WildStar kostenlos – Umsonst zocken, während andere zahlen?

Das SF-MMO WildStar downloaden und kostenlos zocken, dürfte der Traum vieler Spieler sein. Theoretisch ist das sogar möglich, doch wie realistisch sind die Aussichten?

Eine kalte Dusche vorneweg: Wenn man nicht gerade bei einem der zahlreichen Gewinnspiele, die im Moment laufen, einen CD-Key für WildStar oder eine Box schießt, wird man sich das Grundspiel in jedem Fall kaufen müssen. Aber das ist für die meisten „ehrlichen“ Zocker normalerweise auch kein Problem.

Monatliche Abo-Kosten hingegen sind ein leidiges Thema für viele Spieler, so auch bei Carbines MMORPG.

Denn WildStar ist eigentlich ein Pay-to-play-Spiel wie World of Warcraft und kein Free-to-play-Spiel wie etwa Tera oder Star Wars: The Old Republic. Doch gibt es in WildStar die Gelegenheit, sich um diese monatliche Gebühr zu drücken, indem man andere für sich zahlen lässt.

C.R.E.D.D. – Hardcore-Spieler zocken für lau, Goldseller sterben aus?

C.R.E.D.D. WildStar

C.R.E.D.D. (Codex für Recherche, Entwicklung, Demontage und Disposition).

Die Idee nennt sich C.R.E.D.D. – und stammt eigentlich aus dem Kult-MMO Eve Online. Spieler können sich bei Carbine für echtes Geld einen virtuellen Gegenstand kaufen, eben C.R.E.D.D. Das ist eine Lizenz, um WildStar für 30 Tage zu spielen. Dieser Gegenstand kann dann im Spiel gehandelt werden gegen virtuelles Geld.

Auf der einen Seite kann sich also ein im Spiel wohlhabender Zocker für Ingame-Geld Spielzeit kaufen. Während ein anderer, der im Spiel Geld braucht, diese Lizenz bei Carbine für Euros kauft, und dem Vielzocker dessen Spielzeit finanziert. Dafür erhält er im Tausch Ingame-Kohle, um sich ein seltenes Item oder ein schönes Teil für sein Raketenhaus zu kaufen.

In einigen Spielen findet dieser Kreislauf auch jetzt schon statt – mit dem Umweg über zwielichtige Goldseller. In der Regel ist das vom Betreiber des Spiels verboten und kann mit Bans bestraft werden.

Die drei Bedingungen, damit das System funktioniert

Damit das System funktioniert, müssen vor allem drei Sachen gewährleistet sein:

  1. Das Gold muss im Spiel relativ schwer zu bekommen sein. Es braucht also vernünftige Gold-Sinks, durch die Gold schnell genug wieder aus dem Spiel abfließt.
  2. Es muss Gegenstände geben, die gegen Gold gehandelt werden, und die so begehrenswert und selten sind, dass manche Spieler bereit sind, dafür zu zahlen. Entweder Status-Symbole oder mächtige Ausrüstung.
  3. Das System muss einfach zu benutzen sein, am besten anonymisiert.

Fangen wir mit dem leichtesten Punkt an, dem letzten. Das System ist leicht zu benutzen . Es gibt dafür extra einen NPC, der alles regelt, ohne dass sich wer als Goldkäufer oder Goldseller outen müsste. Der NPC zeigt sogar an, wie viele C.R.E.D.D.s gerade im Angebot sind und gibt damit einen Preisvergleich auf einen Blick.

C.R.E.D.D. WildStar NPC

Die begehrenswerten Gegenstände – soviel ist auch klar, wird es geben. Ob man sich das Leveln leichter macht, indem man seinen Char mit den besten Gegenständen aussttattet, die das üppige AH so hergibt oder ob man bei Architekten seltene, weil kostspielige Dekorationen für das Eigenheim über den Wolken kauft – mit Geld kann man in WildStar immer etwas anfangen. Schon beim Leveln fällt auf, dass man blaue Gegenstände für andere Klassen erhält oder Ausbaustufen für die Ressourcen-Plots im Housing oder seltene AMPs für andere Klassen, ganz zu schweigen von raren Rohstoffen für das komplexe Crafting-System. All diese Dinge tummeln sich bereits jetzt auf dem virtuellen Marktplatz.

Carbine hat jeden Bereich des Spiels wohldurchdacht: Das Handels-System ist hier keine Ausnahme, sondern eher ein Prunkstück. Kein Wunder, dass Carbine allein in Europa schon vier Server nachschießen musste – hier hat Carbine auch einen Markt-Fehler gemacht: Die Nachfrage unterschätzt.

Goldsinks sind im Spiel eingebaut. Housing ist besonders teuer (wie im richtigen Leben sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt). Auch für das Crafting fallen Kosten bei Zusatz-Mats an. Sogar für Items, die man sich mit Ruf freischaltet, muss man ordentlich in die Taschen greifen. Mounts, Rep-Gebühren. Skills – das volle Programm. Die Devs haben versichert, dass das ein wichtiger Aspekt im Spiel ist, auf den man verstärkt Wert legen wird (Zugegeben, das haben sie mit fast jedem Punkt gemacht … aber trotzdem!). Durch die Goldsinks scheint gewährleistet, dass Gold schwer zu bekommen ist .

Die Schwierigkeiten des Systems: Wirklich nur für Händler und Hardcore-Spieler?

Es sind also alle Rädchen am richtigen Platz, damit das Modell ein Erfolg wird. Heißt das nun: Frei zocken für jeden?

Um die Euphorie etwas zu bremsen: Die Erfahrung in Spielen wie World of Warcraft oder auch Eve zeigt, dass die Wirtschaft in einem MMO genauso krass ausgeprägt ist wie im richtigen Leben. Und da haben schon, wie man in den Zeitungen lesen kann, nur wenige Zehntausende einen Großteil des Weltvermögens unter ihrer Kontrolle.

Genauso läuft es auch in MMOs: Wenige Einzelpersonen kontrollieren in einem MMO für die „normalen“ Spieler geradezu unfassbare Goldsummen und dominieren den Markt. Das sind aber nicht, wie man erwarten würde, die „besten“ Spieler, die erfolgreichsten Raider oder die tollsten PvPler, sondern die ausdauerndsten Händler, die sich stundenlang mit dem Auktionshaus beschäftigen. Sie sehen ein MMO eher als eine Wirtschaftssimulation bestehend aus Excel-Tabellen und nicht als irgendwas mit Monstern oder Helden.

WildStar Handel

Diese Spieler werden letztlich die Preise der C.R.E.D.D.s auf jedem einzelnen Server bestimmen. Für Spieler, die sich von dem Auktionshaus fernhalten und sich nicht mit den Feinheiten des Handels-System beschäftigen wollen, werden die Preise für einen C.R.E.D.D. wahrscheinlich Mondpreise bleiben. Ihnen bleibt dann zu hoffen, mal „den großen Fang“ zu machen, einen wirklich seltenen Drop zu ergattern, den sie dann versilbern können.

Bereits in den ersten Tagen zeichnet sich ab, dass der Preis für C.R.E.D.D. hoch ausfallen wird. Für 30 Tage Spielzeit bekommt man auf Ikthia/Dominion nun schon 1 Platin. Eine Summe, die für die meisten „normalen“ Spieler, in weiter Ferne liegen wird.

Es wird spannend sein, zu verfolgen, wohin sich das System entwickelt, ob es Unterschiede zwischen den Servern gibt und ob sich der Preis bei einer bestimmten Summe einpendelt. Den Traum allerdings, WildStar umsonst zu zocken, werden die meisten begraben müssen.

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