Im Höhepunkt der Grausamkeit von Re:Zero wird deutlich, was für Subaru auf dem Spiel steht - und das erschuf eine Anime-Episode, die nahezu perfekt war.
Re:Zero – Staffel 1, Episode 15
Genre: Drama, Action
IMDb-Bewertung: 9,8 / 10 (~26.000 Bewertungen)
Stream verfügbar auf: Crunchyroll
Re:Zero hat viele Episoden, über die man lang und breit diskutieren kann. Doch keine andere hinterlässt einen so bleibenden Eindruck wie Episode 15 „The Outside of Madness“ (im Director’s Cut ist das Episode 8).
Die Folge beginnt mit dem, was Subaru so oft geschieht: Er stirbt. Er hatte das Anwesen erreicht, in dem sich Emilia befand, doch war er zu spät. Alle, die ihm wichtig waren, sind getötet worden und so starb er auch selbst durch Eiseskälte, die seinen Körper regelrecht zersplittern ließ.
Nach seiner Wiedergeburt ist Subaru gebrochen durch die traumatischen Erinnerungen. Er gibt auf, spricht nicht mehr. Seine Verbündeten wissen keinen Rat. So ist es am Ende nur Rem, die ihm treu zur Seite steht und Subaru zurück zum Anwesen bringen will.
Der Trailer gehört zur aktuellen, vierten Staffel:
Auf dem Rückweg werden Subaru und Rem vom Hexenkult überfallen. Subaru wird entführt und sieht sich dem ersten, richtigen Antagonisten der Serie gegenüber: Betlegeuse Romanee-Conti, einem Erzbischof des Hexenkultes.
Trotz seines verstörenden Auftretens offenbart er ein interessantes Detail: Er verspottet Subaru dafür, dass dieser nur so tun würde, als wäre er wahnsinnig geworden. Damit impliziert er, dass Subaru eigentlich gar nicht gebrochen ist, sondern nur Mitleid von der Welt will, während er so tut, als wäre er unfähig, einzugreifen.
Rem taucht auf und versucht, Subaru zu retten. Ihr gelingt es, einen großen Teil des Hexenkultes zu besiegen – bis Betelgeuse den Kampf durch eine bisher unbekannte Fähigkeit beendet. Rem wird in die Luft gehoben und vor den Augen Subarus auf übelste Weise misshandelt: Während Betelgeuse die Stimme Rems nachäfft, verdreht er ihr die Arme und Beine, lässt Knochen knacken und dreht am Ende sogar ihren Kopf um 180°, bis sie einfach leblos auf dem Boden zusammenbricht.
Nach dem Abzug des Hexenkultes wird offenbart: Rem hat überlebt. Zerschmettert, gebrochen und mit letzter Kraft zwingt sie ihren zur Unkenntlichkeit verdrehten Körper voran, um Subaru aus seinen Ketten zu befreien und während ihres Liebesgeständnisses in seinen Armen zu sterben.
Subaru trägt daraufhin den zerschmetterten Leib Rems zurück zum Anwesen. Doch nichts hat sich geändert. Wieder sind alle gestorben und ein unheimlicher Schneefall setzt ein. Ein riesiges, bisher unbekanntes Monster bricht aus dem Dach des Anwesens hervor, das Subaru nur noch ungläubig anstarren kann. Schlafe zusammen mit meiner Tochter
, spricht das Wesen – bevor Subarus Kopf von seinen Schultern rollt und die Credits einsetzen.
Es ist nicht die beste Folge der ganzen Serie, die folgte erst ein paar Staffeln später – doch es war die Episode, die mit einer unheimlichen Wucht zeigt, wie düster die Welt von Re:Zero ist und welche psychischen Abgründe sich noch auftun würden.
Die Macher wussten, dass sie mit dieser Folge ein Meisterwerk geschaffen haben. Das erkennt man auch an zwei weiteren Fakten: Bei der Erstausstrahlung der Folge haben die Macher den Werbeblock, der eine Anime-Episode im Fernsehen eigentlich teilen würde, einfach gekauft. Dadurch wurde die Episode am Stück und ohne Pause gezeigt.
Außerdem beginnen mit dem Tod Subarus die Credits zu laufen, mitten in der Staffel, vor dem Hintergrund des geköpften Subaru, der ganz langsam von Schnee bedeckt wird, während zugleich das traurigste Musikstück der Serie läuft:
Die Wirkung dieser Episode gilt bei vielen Anime-Fans bis heute als unerreicht. Wer die Serie zuvor noch wegen Unsicherheit abbrechen wollte, ist zumeist nach dieser Episode ein glühender (wenn auch sehr verstörter) Fan. Und ohne zu viel vorwegzunehmen: Es ist nur der erste emotionale Höhepunkt auf einer Reise, die noch viel mehr Leid für Subaru bereithält.
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