Wenn China-MMORPGs in den Westen wollen, braucht es viel mehr als nur eine Übersetzung

Analyst Mantin Lu beschäftigt sich damit, was chinesische MMORPGs oder andere Spiele leisten müssen, um im Westen erfolgreich zu sein.

Auf Gamastura ist ein interessanter Artikel von Mantin Lu erschienen. Der gehört zum US-Ableger des chinesischen Publishers Seasun und plaudert aus dem Nähkästchen. Er versucht in dem Artikel zu erklären, warum so wenige MMORPGs aus China im Westen erfolgreich sind, obwohl der chinesische Markt selbst floriert. Denn auch wenn die Spiele in China einen Haufen Umsatz machen, habe er noch keins gesehen, das auch im Westen so erfolgreich ist.

Lokalisierung ist viel mehr als nur eine Übersetzung

Früher hätten die Leute geglaubt: Wenn man ein Spiel von einem Markt in einen anderen bringen wolle, dann brauche man lediglich eine Übersetzung. Heute sei man viel weiter: Es braucht eine Lokalisierung. Da geht es auch um Art-Style, Game-Design und die Monetarisierung.

Im Vergleich China zum Westen sei der Art-Style ein ganz anderer. Die Charaktere hätten andere Proportionen, Gesichtsformen und mit Farben werde ganz anders umgegangen. Auch das User-Interface sei ein anderes. In China seien die Spieler komplizierte und vollgepackte Interfaces gewöhnt – im Westen stünden die Spieler auf einen möglichst schlanken Look.

Wenn chinesische Spiele ihren Art Style unverändert in den Westen bringen, entstünde ihnen daraus ein Nachteil, glaubt Lu.

Monster Hunter Online Title
Monster Hunter Online – auf diesen Port warten im Westen wohl einige.

Auch der Hintergrund von Spielen sei oft schwierig. In China verwende man häufig die „Romance of the Three Kingdoms“-Saga. Die sei im Westen überhaupt nicht bekannt, da verwende man besser das Europäische Mittelalter als Äquivalent.

Chinesische Spieler prügeln sich außerdem deutlich schneller durch Content als das Publikum im Westen. Die bevorzugen ein schnelleres Game-Pacing. Das dann im Westen anzupassen und zu verlangsamen, erfordert ausdifferenzierte und genaue Änderungen an den Spielmechaniken, bei Skills, Attributen und Belohnungen. Da sei es oft leichter, ein komplett neues Spiel zu entwerfen als ein bestehendes und wunderbar funktionierendes Game anzupassen.

Für chinesische Spieler ist es okay, dafür zu bezahlen, ein schweres Level zu überspringen

In China funktioniere außerdem die Monetarisierung durch ein Free2Play-Modell viel besser als im Westen. Chinesische Spieler seien daran gewohnt und hätten auch eine hohe Toleranz für Pay2Win, obwohl Lu das kritisch anspricht. Im Gegensatz zu westlichen Spielern hätten chinesische kein Problem damit, dafür zu bezahlen, einen Boss zu besiegen oder ein schwieriges Level zu überspringen.

Romance-of-the-three-Kingodms
Das Personal von Romance of the three Kingdoms – Kennt in China jeder, im Westen kaum jemand.

Generell sei es auch schwierig, die chinesischen Designer von der Notwendigkeit zu überzeugen, ihr Spiel in den Westen zu bringen. Die hätten da Spiele, die Millionen um Millionen einspielen – und dann für einen kleineren Markt umzudenken, falle ihnen schwer. Da sei die Mentalität eher: Noch mehr Geld im chinesischen Markt zu verdienen als sich auf ein unsicheres Abenteuer im Westen einzulassen.

Trotz all der Schwierigkeiten hält es Lu für wichtig, dass chinesische Publisher ihren Weg in den Westen gehen. Gerade der Mobile-Bereich sei in China so umkämpft, dass zusätzliche Einnahmen aus dem Westen willkommen seien. Lu favorisiert aber, wie man herauslesen kann, eher die Idee, dass chinesische Studios spezielle Spiele für den Westen designen, auch mit Hilfe von westlichen Mitarbeitern oder einem Partner-Studio, anstatt etablierte Spieler rüberzuziehen.

Quelle(n): gamasutra, MO
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Michal Wiewior

Vielleicht sollte man es unterscheiden und 2 Ligas schaffen – eine für die, die zahlen und andere für die, die leider es sich nicht leisten können.

slavis-uebersetzungen.de

VoidX86

Dann wäre aber F2P aber so oder so IMMER das schlechteste Model was man sich aussuchen kann.
Und da brauch auch keiner kommen es gibt auch faire Modelle, Bullshit.
Das fairste Modell für ein MMO ist und bleibt Abo. Lieber im Monat meine 13Euro und dafür vollen Spielspaß ohne irgend nen Cashshop. Als an so einen gebunden zu sein.
Aber viele verstehen es nicht oder können nicht so weit denken.
In F2P Games haben viele doch gar keinen überblick über das was sie da rein hauen, da sind 60 – 70 Euro mal schnell weg. Und wieviel Monate wären das mit Abo? Locker 5 Monate ohne irgendwelche Beschränkungen.
Daher verstehe ich einfach nicht warum die Masse so auf F2P abgeht.
Die Relation der Preis + Leistung im Vergleich zum Abo ist erschreckend.
Ich hoffe nach wie vor das es mal wieder ein MMO geben wird was auf Abo setzt, Chamelot Unchained geht da schon den richtigen Weg, nur leider bin ich PvE Spieler.
Daher wird meine letzte große Hoffnung Pantheon Rise of the Fallen.

Gerd Schuhmann

Es gibt ja gar nicht mehr so viele Spiele, die so ein klares Abo-Modell anbieten. Gerade bei MMORPGs aus der 2. Reihe ist alles Free2Play.

Ich weiß noch, dass sich viele gewünscht hätten, ArcheAge hätte so ein “Ihr zahlt 13 Euro im Monat und dann ist auch gut”-Modell, wo sich keiner weitere Vorteile kaufen kann. Aber das wird ja nicht angeboten.

VoidX86

Das ist ja das Problem, im großen weil die Menschen einfach so dumm sind und zahlen.
Und viele dieses Geldloch nicht sehen. Wildstar fand ich mit ihren alten Modell sehr fair. Wer kein Geld ausgeben wollte konnte sich das Abo mit den besagten Credds Ingame bezahlen.
Ist zwar von Eve geklaut aber ist Fair.
Die Entwicklung des F2p finde ich wirklich sehr erschreckend, aber erschreckender, das dass von fast jedem gewünscht wird. Die Denkweise ist mir ein absolutes Rätsel, oder ich werde einfach alt. ^^

mmogli

1.Eve–2.Wildstar (Credds)–3.WoW (Token ) usw.
Und jetzt singen wir mal 1..2 ..3

lalaalalaaa
Denn das ist alles nur geklaut
Das ist alles gar nicht meine
Das ist alles nur geklaut
Doch das weiß ich nur ganz alleine
Das ist alles nur geklaut und gestohlen
Nur gezogen und geraubt
Entschuldigung das hab ich mir erlaubt…lalaaalalaaa

VoidX86

Öhm…. Und was willst du damit jetzt mitteilen? XD
Es hat sich doch niemand drüber aufgeregt wer von wem das Abomodel übernommen hat.
Das tut auch überhaupt nix zur Sache, dein Komm. is gerade mal richtig Sinnfrei wenn du einfach nur dein Senf dazugeben wolltest. 😉

mmogli

Eine gute Bratwurst braucht immer seinen Senf

Shiv0r

Das fairste Model wäre nach Stunden bzw. Minute abzurechnen, wo man X Stunden für Geld einkauft und diese nur beansprucht wenn man auch Online ist, das würde auch gleich ein ganz anderes Problem abschaffen, nämlich die Afk’ler, die beispielsweise zum Release oder großen Ereignissen die Server unötig belasten.

P2P ist zu unflexibel und mittlerweile bietet man auch da einen Cashshop an zusätzlich zu dem Anschaffungspreis des Spiels selbst und größeren Contentupdates. Das heißt man investiert in etwas wovon man nicht wirklich weiß ob es einen auch wirklich langfristig gefällt, denn die meisten Trialversionen schränken den Umfang natürlich stark ein.

Koronus

Das wäre nix für mich. Ich werde beim spielen immer ganz kribbelig und stehe zwischendurch auf und gehe einfach so durch die Wohnung oder hole mir Essen/Trinken oder schaue mal immer wieder in Online Guides nach, so wäre dann das während des Spielens was ich früher in WoW hatte, ich sollte ausloggen sonst verschwende ich Geld. Apropo AFKler unterstützt BD noch immer über Nacht Laptop laufen lassen?

Psyclon

Warum? Ganz einfach: Es ist diese eklige “Ich spare überall an allem – nur nicht am Smartphone, Saufen/Feiern und Fressen”.

Außerdem sind viele Spiele sehr jung; mit 15 Jahren hatte ich logischerweise kein PayPal mangels Geschäftsfähigkeit. Da braucht man F2P.

Koronus

Und das ist der Hauptgrund, warum man als Kind und Student F2P spiele spielt. Da geht es weniger um Erfolg sondern mehr um irgendwas halbwegs gutes zum Entspannen zu spielen das nicht Taschengeld zum spielen sondern nur für Extrasachen die man entbehren kann benötigt.

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