World of Warcraft: Moderator schließt Subreddit /r/wow, weil er nicht einloggen konnte

Als persönlichen Protest gegen die Server-Probleme bei World of Warcraft hat ein Moderator vorübergehend das Unterforum zu WoW bei reddit geschlossen.

Wie das US-Magazin polygon berichtet, hat der Top-Moderator „Nitesmoke“ vorübergehend den unheimlich populären Sureddit /r/wow geschlossen. Jeden Tag macht allein dieses Unterforum eine Millionen Hits. Die Schließung erfolgte offenbar aus einem Protest heraus, da „Nitesmoke“ selbst nicht in WoW einloggen konnte. Laut eines tweets wolle er den Subreddit wieder öffnen, wenn er ins Spiel käme.

Die Fans reagierten, laut Polygon, erbost darüber, nannten die Einzelaktion albern und kindisch. Auch ein Community Manager von Blizzard twitterte daraufhin, dass er den Moderator des Subreddits sehr schätze. Es aber nicht gut finde, wenn r/wow als Geisel genommen wird. Es wäre wohl besser, wenn so ein Subreddit jemandem gehöre, der ihn nicht einfach aus Frustration schließen könne. Nitesmoke antwortete darauf mit einem Tweet, dass ihm egal sei, was die Leute von ihm denken. Er öffne das Subreddit wieder, wenn er einen einlogge könne. Das sei nun mal so.

Mittlerweile konnte Nitesmoke einloggen und der Subreddit ist wieder offen. Aber es ist eine Diskussion darum entstanden, ob eine Einzelperson eine große Community so als „Waffe“ für die eigene Meinung benutzen darf, nur weil er die Unterplattform einmal gegründet hat. Es ist sozusagen das Spiderman-Problem, ob nicht mit so einer Position auch die Verpflichtung zu einem besonnenen und verantwortungsvollen Handeln einhergeht.

Einsamer WoW Ork

Einsamer Wolf trifft einsame Entscheidung.

Mein MMO meint: Kompliziertes Problem. Grundsätzlich ist ein Forum die Summe seiner Teile, der Benutzer. Und die tausende Leute, die es jeden Tag besuchen, tragen dazu bei, dass es prosperiert, floriert und damit auch an Macht und Einfluss gewinnt – eigentlich müssten daher alle darüber bestimmen können, wie der Einfluss des Forums eingesetzt wird. Und mit Verlaub: Ein „subreddit wow“ hat wohl allein seinem Namen schon ein Großteil des Potentials zu verdanken.

In der Praxis ist es aber so, dass ein Forum oder eine Seite eben einzelnen Personen gehört und nicht zu einer Art „Demokratie“ verpflichtet ist. Die Einzelpersonen sind dann in der verlockenden Position, so eine Macht auch mal einzusetzen, selbst wenn sie damit langfristig Integrität verlieren. Solange sie sich nicht strafbar machen, sind sie niemandem zur Rechenschaft verpflichtet außer sich selbst.

Schlüssel zum Erfolg von reddit ist es gerade, sich da in die Entscheidungen einzelner nicht einzumischen. Wie sollte die Lösung aussehen? Sobald ein subreddit nur groß und wichtig geworden ist, wird der Besitzer entmachtet und durch eine Art „Kollektiv“ ersetzt? Das kann ja wohl auch nicht sein.

Das Beste wäre wohl gewesen, Nitesmoke hätte sich in irgendeiner Form abgesprochen, entweder die Community abstimmen lassen oder sich Rückendeckung seiner Mitmoderatoren geholt, damit das ganze nicht wie ein „Ego“-Ding aussah. Wobei … die Frustration über die Serverprobleme bei WoW können wohl einige nachfühlen. Und auch große Youtuber oder „Personalities“ nutzen ihren Einfluss aus – die sind dann allerdings auch stärker präsent und wirken mehr als „Einzelpersonen“. Ihnen werden solche „Ego“-Touren eher verziehen.

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Quelle(n): polygon
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