Mortal Kombat 2 spaltet Kritiker und Fans, zeigt das Problem jeder Videospielverfilmung

Mortal Kombat MeinMMO Ninja Johnny Cage

Am 7. Mai 2026 erschien mit Mortal Kombat 2 die nächste Videospielverfilmung im Kino und spaltete Kritiker und Fans. Das ist aber kein Zufall und wird wohl immer wieder passieren.

Mit Mortal Kombat 2 setzte Warner Bros. ihre Videospielverfilmung aus dem Jahre 2021 im Kino fort. Die meisten Fans scheinen dabei ziemlich zufrieden mit dem Film zu sein. Immerhin steht er mit über 5000 User-Reviews bei einer Wertung von 88 % auf Rotten Tomatoes

Aber siehe da, die Kritiker sind nicht ganz so begeistert. Beim Kritikerscore kommt der Film nur auf 64 %. Das ist aber kein großes Wunder, denn wohl kein Film kann eine solch starke Diskrepanz erzeugen wie eine Videospielverfilmung.

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Mortal Kombat 2 – Trailer zur brutalen Videospielverfilmung

Spiele haben ein besonderes Problem

Schaut man sich die Kritikpunkte zu Mortal Kombat 2 an, dann werden vor allem die Geschichte, die Dialoge oder die Charaktere kritisiert. Das sind plausibel klingende Punkte, die auch andere Zuschauer erkennen und in vielen Serien und Filmen kritisieren.

Wenn man kein Fan der Reihe ist, erwartet man eben etwas anderes. Schaut man sich aber die dazugehörigen Spiele an, war die Geschichte auch darin meist Quatsch, die Charaktere oft Karikaturen von 80er-Jahre-Klischees und die Dialoge nicht sonderlich geistreich.

Mortal Kombat ist eine Fighting-Game-Reihe und Mortal Kombat 2 scheint den meisten Zuschauern genau das zu bieten. Es gibt Anspielungen auf bekannte Maps, ikonische Sprüche wie Get Over Here und Charaktere wie Noob Saibot, die man nicht einfach aus der Popkultur kennt. Zusätzlich dazu gibt es Kämpfe und Sprüche, die man auch versteht, wenn man sich nicht auskennt.

Dadurch fühlen sich Fans im Kino oder auf der Couch wohl. Die Nostalgie wird angesprochen und man sitzt im Saal wie das DiCaprio-Meme in Once Upon a Time in Hollywood.

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Natürlich kann man sich bei einer Videospielverfilmung fragen, was die eigentliche Intention ist. Man möchte einen guten Film, eine gute Serie abliefern, aber sollte man eine schlechte Geschichte bei einem Film wie Mortal Kombat kritisieren? Als Adaption hat es immerhin die recht simple Story passend auf die Leinwand gebracht – und bekannte Figuren kloppen sich miteinander. 

Hier kommen wir auch zum großen Problem, das Videospiele als Adaptionsmaterial im Vergleich zu Comics, Animes oder Büchern haben: Story ist oft nicht der Kernfokus.

Der Fokus eines Videospiels

Filme, Serien, Comics und Bücher haben meist eine große Gemeinsamkeit: Sie sind von der Narrative getrieben. Es gibt eine Geschichte, die als roter Faden fungiert.

Videospiele als Medium haben das nicht immer per se. Spiele wie The Last of Us, Uncharted oder Life is Strange haben zwar einen gezielten Story-Fokus, aber andererseits gibt es eben beispielsweise The Legend of Zelda, Street Fighter oder Super Mario, bei denen die Geschichte zweitrangig oder gänzlich irrelevant ist. 

Super Mario ist auch ein gutes Stichwort, denn der letzte Film hat eine noch größere Diskrepanz zwischen Kritikern und Fans erzeugt, wenn man sich den Rotten Tomatoes Score anschaut.

Auch hierbei setzt der Film seinen Fokus auf Anspielungen, Gags mit alten Gadgets wie R.O.B. oder musikalische Stücke, die Zuschauer an ihre schönsten Momente mit dem Klempner erinnern sollen.

Reicht das, um einen klassisch guten Film zu erzeugen? Nein. Aber es werden Emotionen geweckt. Ist es eine schlechte Adaption, wenn der Kerngedanke der Vorlage trotzdem gut eingefangen wurde und die Fans genau daran erinnert werden?

Videospielverfilmungen sind eben nicht NUR dafür da, für sich alleinzustehen, sie sind auch, böse gesagt, Cross-Promo für das nächste Spiel. Fox als Gastauftritt im 2. Mario-Film ist das perfekte Beispiel. Kurze Zeit nach dem Film wurde ein neues Spiel angekündigt.

Aber: Fan ist nicht gleich Fan und genau das erzeugt bei Videospielverfilmungen einen anderen interessanten Konflikt.

Nicht jeder Fan schaut gleich auf eine Verfilmung

Fast jedes Entertainment-Produkt hat verschiedene Stufen von Fans und es gibt eben auch Hardcore-Fans. In Videospielen durchforsten sie die gesamte Lore einer Welt, die man als Casual Gamer oft übersieht.

Genau diese Hardcore-Fans schauen aber auch anders auf Adaptionen. In einem Reddit-Post kritisiert ein Fan etwa die Figur Sindel im neuen Film. Sie sei verschwendet worden. Sie nutzt nicht all ihre Fähigkeiten und hat kaum einen Charakter.

Für jemanden, der die Figuren nur vom Namen kennt, ist das wahrscheinlich egal, aber für einen Hardcore-Fan ist diese Figur schlecht adaptiert worden.

Videospielverfilmungen nehmen sich Freiheiten – wer kann schon tausende von Wiki-Einträgen studieren, um die Lore zu kennen –, aber das kann auch zu negativen Reaktionen führen. Wenn man sich jahrelang als Fan mit einer Welt beschäftigt und sie dann als verschwendet empfindet, kann man einen Film auch als schlechte Adaption bezeichnen. 

Jedoch kann ein Fokus auf zu viel Lore die anderen Fans und Zuschauer abschrecken, die sich eben nicht mit all den Easter Eggs und Anspielungen auskennen. Solche Adaptionen sollen auch für Nicht-Kenner verständlich sein, damit sie Interesse entwickeln und sich mehr damit beschäftigen.

Videospielverfilmungen stehen also vor einem Konflikt: Wie viel Fanservice kann man bieten, ohne dafür andere Zuschauer und Kritiker zu verlieren?

Für wen sind Videospieladaptionen denn jetzt? Das kann man wohl nicht so einfach beantworten. Filme wie Mario eignen sich perfekt für Familien, weil die Großen und die Kleinen mit dieser Figur aufwachsen. 

Mortal Kombat spricht nicht nur Fans an, sondern auch Zuschauer, die mal wieder Action und Kämpfe im Kino sehen wollen.

Man sollte trotzdem abwägen, was man erwarten kann. Wer Mario oder Mortal Kombat kennt, weiß wohl, dass die Story keine große Glanzleistung sein wird. 

Aber Videospielverfilmungen müssen sich eben auch mit der Konkurrenz messen lassen und die legitime Kritik ertragen. Sie laufen nun mal im Kino und auf den Streaming-Services und Zuschauer haben nur begrenzt Zeit. Aber Serien wie Arcane haben gezeigt, dass man auch beide Seiten glücklich machen kann.

Was sagt ihr dazu? Wollt ihr lieber viel Fanservice haben, wenn darunter andere Aspekte leiden, oder verzichtet ihr gerne auf Fanservice, wenn der Film dafür anders punkten kann? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Anfang des Jahres hatte MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes auch Probleme mit der Fallout-Serie: Die Fallout-Serie könnte so geil sein, aber sie leidet am gleichen Problem wie Stranger Things

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