Austrian Audio PG16 im Langzeit-Test: Was kann das 139€-Headset für PC, PS5, Xbox?

Austrian Audio PG16 im Langzeit-Test: Was kann das 139€-Headset für PC, PS5, Xbox?

Das Wiener Startup Austrian Audio hat ein Headset herausgebracht und behauptet: Das PG16 – Pro Gaming Headset biete alles, was man als echter Gamer so braucht, ob auf PC, PS4, PS5, Xbox oder dem Mac. Wir von MeinMMO haben uns das Headset drei Monate lang vorgenommen.

Was ist das für ein Headset? Das Headset sagt über sich selbst, es liefere „Hochwertigen Pro-Sound für ambitionierte Gaming.“

Es ist ein geschlossenes und kabelgebundenes Headset. Es kommt ohne eigenen Lautstärke-Regler am Headset selbst, wer am Sound drehen will, muss sich dafür das Programm „Spatial Sound Card L“ herunterladen, die Lizenz dafür liegt bei.

Die Ohrmuscheln werden über die „Over-Ear“-Technik bedeckt, man verwendet einen Memory-Foam, der sich an die Ohren des Hörers anschmiegt.

*Affiliate-Links. Wir erhalten bei einem Kauf eine kleine Provision von Amazon. Vielen Dank für Eure Unterstützung!

So habe ich das Headset getestet: Das Headset erschien am Ende Januar 2022. Wir von MeinMMO hatten die Gelegenheit, das Headset bereits von Anfang Januar an zu testen. Ich hatte das Headset etwa 3 Monate lang im Alltag im Gebrauch: Habe das PG16 beim Gaming, bei Calls, in Teamkonferenzen, als Aufnahme-Gerät im Podcast und beim Musikhören getestet. Ich habe es an einem PC verwendet.

Die beiliegende Software „Spatial Sound L“ habe ich beim Testen nur sporadisch benutzt. Insgesamt wirkt die Software auf mich kompliziert, unhandlich und fehleranfällig. Darüber hinaus ist sie auch nur am PC zu verwenden. Nutzer bei PS4, PS5, Xbox haben den Luxus nicht.

Es kam in den 90 Tagen, in denen ich das Austrian Audio PG16 getestet haben zu keinen technischen Problemen beim Gerät: Eine Weile war mal ein Kopfhörer ausgefallen, was aber dadurch behoben werden konnte, dass ich das Kabel im Headset rauszog und wieder reinsteckte. Ein klassischer Fall von „Haben sie das Ding mal aus- und angemacht?“

on-and-off-again
Bildquelle: Your itdepartment

Was für Daten hat das Headset? Das Austrian Audio PG16 hat folgende Grundwerte:

  • Frequenzbereich: 12 Hz – 24 kHz
  • Treiber: 44 mm High-Excursion
  • Empfindlichkeit: 113 dBspl/V
  • Impedanz: 25 Ω
  • Eingangsleistung: 150 mW
  • Mikrofonarm: mit Mute Funktion
  • Mikrofon Richtcharakteristik: omnidirektional
  • Kabel (abnehmbar): 1.4 m
  • Stecker: 3.5 mm (1/8”) TRRS
  • Adapter (inklusive): 3.5 mm (1/8”) TRRS auf 2x 3.5 mm (1/8”) TRS
  • Maße: 205 x 180 x 80 mm
  • Gewicht (ohne Kabel): 265 g
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Link zum YouTube Inhalt

Austrian Audio PG16 bietet herausragenden Tragekomfort

Das sind die positiven Seiten des Headsets: Was man bei dem Headset herausstellen muss, ist der Tragekomfort der Kopfhörer. Die liegen insgesamt ausgezeichnet an und auch nach mehreren Stunden mit dem PG16 auf den Ohren hatte ich nicht das Druckgefühl oder die „heißen Ohren“ wie bei anderen Headsets.

Die Kopfhörer wie angegossen und nach wenigen Augenblicken fällt einem nicht mal auf, dass man welche trägt.

Die Klangqualität des Headsets ist vollkommen in Ordnung, gerade Bässe und Tiefen hört man gut – bereits von Werk an.

Das Mikrofon ist etwas leise und muss in den verschiedenen Programmen lauter gestellt werden, wenn man nicht permanent hören möchte, man sei zu leise und „werde kaum verstanden“. Nach dem richtigen Austarieren ist die Qualität aber gut, wenn auch Zischlaute etwas zu scharf rüberkommen.

Die besten Gaming-Headsets, die ihr 2022 kaufen könnt

Was sind die negativen Seiten des Headsets? Das Headset liegt mit 139 € bei der Preisempfehlung schon im oberen Spektrum für ein Headset. Es wirkt dann geradezu minimalistisch, da weder ein „Mute“-Knopf noch ein Lautstärkeregler direkt am Mikrofon hängen. Weil das Headset doch, von Werk an, recht laut eingestellt ist, war das schon ein Schrecken, als es das erste Mal angestöpselt wurde und einem beim YouTube-Schauen die Sängerin förmlich das Ohr wegriss.

Die Idee, „das Mikrofon hochzuklappen“ und es so stumm zu schalten, wie es die Entwickler mit „Tilt to mute“ empfehlen, scheint ungewohnt zu sein und auch riskant: Wenn da mal was schiefgeht, überträgt man im besten Fall einen Huster live im Voice-Chat, im schlechtesten Fall irgendwas, mit dem man sich bis auf die Knochen blamiert und über Jahre aufgezogen wird.

Etwas ähnliches ist im April 2022 erst auf Twitch passiert: Da ging ein Spieler bei Sea of Thieves aufs Klo, ohne das Headset wirklich stumm zu schalten. Die Reaktion darauf seht ihr hier.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von Twitch, der den Artikel ergänzt.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Link zum Twitch Inhalt

Insgesamt wirkt die Entscheidung, auf ein externes PC-Programm zu setzen, auch nicht so, als hätten die österrechischen Entwickler wirklich Gamer auf PlayStation 5 oder Xbox im Blick. Letztlich ist es doch ein PC-Headset.

Einige Kritiker sehen das „geschlossene Headset“ zudem maximal als „halboffen“ an – so richtig isoliert es tatsächlich nicht: Beim Tippen auf einer mechanischen Tastatur lassen sich die Anschläge trotz Headset noch klar vernehmen.

Eine Kritik, die ich nicht hatte, die aber von anderen kommt, ist es, dass das Kabel des Headsets an der rechten Ohrmuschel angebracht ist, und daher für Rechtshänder aus der „Falschen Seite“ führt, man hat das Kabel also vorm Bauch, wenn der PC links steht. Es wird auch als Kritik angeführt, das Kabel sei mit 1,4 Meter zu kurz (via cashys blog).

Mit dem beiliegenden Soundprogramm konnte ich nichts anfangen. Das Downloaden mit einem physisch beiliegenden Code klappt zwar, aber das Programm wirkte nicht benutzer-freundlich und die Funktion, die man mir versprach, mit „Sorround-Sound“ brauche ich für mich nicht.

spatial-sound-card
Das Programm kostet sonst 10€, ein Code liegt aber der Verpackung bei.

Gutes Headset, als „Gaming-Headset“ zu weit weg vom Gamer

MeinMMO-Fazit: Das Headset ist mit seiner minimalistischen Ausstattung tatsächlich etwas ungewohnt und sicher nicht mit „dem Standard-Gamer“ im Sinn designet worden.

Was vor allem den Tragekomfort angeht, ist das PG16 aber ein Spitzenprodukt.

Klang- und Tonqualität erfordern etwas Bastelarbeit.

Man merkt, dass hinter dem Headset ein Entwickler steht, der sich mit Klangqualität wirklich gut auskennt, aber dem doch Gaming und die Bedürfnisse des Gamers noch relativ fern liegen. Mit mehr Erfahrung und Praxisnähe könnten aber bald sehr starke Headsets aus Wien kommen.

Für wen ist das Headset zu empfehlen? Wer das Headset für Calls, zum Musikhören oder zum reinen Hören von Games im Singleplayer-Modus nutzen will, dem kann man das Austrian Audio PG16 durchaus empfehlen. Auch wer das Headset zu einem günstigen Preis holen kann und seinen Ohren was Gutes tun will, sollte durchaus zuschlagen.

*Affiliate-Links. Wir erhalten bei einem Kauf eine kleine Provision von Amazon. Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Für wen ist das Headset nicht empfehlenswert? Wer in der Hitze des Gefechts Anweisungen an Teamkameraden brüllen will, sich dann kurz muten möchte, um eine Pizza zu verdrücken, für den ist das Headset wahrscheinlich keine ideale Wahl. Denn da könnte er sich beim Muten irgendwie vertun und dann live den Kumpels das Ohr abkauen.

Ich habe jahrelang nach dem perfekten Headset gesucht – Jetzt hab ich es gefunden und es war gar nicht so teuer

Deine Meinung? Diskutiere mit uns!
1
Gefällt mir!
Kommentar-Regeln von MeinMMO
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Community-Aktivitäten
Hier findest Du alle Kommentare der MeinMMO-Community.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
2 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
Inline Feedback
Alle Kommentare anzeigen
dingydangy

Die Idee, „das Mikrofon hochzuklappen“ und es so stumm zu schalten, wie es die Entwickler mit „Tilt to mute“ empfehlen, scheint ungewohnt zu sein und auch riskant

Uh, das ist überhaupt nicht „ungewohnt“, sondern gibt es bei diversen anderen Headsets auch. zB bei dem Corsair Void Pro, das ich mein eigen nenne. Funktioniert 1A, wenn es
ganz hochgeklappt ist, gibt es einen dezenten Ton, der anzeigt, dass das Mic auch wirklich aus ist. In einem intensivem Match würde ich es halt auf Halbmast stellen, dann hören
die Kollegen immer noch jedes Geschrei, aber es reduziert das Atmen in deren Nacken..
Dürfte bei dem vorgestelltem Headset ähnlich sein.

Vallo

Turtle Beach hat auch die Funktion und es hat da auch immer geklappt. Es gab da auch ein Ton beim hochklappen. Also riskant war da nichts

Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.

2
0
Sag uns Deine Meinungx
()
x