Ein kleines, aber doch wichtiges Detail bringt manche Fans von World of Warcraft zur Weißglut. Denn ihr Charakter trägt eine Glatze, obwohl er keine haben sollte.
In World of Warcraft gibt es inzwischen unzählige Möglichkeiten, den eigenen Charakter anzupassen – mit dem Housing bald noch mehr. Doch im Alltag ist das Wichtigste wohl das Aussehen durch das Transmog-Set. Aber wer einen coolen Hut oder Helm tragen will, muss auf eine Sache verzichten: Haare.
Denn die allermeisten Hüte und Helme sorgen dafür, dass die gewählte Frisur ausgeblendet wird und der Charakter stattdessen eine Glatze trägt. Klar, denn sonst würden die Haare „durch den Helm clippen“ – und das sähe furchtbar aus. Dass das aber nach über 20 Jahren in WoW noch immer der Fall ist, macht einige ziemlich unzufrieden.
Was hat die Community gemacht? Als Reaktion darauf hat Odd_Giraffe6440 eine kleine Grafik erstellt, die verdächtig an Erpresser-Briefe erinnert, die aus zusammengeschnittenen Zeitungsartikel-Buchstaben bestehen. Die simple Frage darauf: „Können wir endlich Hüte und Haare gleichzeitig haben, ich bin es leid, eine Glatze zu tragen.“
Warum kann man das nicht so leicht beheben? Immer wieder verweisen Spielerinnen und Spieler darauf, dass eine „Hut und Haare“-Kombo ja nicht so schwer sein kann, immerhin gibt es auch NPCs im Spiel, die das so tragen. Der Haken dabei ist allerdings, dass für diese NPCs speziell darauf geachtet wurde, dass der entsprechende Hut oder Helm zur gewählten Frisur passt.
Bei Spieler-Charakteren ist das aber nicht der Fall. Dort gibt es (über alle Völker hinweg) Hunderte Frisuren und für jede einzelne davon müsste jeder einzelne Hut im Spiel manuell betrachtet und entsprechend überarbeitet werden. Das ist ein extrem hoher Aufwand, wenn man bedenkt, dass es inzwischen Tausende unterschiedliche Helme und Hüte gibt, die man dann für Hunderte Frisuren anpassen müsste und das auch für alle künftigen Völker und neue Frisuren wiederholen müsste.
So fasst es auch travman064 in dem Reddit-Beitrag zusammen:
Eine Kapuze für Jaina machen: 1 Model, eine Frisur, die Mütze ist ein Teil ihres Models – also die Mütze wird nicht über das Haar gelegt, sondern Mütze und Haar sind dasselbe Objekt.
Dein Charakter ist wie eine Lego-Figur, mit einem Helm, den man oben draufsetzt. NPCs sind Lego-Figuren mit Helmen, die aufgemalt werden.
Jeder einzelne Helm müsste für jede Frisur im Spiel angepasst werden, damit man auch nur nah an den Look von Sylvanas / Jaina herankommt. Das wäre mindestens 100x mehr Arbeit.
Die Aufgabe scheint schier so groß zu sein und mit der Zeit nur noch exponentiell zu wachsen. Denn mit neuen Völkern kommen neue Frisuren, sodass eine Anpassung erneut für alle bestehenden Helme und Mützen anfallen würde. Eine Aufgabe, die so groß scheint, dass sie die Mühe vermutlich nicht wert ist.
Sollte man den Spielern die Wahl lassen? Ein Wunsch der Community ist nach einer pragmatischeren Lösung: Spielerinnen und Spieler sollten einfach die Wahl haben, ob ihr Haar angezeigt wird und dann eben sonderbar durch den Helm oder die Mütze ragt. Wer das nicht will, könnte dann einfach wieder die „Glatze“-Funktion aktivieren und alles wäre wie zuvor.
Ob Blizzard sich zu so einer „halbgaren“ Lösung überreden lässt, bleibt allerdings wohl abzuwarten. Denn die Reaktion darauf könnte auch verheerend ausfallen, wenn im Spiel plötzlich alle Charaktere mit sonderbar entstellten Gesichtern herumlaufen, deren Hüte mit dem Haar verwachsen sind. Welche Lösung würdet ihr bevorzugen? Eine Menge neuer Anpassungen gibt es auch bald in Legion Remix – aber eine ganz bestimmte fehlt und darüber sind viele erzürnt.
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Man könnte auch einen anderen Ansatz wählen. Statt hier jede Strähne einzeln unter jeden verfügbaren Helm zu schieben könnte man auch einfach das verhalten von Haaren im Spiel überarbeiten sodass sie sich dem Helm anpassen. Das erfordert anschließend zwar noch Anpassungen aber im großen und ganzen nimmt das viel Arbeit raus. Besonders auch für zukünftige Helme. Klar, das kostet etwas Ressourcen aber ich denke die allermeisten haben heute die nötige Hardware. Oh und bevor jemand fragt, ja, wir bräuchten dann selbst die Hardware da WoW primär clientseitig (also auf unseren PCs) läuft. Aber wir reden hier auch nicht von gewaltigen kosten. Um sowas zu programmieren gibt es bereits Vorlagen die nur auf die Engine angepasst werden müssten und wenn es so weit ist bräuchten wir nichtmal ne RTX Karte um das umzusetzen. GTX hätte da auch schon gereicht. Also pille-palle. Das ist auch nicht die Arbeit die dann in einem neuen Gebiet fehlen würde oder in nem neuen Raid oder so. Das ist Quatsch. Sowas ist ein Projekt das locker nebenbei geht wenn man immer wieder mal dran arbeitet. Das ist exakt das was sie ja auch mit verbündeten Völkern machen. Man müsste also eher sagten, dass wir für die Überarbeitung von altem Transmog eben eine Weile kein neues spielbares Volk bekommen würden. Dieser Vergleich wäre eher angemessen.
Und selbst wenn man das händisch machen müsste, wir reden hier nicht grad über ein grafisches Meisterwerk wo jede Strähne sichtbar ist. Meist ist das ne Platte oder ne Wurst mit Textur. Sagen wir es sind 100 Frisuren und 1000 Helme. Dann sind wir bei 100.000 Kombinationen. Nehmen wir jetzt einfach mal 10 Mitarbeiter (von 8000 oder so) die wir da dran setzen und geben ihnen 2 Jahre. Umgerechnet wären das etwa 13-14 Kombinationen pro Tag. Und wir reden hier nur davon übertretene Stellen anzugleichen oder einfach alles außer dem sichtbaren Teil auszublenden/cutten. Das wäre kein riesiger Aufwand. Sagen wir 13-14 ist doch zu viel. Naja dann machs halt mit ein paar mehr Leuten oder eben für das folgende Addon. Dann wären es eben 4 Jahre.
Ich mein, ich kann kaum der einzige sein der sich bei solchen Aussagen wundert, oder? Wenn ich lese was einige dazu schreiben habe ich immer das Gefühl, dass einfach nichts mehr hinterfragt wird. Nimm halt mal sowas wie Blender3D und schau mal wie lang du mit etwas Übung bräuchtest sowas hündisch anzupassen. Und dann nimm einen Taschenrechner und denk mal über Machbarkeit nach. Ok, da gibt es auch den Punkt der Wirtschaftlichkeit. Lohnt es sich mehr ein Volk oder eine Überarbeitung zu bringen? Wer weiß. Für FF14 hat zuletzt die Überarbeitung ganz gut funktioniert. Ist aber auch egal. Darüber kann man diskutieren. Wichtig ist nur zu hinterfragen was uns von oben herab erzählt wird statt einfach zu schlucken und zu nicken. Wenn das bei denen wirklich so viel mehr Aufwand sein sollte, dann sollten sie vielleicht mal drauf schauen ob ihre Mitarbeiter wirklich so gut sind wie sie bezahlt werden.
Niemand hat das “von oben herab” erzählt. Das waren Schlussfolgerungen aus der Community. Da war kein Blizzard-Mitarbeiter, der gesagt hat, dass das unwirtschaftlich oder zu viel Arbeit ist.
Und auch deine fiktiven Zahlen sind weit weg von der Realität. Allein Nachtelfen-Frauen haben 20 Frisuren. Menschen-Frauen haben 34. Nimmste “Glatze” bei beiden raus, haben alleine diese beiden Völker zusammen schon 52 – und das sind bis dahin nur die Frauen von 2 der 28 Völker. Zwergenfrauen 25. Gnom-Frauen 20. Ja, da doppeln sich ein paar, stimmt, da kannste ein paar wieder rausrechnen. Aber du wirst insgesamt eher bei 200-300 Frisuren rauskommen (vermutlich eher mehr, aber nehmen wir einfach mal 300).
Was aber dazu kommt: Einige Haare haben Physic-Animationen und bewegen sich mit. Da musst du dann auch noch die Physik / Animationen für jeden Haartyp und jeden Helm machen.
Auch 1000 Helme ist … zu wenig. Schau doch mal in deinen Transmog-Katalog. Da hast du, nur bei Stoff, schon 60 Seiten mit je 18 Helmen. Alleine das sind also schon ~1.000. Und da fehlt dann noch Leder, Kette und Platte.
Also reden wir hier von 300 Frisuren und 4.000 Helmen. Da sind wird dann schon bei 1.200.000 Kombinationen.
Und jetzt stell dir vor, Blizzard geht das wirklich an. Die stellen 10, 20, 30 Leute an, deren Leben die nächsten 4-5 Jahre daraus besteht, alle Helme und Haare im Spiel anzupassen. Die sind doch nach 6 Monaten mit Burnout und / oder Langeweile alle durch.
So gerne ich auch “keine clippenden Haare” hätte, das wird wohl erst bei einem ganz neuen Spiel der Fall sein und ich teile die Ansicht: das ist total unwirtschaftlich.
Es waren Beispielzahlen. Ich wollte nur verdeutlichen von welchem Arbeitsaufwand wir wirklich reden. Hab dafür jetzt nicht extra ins Spiel geschaut aber du hast wohl recht.
Dass das nicht von Blizzard kam wusste ich tatsächlich nicht. Diese Diskussion gibt es seit so vielen Jahren und einige argumentieren einfach so, dass es den Eindruck macht als wäre das eine Aussage von Blizzard.
Was die Arbeit selbst angeht bist du der Meinung, dass die da schnell Burnout hätten. Bedenke dabei, dass es Leute gibt die nur Bäume oder nur Steine oder nur Hauswände gestalten. Jeden einzelnen Tag. Warum dann nicht Haare und Helme?
Und wegen der Wirtschaftlichkeit, ich rede nicht davon neue Leute einzustellen. Wir haben hier erst vor kurzem darüber geredet, wenn ich mich recht erinnere, dass wir langsam genug Völker haben, diese allerdings immer auch eine gute Werbung sind. Man könnte also dieses, nicht sehr kleine Team darauf ansetzen. Statt mit dem neuen Volk machen sie dann Werbung mit Haaren unter dem Helm. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das eine ganz ähnliche Werbewirkung hat.
Man sollte denken man wäre in der Spieleentwicklung inzwischen soweit, dass solche Dinge trotzdem gehen müssten, egal wie viele Helme und Frisuren es gibt^^
Wenn ich z.B. an Counter Strike denke, wenn ich da mit einer AWP vor einer Tür stehe, dann clippt der Lauf der Waffe auch nicht durch die Tür. Das ist ja ziemlich ähnlich und ich denke schon, dass man das machen könnte wenn amn Blizzard wäre.
Nur die haben ja auch ihren berühmten “Spaghetti-Code” und es wäre vernutlich zu viel Aufwand und daher auch mit Kosten verbunden und wenn es um Geld geht kennt Blizzard nur Einnehmen, Ausgeben geht gar nicht.
Grundsätzlich geht es bei Programmen immer um die Abwägung von Aufwand. Mir ist das Problem noch nie aufgefallen, trag aber auch nie Hüte. 😉 Die Frage ist also will man ein neues Gebiet oder will man das Hüte nicht clippen.
“Spaghetti-Code” ist btw Quatsch.