Wenn ihr künftig einen Gaming-PC bauen wollt, werdet ihr nicht nur für die GPU tief in die Tasche greifen müssen

Titelbild Arbeitsspeicher Unsplash

Wer sich in Zukunft einen neuen Gaming-PC zusammenstellen will, muss wohl nicht nur bei der Grafikkarte mit hohen Preisen rechnen. Lenovo warnt: die Zeiten mit günstigen RAM- und Speicherpreisen könnten für immer vorbei sein.

Warum könnte der nächste Gaming-PC teurer werden? Wer einen Gaming-PC baut, schaut beim Preis meistens zuerst auf die Grafikkarte. Doch laut Lenovo könnten künftig auch RAM und SSDs noch deutlicher ins Budget schlagen, als bisher schon.

Auf der ISC 2026 erklärte Lenovo laut ComputerBase, dass es bei DRAM-Preisen „nie mehr wie letztes Jahr“ werde. Ganz wörtlich bis in alle Ewigkeit war das offenbar nicht gemeint: Die Aussage sei überspitzt und mit einem Lachen gefallen. Gemeint ist aber klar, dass die niedrigen Preise aus 2024 und Anfang 2025 wohl für längere Zeit nicht zurückkommen.

Warum die Preise sind, wie sind, erklären wir kurz und knapp hier im Video:

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Warum ist RAM so teuer? Die aktuelle Situation in 2 Minuten erklärt

Dein ChatBot braucht Kapazität

Was steckt hinter den hohen Preisen? Der wichtigste Grund ist die massive Nachfrage nach Speicher für KI-Systeme. Rechenzentren brauchen große Mengen schnellen Speichers für KI-Beschleuniger. Dabei soll manch ein Rechenzentrum so viel Energie wie ein ganzer US-Bundesstaat verbrauchen.

Zwar sollen laut Lenovo neue Produktionskapazitäten entstehen, spürbar wohl ab etwa 2028. Das Tech-Unternehmen geht aber davon aus, dass die zusätzliche Produktion direkt wieder von der wachsenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur aufgesogen wird. Tom’s Hardware fasst die Botschaft so zusammen: Die wirtschaftlichen Bedingungen im Speichermarkt haben sich grundlegend verändert.

Also nun alles kaufen, was da ist? Lenovo betont, dass beim Kauf von Systemen die Speicherkapazität künftig deutlich stärker mitgedacht werden muss, um das sogenannte RAMageddon zu überstehen. Auf allen Ebenen.

Während Serverhersteller bis vor kurzem noch gerne mit den maximal möglichen Speicherausbaustufen warben, die von den jeweiligen Plattformherstellern vorgegeben sind, lässt sich eine Vollbestückung in vielen Fällen mittlerweile kaum noch wirtschaftlich realisieren. (via ComputerBase)

Und Lenovo ist nicht allein mit der Einschätzung eines langanhaltenden Speicherengpasses: Micron (US-amerikanischer Hersteller von Speicherelementen) rechnet mit einem angespannten Angebot mindestens bis 2027, SK hynix (südkoreanischer Halbleiterhersteller) sogar bis etwa 2030 – getrieben vom anhaltenden KI-Bedarf.

Selbst Apple soll deshalb bei der US-Regierung um Erlaubnis gebeten haben, DRAM vom auf der Pentagon-Liste stehenden chinesischen Hersteller CXMT zu beziehen (via Tom’s Hardware).

Auf welche Hardware-Komponente achtet ihr aktuell beim Preis am meisten: GPU, CPU, RAM, SSD oder etwas ganz anderes? Und welches Teil fehlt euch gerade noch für euren nächsten Gaming-PC? Schreibt es uns in die Kommentare.

Lenovos überspitzte Prognose zeigt im Vergleich zu den anderen Big-Playern im Geschäft eine recht deutliche Tendenz. Der eigene PC-Bau könnte in den nächsten Jahren an mehr Stellen teuer werden als nur bei der Grafikkarte. Für über 1000 Euro bekommt man ein anderes Fertigmodell, die Steam Machine. Ein Sparfuchs zeigt, wie er mit einer günstigen Alternative auf die Steam Machine verzichten kann.

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