WildStar: Das F2P-Review – besser oder schlechter als zuvor?

Ab jetzt ist Carbines Spiel Free2Play: Wir prüfen WildStar: Reloaded im ausführlichen Test.

Ein Jahr später – reif oder vergammelt?

Etwas länger als ein Jahr ist es nun her, dass wir das SciFi-MMORPG WildStar einem umfangreichen Test unterzogen haben. Die Umstellung auf ein Free2Play-Model haben wir zum Anlass genommen, das Spiel erneut unter die Lupe zu nehmen. Da die grundsätzlichen Aussagen des ersten Tests noch immer gelten, kann ich Euch diesen nur an Herz und Auge legen, denn auf viele der dort genannten Punkte nehme ich Bezug.

Wir rücken vor allem folgende Fragen in den Fokus: Was hat sich grundlegend geändert? Lohnt sich das Spiel für Neueinsteiger und Rückkehrer gleichermaßen? Was funktioniert besser als damals – und was vielleicht schlechter?

Der erste Login nach langer, langer Zeit

Der Postkasten wartet mit vielen Briefen - so ziemlich alle Gegenstände wurden eingetauscht.

Der Postkasten wartet mit vielen Briefen – so ziemlich alle Gegenstände wurden eingetauscht.

Seit meinem letzten Login in WildStar sind viele Monate vergangen. Doch findet man sich auch als Veteran der ersten Stunde noch im Spiel zurecht? Die klare Antwort: Jain. Während sich am grundlegenden Spielgefühl wenig geändert hat, gibt es doch viele Elemente im Spiel, die Wiedereinsteiger erst einmal erschlagen könnten. Die neuen Zonen und NPCs für verschiedene Aktivitäten sind so zahlreich, dass man eine geschlagene Stunde braucht, um überhaupt herauszufinden, was in der Hauptstadt nun wo geschieht.

Zwei weitere Stunden benötigte ich, um das neue Runensystem zu durchblicken und meine Ausrüstung wieder auf ein halbwegs taugliches Niveau zu bringen. In den Briefkasten sollten Rückkehrer ebenfalls nicht schauen, denn der ist gnadenlos überladen mit ausgetauschten Gegenständen, Runen und so ziemlich jedem Handwerksmaterial, dass man in der Vergangenheit auch nur einmal aus Versehen angeschaut hat.

Das Interface – Noch mehr Menüs

Ein Menü für die Untermenüs - die jeweils nochmal ca. 3-4 Untermenüs haben.

Ein Menü für die Untermenüs – die jeweils nochmal ca. 3-4 Untermenüs haben.

Das Interface von WildStar war schon damals ein Kritikpunkt: Zu unübersichtlich waren die zahlreichen Menüs und zu viele Fehlermeldungen sorgen dafür, dass die Benutzeroberfläche in regelmäßigen Abständen neu geladen werden musste. Hat sich das geändert? Leider nein.

Noch immer gibt es einen Button, über den man die schier endlosen Menüpunkte aufrufen kann, doch abgespeckt wurde hier nichts. Im Gegenteil: Neue Punkte wie der Holo-Kleiderschrank, die Protostar-Verträge oder der Inhaltsfinder sorgen für noch mehr Elemente, die man entweder mit Tastaturkürzeln belegen oder jedes Mal einzeln aus der Liste heraussuchen muss. Und auch die Interface-Fehler wurden nicht behoben oder durch neue ersetzt.

Es ist kein Spieltag vergangen, in dem nicht einige Interface-Fehler mein virtuelles Ableben verursacht hätten. Nicht alle Fehler sind gravierend und zum Beispiel eine plötzlich verschwindende Minimap ist nicht dramatisch. Wenn aber im PvP völlig unerwartet der Tooltip eines Gegenstandes auf dem Bildschirm auftaucht, sich mit der Maus mitbewegt und mich daran hindert, andere Dinge in der Umgebung anzuklicken, dann ist das einfach nur ärgerlich.

Füll die Balken! Welche? Egal!

Wer gar nicht genug von sich langsam füllenden Balken bekommen kann, die den Fortschritt irgendeiner Aktion anzeigen, der kann sich freuen: WildStar strotzt nur so vor verschiedenen Erfahrungs- und Punkteleisten, die es zu füllen gilt. Das fängt beim Level und Pfad an, hört aber da noch lange nicht auf: Auf Stufe 50 können spezielle Verträge angenommen werden, die den Spieler nach Abschluss mit Punkten belohnen.

Das Füllen von Fortschrittsbalken ist zwar keine neue Erfindung, motiviert aber noch immer.

Das Füllen von Fortschrittsbalken ist zwar keine neue Erfindung, motiviert aber noch immer.

Sobald eine bestimmte Anzahl an Punkten erreicht ist, winkt eine besondere Belohnung, wie etwa Ausrüstung, Runenteile oder seltene Housing-Objekte. Ist der Balken ganz gefüllt, wartet sogar ein stolzes Sümmchen Platin und einige der besten Belohnungen, die es Spiel gibt – bevor das Ganze von vorne beginnt. Diese Verträge sind vielfältig und kommen in zwei Kategorien mit jeweils unterschiedlichen Belohnungen: PvP und PvE.

Und dann gibt es da auch noch die Herausforderungen oder besser bekannt als die Challenges, auf die ich auf der nächsten Seite zu sprechen komme …

Fazit & Bewertung
Autor(in)
In einem Jahr hat sich WildStar massiv verändert. Vieles wurde vereinfacht und nun einer größeren Masse zugänglich, während gleichzeitig Anreize geschaffen wurden (in Form von verfluchten Balken), immer weiter irgendetwas zu tun. Die Belohnungen im Spiel sind verständlicher und durchdachter, alles fühlt sich nun wirklich nach einem kleinen Fortschritt an. Veteranen könnten sich ein wenig abgeschreckt fühlen, denn viele der einstmals schwierigen Inhalte sind nun deutlich einfacher zu bewältigen, wobei es aber auch einige Ausnahmen gibt.

WildStar hat alles getan, um einer breiteren Masse zugänglich zu werden und für viele Stunden Spaß zu Sorgen. Die umjubelten Systeme, wie etwa das Housing, wurden weiter perfektioniert, wohingegen die elitären "Hardcore"-Elemente verschwunden sind. Vor allem das schnelle, spannende Kampfsystem punktet sowohl im PvP als auch im PvE nach wie vor und verlangt dauerhafte Aufmerksamkeit.

Doch nicht alles ist perfekt: Kontroverse Elemente, wie etwa die Challenges hat man so weit beschnitten, dass sie nur noch ein Schatten ihrer selbst sind und keinerlei Nutzen mehr erfüllen.

Zusammengefasst ist WildStar nun ein deutlich runderes Spiel, das eine breitere Masse deutlich länger bei Laune halten wird und vor allem ein faires Free2Play bietet - Veteranen könnten aber bemängeln, dass der Reiz dessen verloren gegangen ist, was das Spiel einstmals ausmachte: Komplexität.
Pro
  • Faires Free2Play-Modell
  • Fehlerfreier als beim ersten Release
  • Mehr Solo-Inhalte
  • Zugänglicher
  • Housing noch besser
Contra
  • Rückkehrer werden mit Items überladen
  • Wirres Menü-System
  • Challenges haben Reiz verloren
  • An einigen Stellen zu einfach geworden

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