Eine einzelne Episode von Violet Evergarden dürfte die meisten Herzen gebrochen haben. Das Schicksal des kleinen Mädchens lässt niemanden unberührt.
Violet Evergarden – Episode 10
Genre: Drama
IMDb-Bewertung: 9,8 / 10 (~10.000 Bewertungen)
Stream verfügbar auf: Netflix
Violet Evergarden ist ein optisches Kunstwerk. Jede einzelne Episode strotzt vor fantastischen Animationen, detailreichen Hintergründen und ausdrucksstarken Gesichtern – zusätzlich zur wunderschönen emotionalen Geschichte.
Es mag Leute geben, die sind emotional abgehärtet und lassen sich von „Zeichentrickgeschichten“ keine Tränen hervorlocken. Doch selbst diese Leute scheitern, sobald sie Episode 10 von Violets Geschichte erreichen.
In dieser Episode wird Violet zu einer adligen Frau gerufen, die sie beauftragt hat, eine Reihe von Briefen zu verfassen. Die Frau ist alleinerziehende Mutter einer jungen Tochter, die gerade besonders viel Aufmerksamkeit will. Während des mehrere Tage anhaltenden Aufenthalts bekommt Violet die Frustration des jungen Mädchens zu spüren. Nicht nur hält sie Violet aufgrund ihrer monotonen Art für eine Puppe, sie ist auch zornig, weil Violet ihre Mutter permanent in Beschlag nimmt.
Hinzu kommt, dass die Mutter offensichtlich an einer Krankheit leidet, die auch das Mädchen schwer belastet, die nur hilflos zusehen kann, wie ihre Mutter immer häufiger mit Schmerzen zu kämpfen hat – und dennoch lieber Zeit mit Violet und ihren Briefen verbringt als mit ihr.
Als die Gefühle aus dem Mädchen hervorbrechen und sie Violet anklagt, ihre Mutter wegzunehmen, obwohl sie doch nur noch so wenig Zeit miteinander haben werden, wird jeder den ersten Kloß im Hals zu spüren bekommen.
Schlimmer wird es nur noch, als die Serie einen Zeitsprung macht. In mehreren Sequenzen sehen wir, was aus dem Mädchen und ihrer Mutter wird. Die Mutter stirbt recht bald und lässt ihre Tochter zurück.

Doch jedes Jahr zu ihrem Geburtstag bekommt das Mädchen einen Brief, den die Mutter zusammen mit Violet verfasst hat. Die Briefe werden alle der Reihe nach verlesen, während man sieht, wie das Mädchen im Laufe der Zeit zur Frau und dann selbst zur Mutter wird und die Erinnerung an ihre eigene Mutter durch die Briefe für immer aufrechterhalten bleibt.
Wer nach dieser Folge nicht mindestens ein paar Tränen über die Wange hat kullern lassen, sollte beim Schauen der Serie dringend das Smartphone beiseitelegen – denn wahrscheinlich hat man gar nicht richtig hingeschaut.
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