ließ sich problemlos spielen. Die Mischung aus Survival und Battle-Royale klappt wunderbar und die Spannung, wenn man gerade die Spur des Opfers aufgenommen hat oder selbst zur Beute wird, ist unbeschreiblich!

Dazu kommt noch der spaßige Spielleiter-Modus, in dem man sich nach Herzenslust austoben darf. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Feature via Twitch und bei speziellen Events durchaus spannend eingesetzt werden kann. Möglicherweise, in dem das Publikum abstimmt, was der SL tun soll.

Klappt das alles wie geplant?

Allerdings habe ich während der Beta auch erlebt, wie Spielleiter und Spieler sich pausenlos aufs Unflätigste gegenseitig beschimpft haben. Daher dürften die meisten Spieler den Voice Chat bald abstellen.

Außerdem finde ich es etwas schade, dass es nur Bögen und Äxte im Spiel gibt. So kommt nur bedingt Shooter-Feeling auf, aber mit Gewehren und Granaten dürfte der Survival-Part wieder zu kurz kommen. Vielleicht bauen die Entwickler aber später noch spezielle Waffen mit stark begrenzter Munition ein.


The Darwin Project ist nur eines von mehreren kommenden Battle-Royale-Spielen 2018.

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