WildStar kostenlos – Umsonst zocken, während andere zahlen?

Das SF-MMO WildStar downloaden und kostenlos zocken, dürfte der Traum vieler Spieler sein. Theoretisch ist das sogar möglich, doch wie realistisch sind die Aussichten?

Eine kalte Dusche vorneweg: Wenn man nicht gerade bei einem der zahlreichen Gewinnspiele, die im Moment laufen, einen CD-Key für WildStar oder eine Box schießt, wird man sich das Grundspiel in jedem Fall kaufen müssen. Aber das ist für die meisten „ehrlichen“ Zocker normalerweise auch kein Problem.

Monatliche Abo-Kosten hingegen sind ein leidiges Thema für viele Spieler, so auch bei Carbines MMORPG.

Denn WildStar ist eigentlich ein Pay-to-play-Spiel wie World of Warcraft und kein Free-to-play-Spiel wie etwa Tera oder Star Wars: The Old Republic. Doch gibt es in WildStar die Gelegenheit, sich um diese monatliche Gebühr zu drücken, indem man andere für sich zahlen lässt.

C.R.E.D.D. – Hardcore-Spieler zocken für lau, Goldseller sterben aus?

C.R.E.D.D. WildStar
C.R.E.D.D. (Codex für Recherche, Entwicklung, Demontage und Disposition).

Die Idee nennt sich C.R.E.D.D. – und stammt eigentlich aus dem Kult-MMO Eve Online. Spieler können sich bei Carbine für echtes Geld einen virtuellen Gegenstand kaufen, eben C.R.E.D.D. Das ist eine Lizenz, um WildStar für 30 Tage zu spielen. Dieser Gegenstand kann dann im Spiel gehandelt werden gegen virtuelles Geld.

Auf der einen Seite kann sich also ein im Spiel wohlhabender Zocker für Ingame-Geld Spielzeit kaufen. Während ein anderer, der im Spiel Geld braucht, diese Lizenz bei Carbine für Euros kauft, und dem Vielzocker dessen Spielzeit finanziert. Dafür erhält er im Tausch Ingame-Kohle, um sich ein seltenes Item oder ein schönes Teil für sein Raketenhaus zu kaufen.

In einigen Spielen findet dieser Kreislauf auch jetzt schon statt – mit dem Umweg über zwielichtige Goldseller. In der Regel ist das vom Betreiber des Spiels verboten und kann mit Bans bestraft werden.

Die drei Bedingungen, damit das System funktioniert

Damit das System funktioniert, müssen vor allem drei Sachen gewährleistet sein:

  1. Das Gold muss im Spiel relativ schwer zu bekommen sein. Es braucht also vernünftige Gold-Sinks, durch die Gold schnell genug wieder aus dem Spiel abfließt.
  2. Es muss Gegenstände geben, die gegen Gold gehandelt werden, und die so begehrenswert und selten sind, dass manche Spieler bereit sind, dafür zu zahlen. Entweder Status-Symbole oder mächtige Ausrüstung.
  3. Das System muss einfach zu benutzen sein, am besten anonymisiert.

Fangen wir mit dem leichtesten Punkt an, dem letzten. Das System ist leicht zu benutzen . Es gibt dafür extra einen NPC, der alles regelt, ohne dass sich wer als Goldkäufer oder Goldseller outen müsste. Der NPC zeigt sogar an, wie viele C.R.E.D.D.s gerade im Angebot sind und gibt damit einen Preisvergleich auf einen Blick.

C.R.E.D.D. WildStar NPC

Die begehrenswerten Gegenstände – soviel ist auch klar, wird es geben. Ob man sich das Leveln leichter macht, indem man seinen Char mit den besten Gegenständen aussttattet, die das üppige AH so hergibt oder ob man bei Architekten seltene, weil kostspielige Dekorationen für das Eigenheim über den Wolken kauft – mit Geld kann man in WildStar immer etwas anfangen. Schon beim Leveln fällt auf, dass man blaue Gegenstände für andere Klassen erhält oder Ausbaustufen für die Ressourcen-Plots im Housing oder seltene AMPs für andere Klassen, ganz zu schweigen von raren Rohstoffen für das komplexe Crafting-System. All diese Dinge tummeln sich bereits jetzt auf dem virtuellen Marktplatz.

Carbine hat jeden Bereich des Spiels wohldurchdacht: Das Handels-System ist hier keine Ausnahme, sondern eher ein Prunkstück. Kein Wunder, dass Carbine allein in Europa schon vier Server nachschießen musste – hier hat Carbine auch einen Markt-Fehler gemacht: Die Nachfrage unterschätzt.

Goldsinks sind im Spiel eingebaut. Housing ist besonders teuer (wie im richtigen Leben sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt). Auch für das Crafting fallen Kosten bei Zusatz-Mats an. Sogar für Items, die man sich mit Ruf freischaltet, muss man ordentlich in die Taschen greifen. Mounts, Rep-Gebühren. Skills – das volle Programm. Die Devs haben versichert, dass das ein wichtiger Aspekt im Spiel ist, auf den man verstärkt Wert legen wird (Zugegeben, das haben sie mit fast jedem Punkt gemacht … aber trotzdem!). Durch die Goldsinks scheint gewährleistet, dass Gold schwer zu bekommen ist .

Die Schwierigkeiten des Systems: Wirklich nur für Händler und Hardcore-Spieler?

Es sind also alle Rädchen am richtigen Platz, damit das Modell ein Erfolg wird. Heißt das nun: Frei zocken für jeden?

Um die Euphorie etwas zu bremsen: Die Erfahrung in Spielen wie World of Warcraft oder auch Eve zeigt, dass die Wirtschaft in einem MMO genauso krass ausgeprägt ist wie im richtigen Leben. Und da haben schon, wie man in den Zeitungen lesen kann, nur wenige Zehntausende einen Großteil des Weltvermögens unter ihrer Kontrolle.

Genauso läuft es auch in MMOs: Wenige Einzelpersonen kontrollieren in einem MMO für die „normalen“ Spieler geradezu unfassbare Goldsummen und dominieren den Markt. Das sind aber nicht, wie man erwarten würde, die „besten“ Spieler, die erfolgreichsten Raider oder die tollsten PvPler, sondern die ausdauerndsten Händler, die sich stundenlang mit dem Auktionshaus beschäftigen. Sie sehen ein MMO eher als eine Wirtschaftssimulation bestehend aus Excel-Tabellen und nicht als irgendwas mit Monstern oder Helden.

WildStar Handel

Diese Spieler werden letztlich die Preise der C.R.E.D.D.s auf jedem einzelnen Server bestimmen. Für Spieler, die sich von dem Auktionshaus fernhalten und sich nicht mit den Feinheiten des Handels-System beschäftigen wollen, werden die Preise für einen C.R.E.D.D. wahrscheinlich Mondpreise bleiben. Ihnen bleibt dann zu hoffen, mal „den großen Fang“ zu machen, einen wirklich seltenen Drop zu ergattern, den sie dann versilbern können.

Bereits in den ersten Tagen zeichnet sich ab, dass der Preis für C.R.E.D.D. hoch ausfallen wird. Für 30 Tage Spielzeit bekommt man auf Ikthia/Dominion nun schon 1 Platin. Eine Summe, die für die meisten „normalen“ Spieler, in weiter Ferne liegen wird.

Es wird spannend sein, zu verfolgen, wohin sich das System entwickelt, ob es Unterschiede zwischen den Servern gibt und ob sich der Preis bei einer bestimmten Summe einpendelt. Den Traum allerdings, WildStar umsonst zu zocken, werden die meisten begraben müssen.

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Coreleon

Zu den „Mondpreisen“ … ja die werden wohl anfangs sicherlich arg hoch sein … so hoch das keiner die CREDD abnehmen wird, dann gehen die Verkäufer mit dem Preis so lange runter bis sie ihre Items loswerden,dazu kommen natürlich noch andere Spieler die Ihre loswerden wollen und so die Items noch ein Tick billiger anbieten werden ect. ect. daher pendelt sich der Preis auf kurz oder Lang schon auf ein brauchbares Maß ein. Stellt ja auch bei EVE kein PLEX für total überzogenen Preis ein,weil es denn einfach keiner kaufen wird…wozu ? auch wenn man sichs leisten könnte kauf ich doch das Billigere! 😉
Die normalen Regeln des Marktes eben von Angebot und Nachfrage … =)

Die Goldseller bekommt man damit sicher nicht aus dem Game, allerdings würde ich mal schätzen das viele die sich sonst ihr Gold von denen gekauft hätten dann lieber sicher gehen und sich eher CREED statt Ebaygold kaufen.
Die frage ist da eher ob dies nicht zu einer inflation führt , allerdings ist dieses unsägliche ebaygold gekaufe auch ein Grund für die Inflation bei MMO’s und leider nicht tot zu bekommen.
Erfolgreich kann das CREED System sein aber Carbin muss auch sehr konsequent den Goldkäufern (!) an den Kragen, die Seller Accounts zu bannen ist da witzlos, die haben ohnehin genug und planen „ausfälle“ sicher mit ein.
Sicherlich bei den MMO Anbietern ein sehr unpopulärer Schritt die Spieler Zahlen selbst zu „torpedieren“ , kann mir jedenfalls keiner erzählen es wäre so schwer die Käufer zu indentifizieren , grade mit vollem Zugriff auf alle Spieler Daten.
Hier würde ich dazu tendieren die Käufer dran zu bekommen , erste mal ka 3/7 Tage Ban 2. mal 1Mon 3. Mal Bye Bye ,gleich die Permaban keule zu schwingen wäre evtl reichlich drastisch und Carbin will ja auch geldverdienen und das geht nur mit Zahlenden Acc. ,so täte es den Käufern aber schon weh und führt …konsequent durchgehalten….dazu das die Seller bald keine Abnehmer mehr finden, weil die Spieler keinen Ban riskieren wollen.

Ich denke das gleich der ein oder andere Leser schreibt…ja gibt doch Banwellen bei allen Games bla… öhm jaaaaaa ABER meist sind das SellerAccounts ,Bots, Cheater und andere der Kategorie , war in teils enorm Großen Gilden Offi und habe da kein einzigen in Errinerung in 10 Jahren MMO der wg Goldkauf mal iwas bekommen hätte. (Teleporthacker,Beleidigungen aller Coleur usw. klar ….oder als wir Azuregos nach Ogrimmar gepullt haben lul aber das war uns die 3 Tage wert 😛 ) Daher denke ich das viele Spielanbieter zwar wegen den Goldsellern angefressen sind und die auch bekämpfen aber das kaufen von Spielerseite dann einfach hinnehmen um sich die Spielerzahlen nicht zu versauen.

MfG

Fluffy

Der Artikel ist dann doch etwas übertrieben. 1 Platin ist alles andere als in weiter Ferne, mein Charakter ist jetzt gerade Level 38 und hat bereits über ein Platin – nur durch questen und Gegenstände an den Vendor verkaufen. Würde ich nicht nebenher noch craften wäre die Summe noch größer.

Gerd Schuhmann

Also 1 Platin war der Preis, als der Artikel erschien vor einer knappen Woche schon. Mittlerweile kriegt man für einen CREDD auf Ithakia/Dominion 3,5 Platin im Angebot. Und es beißt da keiner an.

Es geht bei der Passage nicht darum, einen festen Preis zu nennen, sondern die Summe in Relation zu setzen.
Anders gesagt: Am 3. Juni waren 1 Platin soviel wert wie heute ungefähr 3,5 Platin. Und in einem Monat werden das vielleicht 10, 15 oder 20 Platin sein.

Im Artikel behaupte ich, dass es ein Wert sein wird, der außerhalb der Reichweite „normaler“ Spieler liegt. Wenn du jetzt sagst, du bist Level 38 und hast ein Platin und könntest ein bisschen mehr haben, dann liegt der CREDD für dich wahrscheinlich außerhalb deiner Reichweite. Ich hab Level 39 und bisschen mit dem AH gespielt schon und steh so bei 2,5 Platin. Also auch für mich lägen die 3,5 Platin noch außerhalb der Reichweite (Die Montgomery-Burns-Protostar-Hoi-Hoi-Jungs schlagen ja nochmal eine Gebühr drauf).

Für andere Spieler sind die sicher schon „machbar“. Aber klar der konkrete Wert im Artikel „1 Platin“, den haben HEUTE, 5 Tage später, sicher viele. In einem Monat werden auch 20 Platin nicht mehr so viel sein wie heute. Die Frage ist dann: Wo steht der Preis für ein CREDD?

Fluffy

Ja, das ist schon klar. Ich fand nur die Formulierung etwas unglücklich. Da viele Dinge im Spiel mehr als 1 Platin kosten (z.B. Ausbauten fürs Haus), wollte ich nur darauf hinweisen, dass die Summe ansich nicht schwer zu erreichen ist.

Trotzdem muss momentan auch bedacht werden, dass es noch keine CREEDs
zu kaufen gibt (oder bin ich hier falsch informiert?). Deshalb ist klar, dass die Angebote momentan immer höher gehen. Wenn dann CREEDs verfügbar sind, werden die Preise im ersten Moment sicher fallen. Aber ich stimme dem Artikel natürlich zu, dass ein „Normalspieler“ nicht dauerhaft sein Abo über Ingame-Währung bezahlen kann.

Fluffy

Da war meine Prognose wohl falsch, CREED sind jetzt verfügbar und die Top Buy Order liegt momentan bei 3 Platin, die billigste Sell Order bei 6 Platin.
Da ein CREED 16,99 kostet ist darüber Platin zu kaufen momentan deutlich günstiger als bei den Chinafarmern. Mal sehen wie lange es so bleibt. Wäre schön wenn das System den Goldsellern wirklich das Leben schwerer machen würde 🙂
Wirklich interessant wird es nach Ablauf des Freimonats, wenn viele Spieler dann ihr Spielzeitkonto aufladen müssen.

Gerd Schuhmann

Auf Ithakia/Dominion ist es fast genauso. Sell bei 5, Buy bei 3,1 (von mir übrigens).
Die News zu dem Thema wird auch gleich on gehen.

Ich find das auch hochinteressant, wie sich das entwickeln wird. Handels-System in MMO’s ist eines meiner Lieblings-Themen. Die Sache ist halt: Wie wertvoll ist Gold? Wie hardcore sind die Spieler? Wie begehrt ist so eine Lizenz? Haben ja schon einige gesagt, dass Eve nochmal vom Umfeld viel krasser ist als die meisten anderen Spiele. Da haben viele mehrere Accounts und das Spiel hat einen wahnsinnig hohen Stellenwert für die, die es zocken, usw.

Mal gucken, wie es bei WildStar. Was ich denke, hab ich im Artikel geschrieben. Ich denke es wird auf absehbare Zeit um Summen gehen, die außerhalb dessen ist, was ein Spieler, der kein Händler ist, so hinlegen kann. Aber das ist nur mein Gefühl, ich irr mich da gern.

Gerd Schuhmann

Ah Korrektur, ich hab’s schon gekauft. Und werd jetzt diabolisch, wie ich bin, versuchen den gekauften CREDD für das doppelte zu verkaufen.

Rob

Ich finde das System super. Ich habe jahrelang Eve gespielt und PLEXe kaufen ist und war ganz normal. Leute, die jeden Cent umdrehen müssen aber viel Zeit haben, können so mit Spielwährung zahlen. Andere mit weniger Zeit finden Gold farmen superlästig und wollen einfach nur bestimmte Aspekte genießen. Bei Eve trifft das häufig auf die PVPler zu (wers nicht weiß: Man verliert Schiff und Ausrüstung, wenn man abgeschossen wurde). Je nachdem, in welchem Verhältnis diese Gruppen stehen, bildet sich ein Preis. Ich finde, es ist ein Gewinn für beide Seiten. Die Firma hat jetzt nicht direkt Mehreinnahmen, da ja nur ein Spieler für einen anderen Spieler bezahlt. Könnte nur sein, dass so mehr Leute spielen, da es dem individuellen Spielstil entgegen kommt. Als pay-to-win empfinde ich es nicht, da ja jeder das auch ganz gut erspielen kann. Was interessiert es mich, dass mein Raidnachbar 5h weniger die Woche farmt, weil er mehr Geld bezahlt… Bei Eve jedenfalls ist es kein Thema. Und wenn man wirklich die ganzen seltenen Items aus dem AH kauft, dann kostet das wahrscheinlich hunderte von Euro. Das macht dann auch nur ganz selten einer.
Ich bin gespannt, wie das bei Wildstar läuft, denn ein Unterschied gibt es: In Eve hat fast jeder ernsthafte Spieler 2 oder mehr Accounts. Da kauft man doch wesentlich öfter Spielzeit mit Ingame Währung…

Oldschoola

Ok ich kann bei Eve nicht mitreden, habs nie gespielt.
Aber es ist auf jeden Fall kein typisches MMO, da läuft schon einiges anders.

Es ist auf jeden Fall ein Mehrgewinn, da es genügend Leute gibt, die – wenn es das CREDD nicht gäbe – eben auch kein Abo machen würden. Jeder der nicht jeden Cent umdrehen muss, der zahlt sein Abo mit € und nimmt das Gold um Ingame Fun zu haben.

Und es gibt genug Leute die SEHR VIEL Geld ausgeben für Items und Gold, lass dich da mal nicht täuschen.

Oldschoola

1. Das ist bei RIFT schon seit Item-Shop Einführung möglich sich mit Ingame-Währung Shop-Gegenstände und Premium Abo zu kaufen. Also die haben da keineswegs was neues erfunden! Das – finde ich- sollte schon erwähnt werden.

2. Finde ich das Ganze schon sehr grenzwertig in Bezug auf Pay2Win. Bei einem F2P titel schwingt ja immer ein wenig Pay2Win mit – klar, aber bei einem Pay2Play Titel erwarte ich, dass es keinerlei Vorteile bringt zusätzlich Geld zu investieren.

3. Wie auch in RIFT wird man auch hier günstiger fahren, wenn man bei Goldsellern kauft, als direkt beim Unternehmen. Die Goldseller werden einfach immer die besten Preise haben, denn das was ein CREDD kostet (in Euro) wird er immer kosten, aber die Goldseller werden immer günstiger. Bsp. Rift: Als ich noch spielte, war es fast um die Hälfte günstiger sich für Echtgeld Gold beim Chinafarmer zu kaufen (und dann damit den Shop-Gegenstand im AH kaufen) als den Shop-Gegenstand direkt im Item-Shop zu kaufen.

Worauf ich hinaus will:
Das Argument, dass man damit nur den Goldsellern den Wind aus den Segeln nehmen will ist einfach nur eine Ausrede. Richtig wäre, dass die Ihren Gewinn maximieren wollen und auf die Leute bauen, die bereit sind zusätzlich zum Abo Geld investieren zu wollen. (um sich dann „legal“ einen finanziellen Vorteil zu verschaffen)

Protostar

1. Er bezieht sich in dem Artikel auf Pay-to-Play Games. Dass was du beschreibst, hatten viele F2P Spiele auch schon vor Rift.

Ich denke schon, dass es einen Einfluss auf die Goldseller hat, wenngleich man sie nicht ganz eliminieren kann. Bei Spielen, die sowas anbieten, habe ich das Gefühl, dass sie nicht ganz so massenhaft vorhanden sind. Ich stimme dir allerdings zu, dass das Unternehmen auch selbst Profit daraus schlagen möchte.

Pain

EVE Online hatte das als erstes P2P Game und die Wirtschaft funktioniert dort immer noch gut, selbst nach einigen Jahren.

Gerd Schuhmann

Jau, steht ja auch so im Artikel. Eve Online ist vom Wirtschaftssystem her, sicher das interessanteste MMO überhaupt am Markt. Da tut jedes Game gut daran, sich ein bisschen was von abzugucken.

Oldschoola

Das wird die Seller am Anfang reinbremsen aber allerspätestens nach 1/2 Jahr können die mit Ihren Preisen gut mithalten.
Das Gefühl habe ich nicht, das die Seller in „solchen“ Games weniger aktiv sind….

Gerd Schuhmann

Zitat:
„1. Das ist bei RIFT schon seit Item-Shop Einführung möglich sich mit Ingame-Währung Shop-Gegenstände und Premium Abo zu kaufen. Also die haben da keineswegs was neues erfunden! Das – finde ich- sollte schon erwähnt werden.“
—-
Ich kenn die Idee aus Eve Online mit Plexx. Das wurde – laut Wiki – im November 2008 eingeführt. Rift kam erst März 2011 auf den Markt (ebenfalls laut Wiki).

Also davon, dass das System neu ist, ist keine Rede – im Artikel steht ja auch, dass die Idee aus Eve Online stammt. Wenn auch Eve Online sie dann irgendwo her hat – kann gut sein, die Idee liegt ja relativ nahe.

Der Pay-to-win-Aspekt – die einzige Möglichkeit, wie man den aus dem Spiel nehmen könnte, wäre das Handels-System auf Null zu fahren. Die Vorschläge hab ich von Fans gelesen, als das bei TESO mit dem Gold-Exploit schief ging. Da meinten manche: Einfach alles Bind on Pickup, nichts handelbar, Gold kann auch nicht verschickt werden. Fertig.

Das schafft „Pay-to-win“ ab und jeden Handel innerhalb eines Spiels. Alles andere ist, meiner Ansicht nach, illusorisch. Man kann das von außen immer verteufeln und darauf hinabgucken und so tun, als gäb es das nicht. Aber der Goldseller-Markt ist bei modernen MMO’s riesig. Das ist ein riesen Geschäft, da geht’s um richtig Kohle. Irgendwo muss das ja herkommen. Die meisten würden nie zugeben, dass sie Gold kaufen oder was da passiert – aber herrje.

Und eine Entwicklungsfirma, die sagt: Es gibt sowas, wir versuchen denen das Wasser abzugraben, ist mir wesentlich sympathischer als die „Nichts sehen, nichts hören“-Nummer, die viele anderen fahren.


Goldseller sind auch für Blogs und Internet-Magazine usw. ein heikles Thema – und damit auch für uns, weil das Thema viele Fans aufregt, aber weil es für die Seiten eine mögliche Einnahmequelle ist. Das ist ungefähr so, wie wenn Schalke mit Gasprom aufläuft.

Neulich gab’s bei TESO einen Sturm im Wasserglas, weil sie im offiziellen Newsletter eine Seite verlinkt haben, die mit einem Goldseller zusammenarbeitet – da haben sich einige Fans darüber aufgeregt, der Community Manager hat sofort eingelenkt und die Seite aus der Rundschau verbannt. Dass renommierte Online-Magazine dasselbe seit Monaten oder Jahren machen – interessiert keinen.
Das ist z.B. was, das mich schon seit längerem beschäftigt, dass sogenannte Fan-Seiten von Unternehmen oder Verlagen hochgezogen werden und die wie eine kommerzielle Seite operieren, während man nach außen so tut, als wär das 100% ein Hobbyprojekt und Fan-basiert und völlig ohne Hintergedanken. Aber gut – das ist halt so. Das muss man ja nicht gut finden.

Das Fass mit dem „Pay to win“ – das ist ein eigener Artikel. Da hängt richtig viel dran. Grad im sogenannten Free-to-play-Bereich.

Es ist letztlich bei fast jedem Artikel, den man schreibt so: Es hängt alles mit allem irgendwie zusammen und man nimmt sich dann ein Stück und beschreibt das genauer oder versucht das genauer zu beschreiben. Dass Carbine ein Interesse an dem System hat, wie es sich auf Goldseller auswirkt, wie sich das wieder auf eine andere Industrie auswirkt – wär alles Stoff für weitere Artikel.

Hier sollte es nur um den „normalen“ Spieler gehen: Kann ich umsonst WildStar zocken mit dem CREDD-System?

Pain

Bei Rift kam das erst letztes Jahr mit der F2P Einführung, so am Rande.

Gerd Schuhmann

Sieht man halt auch, wie „weit draußen“ Eve Online für die meisten ist. Spricht eine ganz andere Zielgruppe auch an.

Oldschoola

Das muss ich irgendwie überlesen haben mit Eve im Artikel, doch zu sehr überflogen 😉

Gerd Schuhmann

Was?! Meine Artikel werden nur überflogen!
Ich hab auch Gefühle!

😀

Oldschoola

😛
Wildstar ist nicht so meine Welt….bei Games die mich interessieren lese ich natürlich ganz genau. 🙂

Oldschoola

Das Ganze kann aber auch den Goldhandel erst richtig antreiben! Also quasi genau ins Gegenteil umschwenken, denn wenn man plötzlich ein Abo (wie in meinem Bsp. oben) für 5€ kriegt vom Chinafarmer (indem man bei Goldsellern kauft und von dem Geld dann im AH) oder für 10€ vom eigentlichen Unternehmen, wird es wohl einige geben, die dann mal zugreifen.

Ist zwar eigentlich unlogisch, aber ich habe es selbst gesehen, es gibt immer Leute die – entweder Angst haben gebannt zu werden oder – nichts vom Goldhandel wissen und dann die (eigentlich) überteuerten Shop-Produkte kaufen und dann im Vergleich zum Gold-Wert viel zu günstig verkaufen.

Also ich bleibe dabei, das ist für mich nur eine Ausrede mit dem Anti-Goldseller-Kampf. Geldmache vom Feinsten! Und jetzt stürzt euch auf mich Fanboys! 😛

Gerd Schuhmann

Dass jeder Geld verdienen will, steht außer Frage. Das sollte man auch keinem zum Vorwurf machen. Es sollte nur fair zugehen.

Das System, was man hier bei WildStar ausprobiert, ist bei Eve schon ausgiebig getestet worden. Während eine andere Variante – mit einem Echtgeld-Auktionshaus bei Diablo 3, das wissen ja die meisten, überhaupt nicht funktioniert hat. Nun sind Eve Online, WildStar und Diablo 3 aber auch ganz andere Spiele und werten Items und Craft-Materialien usw. anders. Vielleicht kann ein Sammel&Jäger-Spiel wie Diablo 3 überhaupt kein Handels-System vertragen. Bei einem Spiel wie Eve Online kann es hingegen gar nicht komplex genug sein – das ist ja im Nebenberuf ohnehin noch ein Strategie- und Politiksimulator.

Es schwer zu sagen, ob ein Handels-System zu einem bestimmten Spiel-System passt oder nicht. Bei WildStar wird es z.B. darum gehen, ob man sich gutes Gear für Gold kaufen kann – ob Raidgilden Spots und damit Items verticken, ob es gutes Craft-Gear gibt usw.

Aber das grundsätzliche Problem mit „Pay-to-win“ hast du in jedem MMO. Das hast du bei WoW genauso. Da bieten Raidgilden Spots an für Ingame-Gold, das man sich dann beim Chinamann kaufen kann.

Ich glaub vor Fanboys musst du nicht so Angst haben hier. Die sind in der Regel auf anderen Seiten unterwegs.

Gorden858

Ich bin immer noh der Meinung, dass das Auktionshaus in D3 nicht der Kern des Problems war und jetzt mit den anderen Änderungen aus Loot 2.0 und dem Adddon (Trennung von Storyfortschritt, Monsterlevel und Schwierigkeitsgrad) tatsächlich so funktionieren würde, wie sie sich das ursprünglich vorgestellt haben.

Das Problem war IMHO nicht, dass man im AH kaufen KONNTE, sondern weil man dort wo man mit seinem Lvl gerade am spielen war keine anständige Ausrüstung gefunden hat (Fast nur weißer Müll und 5 Lvl unter dem eigenen), sodass man im AH kaufen MUSSTE um voranzukommen.

Naja und es war halt super langweilig ewig im gleichen Gebiet zu grinden bis man weiter konnte und sich in 99% der Aufgaben nur bis zu einem bestimmten Ort durchzukämpfen…

Oldschoola

Ja du hast schon Recht.
Mir ist das auch klar, dass das Pay2Win Problem immer aktuell ist wegen den Goldsellern, aber trotzdem muss man nicht alles gutheißen nur weil das Problem ohnehin vorhanden ist.
Und man muss auch sagen, dass es viele ehrliche Spieler gibt, die vor Goldsellern zurückschrecken. Dieses Klientel kann dann offiziell beim Hersteller „Gold“ kaufen. Die, die bei Chinafarmern kaufen werden das auch weiterhin tun, da die einfach günstiger sind.

Gerade bei einem so Item- und PvP-lastigem Game finde ich es einfach nicht ok. Zu Deinem ersten Satz: Es ist nicht fair, wenn man gute Items (die auch im PvP was taugen) im AH bekommt.

A: „Was machen wir gegen die Goldseller in unserem neuen MMO?“
B: „Keine Ahnung, alles zu aufwendig und zu teuer.“
A: „Dann lasst uns doch das Gold gleich selbst verkaufen!“
B: „Nein, da machen die Spieler nicht mit, die machen uns die Hölle heiß.“
A: „Dann müssen wir es nur clever verpacken! Wir verkaufen einen Gegenstand den jeder haben will, der aber keinerlei Schlussfolgerung auf Pay2Win zulässt und diesen machen wir handelbar!“
B: „Genial!“

Gerd Schuhmann

Wenn’s darum gegangen wäre, hätten sie doch einfach einen Automat hinstellen können, der Gold ausspuckt. Steck 20 Euro rein und kriegst 200 Gold raus., Das wär doch viel einfacher gewesen.

Durch das Plex-System bei Eve oder hier das CREDD wird ja nicht von Seiten der Entwickler Ingame-Währung in das Spiel geschleust – so wie das in einigen Free2Play oder Buy2Play-Spielen ist. Hier findet keine Wertschöpfung statt. Das ist schon was anderes als bei einem Cash-Shop.

Carbine verkauft kein Gold. Sie machen nur Spielzeit ingame handelbar. Da finde ich Blizzards Nummer mit den kaufbaren 90ern viel heftiger: Da führt man einen neuen Service ein und klebt ein Preisschild drauf.

Und übrigens: Blizzard hat genau dasselbe vor einigen Jahren gemacht mit dem „geflügelten Wächter“, das war oder das ist noch ein Haustier, das man für Euros bei Blizzard kaufen und es dann ingame verkaufen kann. Das ist dasselbe Prinzip. Ich würd mich nicht wundern, wenn es in WoW bald auch eine Version des CREDD-Systems gäbe.

Oldschoola

Ich bin hier auch der Letzte, der WoW in Schutz nehmen will. 😛

Mit dem Automat würde das eben nicht funktionieren, weil alle schreien würden das das nicht geht und Pay2Win, blablabla. Da wäre der Shitstorm zu groß, ansonsten würde das längst JEDER MMO-Anbieter so machen…

Das stimmt, es wird nicht mehr Gold ins Spiel geschleust und das was WoW macht finde ich auch 100 mal schlimmer. Aber ein Goldseller schleust auch kein Gold aus dem Nichts ins Spiel.

„Sie machen nur Spielzeit ingame handelbar.“
Wenn es NUR so wäre, dann könnte auch gleich ein NPC das CREDD gegen Ingame-Gold verkaufen. 😛

Gerd Schuhmann

Das wäre in der Tat ein Spitzen-Goldsink. 🙂

Ich mein halt: Wir alle müssen ja irgendwie Geld verdienen, das kann man auch einem Game-Designer nicht vorwerfen. Und solange alles da mit rechten Dingen zugeht und fair bleibt – ist echt nix dagegen zu sagen.

Und das System hier von Carbine/Eve find ich einen sehr fairen Kompromiss. Sicher es ist eine Spur Pay-to-win, aber besser als der unmoderierte status quo – und man zieht etwas aus der Illegalität ins Game rein. Kreative Lösung, find ich.

Oldschoola

Ja dann lassen wir das mal so stehen. Guter Abschluss. Es war mir mal wieder eine Freude mit Ihnen zu diskutieren Herr Schuhmann! 😉

Gorden858

Naja, mehr verdienen können sie dadurch ja tatsächlich gar nicht, da jedesmal, wenn jemand einen zusätzlichen Monat kauft, den er gar nicht selbst nutzen, sondern für Ingame-Gold verkaufen möchte, am anderen Ende jemand einen Monat weniger abonniert.

Oldschoola

Das ist so nicht ganz richtig. Man kann ja nicht zwangsläufig davon ausgehen, das jeder, der für Ingame-Gold ein Abo kauft, dieses auch für Echtgeld gekauft hätte!

Andreas Sanchez

Find ich total cool das System

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