WoW: BC-Server Felmyst hatte zu viel Hype, wird geschlossen

Bei World of Warcraft ist ein Privat-Server live gegangen und wurde gleich wieder geschlossen. Der war wohl zu stark ins Licht der Öffentlichkeit getreten und geriet in den Fokus von Blizzard.

„Privat-Server“ oder „Classic Server“, sagen die einen. „Piraten-Server“, sagen die anderen.

Es geht dabei um Server, die von Privatpersonen und ohne die Einverständnis von Blizzard betrieben werden und auf denen ältere Versionen von World of Warcraft laufen.

In der Vergangenheit waren das meist „Classic-Versionen“ (Nostalrius, Elysium), die ein WoW aus dem Jahr 2005 wieder zurückholten. Diesmal dreht sich alles um einen „Burning Crusade“-Server.

Gestern hat die große US-Gaming-Seite „GameSpot“ unter der Überschrift „Legacy Server geht heute live“ über den WoW-Privat-Server Felmyst berichtet, der in den USA sitzt.

Felmyst ging nach einer Offenen Beta nun an den Start. Das Besondere an Felmyst: Der Server wollte Spielern das „Burning Crusade“-Gefühl zurückgeben. Alles wieder so wie in 2007.

„Cease and desist“ von Blizzard flattert ins Haus

Allerdings währte der Spaß wohl nicht lange. Felmyst hatte offenbar „zu viel Hype.“

Solche Privat-Server verletzen das Urheberrecht von Blizzard, die wollen das um jeden Preis schützen. Wenn ein Urheberrecht in der Öffentlichkeit nicht mehr klar einer Marke zugeordnet werden kann, wird das Recht der Firma an dieser Marke geschwächt. So ist zumindest die Argumentation von Blizzard.

Vereinfacht gesagt: Wenn Coca-Cola nicht dafür sorgt, dass kein anderer seinen Softdrink „Coca Cola“ nennt, dann kann ihn bald jeder so nennen. Also müssen Unternehmen ihre Rechte schützen, um sie zu behalten.

Wenn eine solche Urheberrechtsverletzung so öffentlich wird wie im Fall von Felmyst, dann ist der Druck auf Blizzard groß, hier was zu unternehmen.

Mittlerweile ist der Server Felmyst schon wieder down. Blizzard hat das mit einer „Unterlassungserklärung“ bewirkt. Auf der Seite vom Felmyst ist ein Foto mit dieser Unterlassungserklärung zu sehen.

WoW Privat-Server Unterlassungserklärung Cease and Desist Blizzard

Quelle:Felmyst

Macher ist am Boden zerstört – Projekt hat seinem Leben Sinn gegeben

Die Person hinter dem Projekt, Gummy, rechtfertigt sich für diese Folge der Ereignisse. Man fragt sich ja von außen: „Das musste er doch kommen sehen. Was ist da passiert?“

Gummy hatte schon länger das Gefühl, dass er mit seinem Projekt in den Fokus von Blizzard rückt. Gerade nach dem, was letztes Jahr passiert (Nostalrius) ist, war Gummy klar, dass es schlecht für ihn aussieht. Er wollte das Projekt aber nicht aufgeben, weil er schon so viel Zeit investiert hat.

WoW Nostalrius Shutdown

Classic-Server Nostalrius, kurz vor dem Abschalten der Server.

Die Fans fragen sich offenbar: „Warum bist du nicht aus den USA weg, wo Blizzard so viel Macht hat, und bist in ein Land, wo du den Server betreiben kannst?“ Darauf sagt Gummy, wegen seiner gesundheitlichen Situation könne er das nicht. Gummy leidet, nach eigenen Angaben, unter Muskeldystrophie, einer Erbkrankheit, die zu Muskelschwund führt. Er kann nicht alleine für sich sorgen.

Auf die im Raum schwebende Frage, warum er nicht versucht hat, den Hype einzudämmen, antwortet Gummy: „Es gibt da keinen Mittelweg. Wenn die Leute denken, der Server wird zu klein, dann ignorieren sie ihn ganz und er ist unspielbar.“

Gummy klingt niedergeschlagen in seinem Statement. Das Projekt habe die letzten vier Jahre seines Lebens mit Sinn erfüllt.

WoW Nostalgie Female Mage

Die erste Regel von Privat-Servern: Tauche nicht bei GameSpot auf

Mein MMO meint: Wenn Privat-Server in „Insider-Kreisen“ bekannt sind, in kleinen Foren diskutiert werden und alles hinter verschlossenen Türen stattfindet, dann kann Blizzard das vielleicht ignorieren oder tolerieren. Wenn GameSpot, der Inbegriff des Gaming-Mainstreams, darüber berichtet, dann nicht mehr.

Viele Fans von Privat-Servern möchten ihr Glück mit allen teilen, reden in Foren darüber, bitten um Artikel zu dem Thema auf Gaming-Seiten: Damit tun sie den Servern keinen Gefallen.

Vielleicht sollten sich Privat-Server-Communities da ein Beispiel an den Regeln des Fight Clubs nehmen: „Man spricht nicht darüber.“

Ein ähnliches Drama spielte sich 2016 um einen Classic-Server ab:

World of Warcraft: Die letzten Momente von „Nostalrius“

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Quelle(n): gamespothttps://www.felmyst.com/
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