Staatsanwälte besticht man nicht – Gründer von MMO-Gigant stolpert über Korruptions-Vorwürfe

Einer der reichsten Männer Südkoreas, Gründer des MMO-Giganten Nexon, ist über Korruptionsvorwürfe gestolpert.

Kim Jung-Ju, Mitgründer von Nexon (Maple Story, Vindictus, Atlantica Online) sieht sich mit ernsthaften Anschuldigungen konfrontiert. Er soll zwischen 2005 und 2014 einen Staatsanwalt bestochen haben – angeblich mit koreanischer Währung im Gegenwert von 800.000 US-Dollar.

Staatsanwalt meldete plötzlichen Reichtum – das fiel auf

Drei Wochen haben die Behörden ermittelt, bevor es zur Anklage kam. Der Anfangsverdacht entstand, als der vermeintlich bestochene, ein ranghoher Staatsanwalt, in 2015 eine deutliche Steigerung seines persönlichen Vermögens meldete. Südkoreanische Staatsbeamte müssen über ihre persönlichen Besitzstände jährlich Meldung machen.

Nexon-BestechungOffenbar wurde dem Beamten von Kim Jung-Ju in 2005 Geld gegeben (so ungefähr 400.000 US-Dollar), damit der sich Anteile an Nexon kaufen konnte – und die hat er dann in 2015 versilbert. Außerdem soll der Angeklagte dem Staatsbeamten und seiner Familie Reisekosten erstattet haben und ein paar tausend Dollar wurden noch bei einem Auto-Leasing draufgelegt.

Wie auch wir in Deutschland etwa aus der Korruptionsaffäre um unseren ehemaligen Bundespräsidenten wissen, sind die Details in solchen Affären oft undurchschaubar, trocken und kompliziert.

Der 49-jährige Staatsbeamte wurde jetzt vom „Supreme Prosecutors Office“, der Generalstaatsanwaltschaft, entlassen. Es wird erwartet, dass das Justizministerium über sein Schicksal in Staatsdiensten nach einem Disziplinarverfahren entscheidet.

Nexon-StatementNexon sagt: Hat nichts mit unserem Unternehmen zu tun

Der Nexon-Gründer Kim Jung-Ju sieht sich einer Anklage gegenüber. Ferner ist er von seinem Posten als Direktor von „NXC“ zurückgetreten.

Nexon weist in einem Statement daraufhin, dass keinerlei Anschuldigungen gegen Nexon selbst vorliegen. Man bedauere die Anklage, mit der Firma habe das aber nichts zu tun.

Bei Nexon heißt es, die Anklage laute, Kim Jung-Ju habe einem ehemaligen Studienkameraden, der jetzt Staatsanwalt ist, finanziell geholfen und daraus nicht näher spezifizierte Vorteile erhalten. Man betont: Er habe das entweder als Privatmann gemacht oder durch NXC. Kim Jung-Ju sei Director von NXC und die seien zwar der größte Anteilseigner von Nexon, wären aber nicht direkt am Management beteiligt. Das Management von Nexon nehme die Integrität und den Ruf des Business sehr ernst.

Es ist mit Dohwa Lee noch ein weiterer Director von sowohl Nexon als auch NXC zurückgetreten – das führt man aber nicht näher aus.

Die südkoreanische Staatsanwaltschaft will weiter ermitteln.


Nexon ist eine große Nummer in Asien, aus unserer westlichen Sicht spielen ihre Games hier aber keine so große Rolle. Auf unserem Radar tauchten sie vor allem auf, als es eine Weile so aussah, als würden sie „NCSoft“ (Guild Wars 2, Blade and Soul, Aion) übernehmen und als neulich ein Spieler mit seinem Auto ins Hauptquartier von Nexon crashte, weil er fand: Deren Spiele haben mein Leben zerstört.

Dir Bilder im Artikel stammen von der auf Asien spezialisierten Seite MMO-Culture.

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Quelle(n): YonHapNewsmmoculture
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