Vodafone und Kabel Deutschland drosseln ab 10 GByte pro Tag [Update: Gekippt]

Vodafone und Kabel Deutschland setzen ihr Vorhaben nun durch, die Downloadgeschwindigkeit ab einem Downloadvolumen von 10 GByte pro Tag zu drosseln.

Update 22:00 Uhr: Wie SpiegelOnline berichtet, hat Vodafone Kabel eine 180° Wendung vollzogen. Jetzt nimmt man Abstand von der Drosselung, auch vom 60 GB Limit will man nichts mehr wissen. Die Drosselung sei ein Pilotprojekt gewesen, die Tests fehlgeschlagen. Sieht so aus, als stecke die heftige Reaktion der letzten Stunden aus dem Netz hinter dieser Kehrtwende.

Originalartikel:

Wer über P2P oder Filehoster viel herunterlädt, der könnte sich ab jetzt wundern, sofern er Kunde von Vodafone oder Kabel Deutschland ist. Denn beide Unternehmen beginnen ab sofort damit, die Downloadgeschwindigkeit drastisch zu senken, wenn ein Limit von 10 GByte pro Tag erreicht wird. Eine entsprechende Klausel findet man bereits seit 2012 in den Verträgen, doch beide Firmen haben davon bisher erst Gebrauch gemacht, wenn ein Datenvolumen von 60 GByte pro Tag überschritten wurde. Jetzt wird es schon bei 10 GByte der Fall sein.

Neverwinter Elemental Evil Modul 6 4

Drosselung auch bei MMORPGs möglich

Vodafones Unternehmenssprecher Thorsten Höpken erklärt: „Wir können bestätigen, dass wir mit der technischen Umsetzung in den ersten Regionen Anfang November begonnen haben und dass diese in einigen Wochen abgeschlossen sein wird.“ Man wird also nach und nach damit fortfahren, immer mehr Zugänge unter die neue Regelung zu stellen. Diese werden ab 10 GByte pro Tag auf auf 100 KBit/s gedrosselt, was sich aber nur auf Filesharing-Dienste auswirken soll. Downloads werden dann nur noch mit rund 12,5 KByte pro Sekunde möglich sein.

Dies könnte auch für MMORPG-Fans problematisch werden, da viele MMOs auf P2P setzen – beispielsweise beim Download neuer und großer Updates. Und dies zählt dann genauso mit und wird von der Drosselung beeinflusst. Neben Peer-to-Peer sind auch die typischen „One-Click-Hoster“ und Net-News betroffen.

Star Citizen The Endeavor

Vodafone erklärt die Maßnahme folgendermaßen: „Diese Maßnahme ist für die überwiegende Mehrheit unserer Kunden von Vorteil, da die zur Verfügung stehende Bandbreite im Netz im Sinne eines optimalen Surferlebnisses auf alle Kunden gerecht verteilt wird. Denn wir möchten verhindern, dass ein übermäßiger Datenverbrauch einiger weniger Nutzer zu Engpässen für die überwiegende Mehrheit der übrigen Kunden führt.“

Wer also MMORPGs spielt, die auf P2P setzen und Kunde von Vodafone/Kabel Deutschland ist, dem könnte eine böse Überraschung blühen. Bei Spielen wie Star Citizen rechnet man schon mal mit 30 GB Patches, 100 GB Spiel-Volumen. Auch ein The Elder Scrolls Online geht rasch in den zweistelligen GB-Bereich.


In einem weiteren Statement, das am frühen Freitagvormittag kam, beruhigt Vodafone:

Von der Regelung betroffen sind nur Filesharingdienste auf Basis von Peer-To-Peer (z.B. BitTorrent), Usenet News oder One-Click-Hosting.

Die überwiegende Zahl an Diensten ist von unserer Regelung nicht betroffen. Dazu gehören beispielsweise Internetsurfen, Video-Streaming und Video-on-Demand (z.B. YouTube, Netflix, Twitch, Amazon Prime, Mediatheken, YouNow), E-Mails, Social Networks, Photo- und Videosharing, Video-, Audio- und Text-Chat, Online Backup. Aber auch Peer-To-Peer basierte Downloads kommerzieller Anbieter (z.B. Spieledownloads von Steam, Origin, Battle.Net von Blizzard oder Windows-Updates) oder Peer-To-Peer basiertes Videostreaming (z.B. Zattoo oder SOPCast) sind nicht betroffen.“

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Quelle(n): Werdrosselt.de
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