Hat World of Warcraft mittlerweile zu wenige Ecken und Kanten?

Ein ehemaliger Entwickler von Blizzard spricht über das Spieldesign und Änderungen in der Branche: WoW sollte niemals ein Spiel für alle sein.

Der ehemalige WoW-Chef plaudert …

Wer verbunden mit negativen Emotionen an Blizzardspiele wie World of Warcraft denkt, dem kommen wohl gleich Begriffe wie „Casual“ oder „viel zu leicht“ in den Sinn. Warum das bei den Designern aber niemals das Ziel war und wohl auch nicht sein wird, erklärte Rob Pardo in einem Interview mit gameindustry.biz. Wer mit dem Namen von Pardo nichts anfangen kann, dem sei gesagt, dass er bis 2014 bei Blizzard gearbeitet hat und der Vice President of Game Design war – damit stand quasi ganz World of Warcraft unter seiner Leitung. Das Time Magazin hat ihn 2006 sogar zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt gewählt.

Nicht alles soll einfach sein - einige Dinge müssen schwierig bleiben.
Nicht alles soll einfach sein – einige Dinge müssen schwierig bleiben.

Spiele brauchen Ecken und Kanten

„Als Spieldesigner versuchst du, die richtige Balance zwischen Herausforderung und Frustration zu finden (…). Wenn die Spieler eine Herausforderung bewältigen, soll es sich nach einem großen Erfolg oder einer wirklichen Leistung anfühlen“, ist eine seiner wichtigsten Aussagen. Dem kann man nur zustimmen, denn ein Erfolg ohne Arbeit in irgendeiner Form (Zeitaufwand, Können, Glück) fühlt sich leer an. Wer hätte sich über einen Super Mario-Titel gefreut, in dem alle Level so einfach sind, wie das erste?

„Manchmal, auch in der Produktion von World of Warcraft, versuchen die Entwickler das Spiel zugänglicher zu machen. Dadurch werden Ecken und Kanten weggefeilt. Manchmal sind es aber genau diese Schwierigkeiten, die Spieler an einem Spiel so lieben. Dessen muss man sich bewusst sein.“ Auch denkt er nicht, dass World of Warcraft perfekt ist: „Man kann leicht ein Spiel erstellen, das deutlich schwerer ist, aber auch eines, das deutlich zugänglicher ist.“

Umstrittene Änderungen werden nicht nur rein auf Wunsch der Spieler eingeführt.
Umstrittene Änderungen werden nicht nur rein auf Wunsch der Spieler eingeführt.

Wichtig ist für Pardo, dass man bei allen Designentscheidungen ein Ziel vor Augen hat, eine Absicht. „Warum ändern wir diese Sache? Was wollen wir damit erreichen?“ Einige Entwickler würden Dinge nur ändern, weil Teile der Community danach verlangen, das wäre weder hilfreich noch zielführend.

Es gibt keine Spiele für alle

Wow Lady Vashj 2

Pardo gibt sich nicht der Illusion hin, dass er jemals ein Spiel für alle Spieler entwickeln wollte. „Es gibt kein Spiel, das allen Menschen gefällt. Von dieser Illusion muss man sich gleich zu Beginn verabschieden.“ Zwar ist auch er, Jahre später, noch immer überrascht, wie erfolgreich World of Warcraft letztendlich wurde: Wir wollten ein Spiel machen, bei dem sich Blizzard-Fans zumindest überlegen, ob sie mal ein MMO ausprobieren wollen. Zumindest das ist definitiv geglückt.

Gleichzeitig merkt er aber auch an, dass Blizzard nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und die einzigen erfolgreichen Werte in der Branche hat. Als Beispiel könne man Valve nehmen: „Die verfolgen eine ganz andere Philosophie und haben auch sehr erfolgreiche Spiele.“

Pardo hat seit 2014 eine Auszeit von der Spielebranche genommen, liebäugelt aber jetzt mit einer Rückkehr.

Quelle(n): gamesindustry.biz
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mmogli

Wenn es mit dem Addon „Legion „Ecken und Kanten geben solte ! Dann jammern die Kidis doch wieder…es sei zu schwerr (LvLPhasen…Gruppen Quest ..Berufe ..Instanzen..Bg s usw usw ). Schneesturm hats leider nicht einfach……..aber sie sind selber drann schuld .Ich drücke Herrn Frost die Daumen

Nirraven

Ich hatte WoW seit Cata liegen gelassen und so ein halbes Jahr bevor WoD gekommen ist wieder auf einen privaten TBC-Server angefangen. Das Gameplay war echt furchbar und ich habe viele tolle Features vermisst. Einfach sehr viel ist so viel besser geworden als es damals war, aber das Allerwichtigste worüber ich nicht hinwegsehen kann ist viel schlechter geworden. Das Gefühl das man etwas leisten muss um ein Erfolgsgefühl zu haben. TBC war für mich aber auch nicht mehr spielenswert und veraltet. Wie ich mit WoD wieder angefangen habe, hatte ich für einen Mob im Schnitt 2-3sec. gebraucht… Mein Leben ging nie unter 90%. Sogar wenn ich mehrere Gegener gepullt habe. Egal wie viel misst ich gebaut habe, es war einfach egal. Diese Gleichgültigkeit schwabt bei mir dan in Langeweile über.

Das was mich dazu bewegt hatte aufzuhören, ist mit WoD sogar noch schlimmer geworden. Zurück zur frage, ja mir fehlen die Kanten und Ecken in WoW gewaltig.
Am liebsten wäre mir das Gute aus alten Zeiten mit dem Guten aus jetzigen.
Es wäre auch toll wenn es einfach Server mit unterschiedlichen schwierigkeitsgraden geben könnte. Dan wären doch alle glücklich oder?

Koronus

Was sind die Ecken und Kanten die dir fehlen? Btw wie sendet man eine PM, da ich ihn hier nicht etwas illegales Fragen möchte.

Nirraven

Unter anderem der fehlende Schwierigkeitsgrad beim leveln, damit meine ich sowohl die Dauer als auch die Kämpfe selber. Die Erbstücke nehmen einem den größten Reiz, dass man bessere Gegenstände in Dungeons holen will, komplett weg. Früher hat man sich auch mit lvl 13 in seiner ersten Instanz gefreut wenn man einen blauen Gegestand bekommen hat.
Ich bin damals in eine Instanz gegangen um mich einer Herausforderung zu stellen und um bessere Ausrüstung zu bekommen. Jetzt hab ich beim lvln eher das gefühlt das man möglichst schnell durchrushen möchte, es fühlt sich alles so belanglos an.

Das 5er Dungeons nicht sehr sehr schnell obsolet werden. Das man auch was tun muss um überhaupt in die Dungeons zu dürfen. Sein es jetzt Quests oder Ruf bzw. beides.

Früher gab es auch Klassenquest welche teilweiße sehr lange gedauert haben und meiner Meinung nach toll gemacht waren.

Ein großer Punkt ist auch noch das sich die Klassen immer mehr ähneln. Früher war zwar die Balance schlechter, aber man hatte viel bessere Schlüsselrollen. Jetzt hat jede Klasse auch einen Selfheal, das finde ich überhaupt nicht passend.

Vestehe mich nicht falsch, es wurde unglaublich viel an WoW besser.
Aber gerade das was bei mir Damals die meisten Emotionen ausgelöst hat gibt es jetzt so nicht mehr. Ich mochte diese Kanten und Ecken eben sehr.

Larira

https://youtu.be/f4JQje3NGe4

Tja, das ist auch der Grund warum ich mit dem Spiel aufgehört habe. Und schon witzig, dass die Entwickler gar nicht dahin wollten. Ich bin mir aber sicher, die Controller wollten aber dahin.

Grüße

Sucoon

naja um ehrlich zu sein, nach dem 3. char war das hochleveln nur nervig und man wollte es so schnell und effektiv wie möglich machen. dann war es doch angenehmer, wenn es so einfach und schnell ging. außerhalb der raids und instanzen waren schwierige gegner nur nervend.

Larira

Jetzt mal ehrlich, diese Ernter und die meisten Gegner sind nie schwer gewesen solange man diese einzeln gemacht hat. Und effektiv leveln klingt für mich nach Arbeit und nicht nach Spielen. ^^

Grüße

Sucoon

am anfang hatte man einen Main char, dann kam der erste twink, dann der zweite, dannach die restlichen 7. nachdem man alle Quests gemacht hatte, teilweise mehrfach, war das leveln eher langweilig und man wollte shcnell durch. ich war schon an dem punkt, das ich 90% aller quests, was zu tun und deren standorte auswendig kannte

mmonsta

mittlerweile?…made my day :P…..ne ehrlich es ging nur noch in eine richtung ab lichking, was jetz nich schlecht war also das addon ansich, es ging ab da nur noch in die richtung was heute blizz darstellt……für die börse sicher geil für fans alter tage weniger.

Theojin

WoW hat gar keine Ecken und Kanten mehr. Wenn mal welche da sind, sind sie mit dem nächsten Patch.Raidtier, Addon wieder weg.
Und daran ist nicht zuletzt auch ein Pardo mit Schuld. Was damals wirklich gut los ging, und den Spieler durchaus Kompromisse und Anpassungsfähigkeit abgenötig hat, wurde im Laufe der Jahre zur eierlegenden Wollmilchsau um, ja warum eigentlich?
Um ständig neue Kunden zu requirieren? Um auch noch den letzten möglichen Cent aus dem Spiel zu pressen?
Lag es am unbestreitbar schlechten Einfluß von Activision oder hat Blizzard das ganz allein hinbekommen?

Für mich ist WoW nur noch ein lineares konsequenzloses und außerhalb der Raids anspruchsloses MMO, was zwar tolle Geschichten während des Questens erzählt, diese aber durch den nicht existenten Schwierigkeitsgrad direkt wieder banalisiert und verwässert. Auf maxlvl ist dann mehr oder minder Schluß mit Geschichte, einzig die legendäre Reihe wird um 3-4 Questschritte alle paar Monate erweitert.

Keupi

Leider wahr.

mmonsta

„ständig neue Kunden zu requirieren! auch noch den letzten möglichen Cent aus dem Spiel zu pressen!
schlechter Einfluß von Activision!“

fixed that for u^^

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