World of Warcraft: Jahrespass war im Rückblick fragwürdig

Der Lead-Designer von World of Warcraft äußerte sich in einem Interview jetzt über den Jahrespass vor der letzten Erweiterung Mists of Pandaria. Im Nachhinein hat der sich wohl als keine gute Idee herausgestellt.

Das steckt hinter der Debatte um den Mists-of-Pandaria-Jahrespass

Der Jahrespass, den man bei World of Warcraft Spielern nach dem Content-Ende von Catacylsm anbot, wird seit damals heiß diskutiert. Der Jahrespass ließ die Zocker ein Jahr lang World of Warcraft spielen und gewährte ihnen Zugang zum damals neu erscheinenden Diablo 3. Ein toller Deal, dachten viele. Allerdings rechneten die meisten damit, dass auch in der World of Warcraft bald neuer Content erscheinen würde. Die Zeit bis dahin würde man sich mit Diablo 3 vertreiben und das AddOn dann mit der verbliebenen Zeit auf dem WoW-Jahrespass spielen.

Diese Hoffnungen und Ideen der Spieler gingen damals nicht auf. Mists of Pandaria ließ lange auf sich warten. Der World-of-Warcraft-Teil des Jahrespasses verfiel bei vielen zumindest zu Teilen ungenutzt. Neuer Content kam erst, als der Jahrespass auslief. Für viele, die den Deal damals eingingen, bis heute ein Ärgernis.

So sieht der Lead-Designer von World of Warcraft den Pass mittlerweile

Tom Chilton - WoW Entwickler

World of Warcraft Lead-Designer Tom Chilton

Auch bei Blizzard sieht man den Pass mittlerweile wohl skeptisch. Der Lead-Designer Tom Chilton wurde in einem Interview bei Icy Veins auf das Thema angesprochen und sagte, dass man es damals für eine tolle Idee hielt. Man hatte dieses Wahnsinns-Spiel Diablo 3 in der Mache und wollte, dass die World of Warcraft-Fans das Gefühl hätten, von diesem Deal zu profitieren und viel Gegenwert zu erhalten.

Als man den Deal anbot, seien die Spieler begeistert davon gewesen. Später sei die Reaktion eher gemischt ausgefallen. Und so habe man auch selbst auf den Jahrespass zurückgeblickt und sich gefragt: „Sind unsere Spieler jetzt eindeutig zufriedener mit uns als Firma, weil es den Jahrespass gibt?“ Es fühlte sich so an, als stünde das zur Debatte und wäre eher fragwürdig: „Und wenn das fragwürdig ist, dann denken wir nicht, dass sich unsere Spieler noch einmal so eine Aktion von uns wünschen“, so Chilton weiter.

Mein MMO meint: In dem Interview findet sich wohl die vorsichtigste Formulierung für „Jau, war Mist. Hätten wir nicht machen sollen“ in der Geschichte der Menschheit. Wenn man sich unter den Fans umhört, ist der Jahrespass auch heute noch nach zwei oder drei Jahren einer der größten schwarzen Flecken auf der ansonsten recht weißen Weste Blizzards.

Die „gemischte Reaktion“ der Fans kommt nicht von Ungefähr, sondern weil der Ablauf ein starkes Geschmäckle hatte. Wenn sich kommerzielle Interessen und Content-Planung so stark vermischen, ist das eine schwierige Situation für alle Beteiligten. Die Spieler 12 Monate ans Spiel zu binden (wenn auch für einen stark reduzierten Preis) legte bei vielen Fans die Vermutung nahe, man wusste bei Blizzard damals schon, dass es mit MoP binnen Jahresfrist nichts werden würde. Wie hätten die Zahlen zwischen den Expansions, in dieser langen Content-Dürre, ausgesehen ohne den Jahrespass?

Es ist unserer Ansicht nach sehr begrüßenswert, dass man bei Blizzard von solchen Aktionen mittlerweile Abstand nimmt und sich jetzt, zumindest indirekt, auch davon distanziert. Wobei es, für unseren Geschmack, ruhig ein wenig deutlicher hätte ausfallen können.

Wie seht Ihr das? Habt Ihr damals vom Jahrespass Gebrauch gemacht? Und habt Ihr es später irgendwann bereut?

Autor(in)
Quelle(n): www.icy-veins.com
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