Runescape: Erweiterung Menaphos wandelt MMORPG gleich zweifach

Das MMORPG Runescape erhält seine größte und vielleicht wichtigste Erweiterung bisher – Menaphos: Die goldene Stadt. Mehr als 10 Jahre blieben die Tore zu der ägyptischen Stadt verschlossen. Jetzt können Fans sie endlich erkunden. Die Erweiterung stellt den kompletten Stil des MMORPGs auf den Kopf und macht es freundlicher für den Casual Gamer. Unsere Autorin Leya hatte die Gelegenheit, die Entwickler in England zu besuchen und sich in Menaphos umzusehen. Sie sprach mit Chefentwickler David Osborne über die Veränderungen.

Runescape ist ein Urgestein. Jagex veröffentlichte das MMORPG im Jahr 2001 als kostenloses Browsergame. Seitdem hat Runescape einige Wandlungen durchlebt und bietet mittlerweile monatliche Mitgliedschaften an. Das Grundspiel bleibt zwar kostenlos, wer aber alle Inhalte haben möchte, der muss in die Tasche greifen. Viele der heutigen Spieler sind Fans der ersten Stunde. Insgesamt kann das MMORPG 250 Millionen Spieler verzeichnen, von denen sich 2 Millionen monatlich einloggen.

Runescape hat einfach einen gewissen Charme und Kult. Einige MMO-Fans dürften es mit Nostalgie pur verbinden.

Jetzt rollt Jagex sein Game mit seiner größten Erweiterung bisher komplett neu auf und öffnet die Tore zu Menaphos, der goldenen Stadt.

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Runescape: Die Tore der goldenen Stadt Menaphos sind jetzt offen

Die Tore zu Menaphos wurden von Jagex geöffnet. Menaphos ist eine Stadt, die an Ägypten erinnert und sich seit 12 Jahren in dem Spiel befindet. Fans wunderten sich schon lange, welche Geheimnisse sich hinter den Türen der Stadt verbergen. Auch wenn sich Menaphos schon ewig in Runescape befindet, mussten Spieler bisher draußen bleiben.

Wer durch die großen Tore schreitet, findet eine Stadt, die überall in goldenes Licht getaucht ist. Es gibt Pyramiden, ägyptische Götter, hängende Gärten, Palmen und Kamele. Spieler kommen als Außenseiter in die Stadt. Wachen versperren den Weg und man muss sich das Vertrauen der Bewohner verdienen, um die Stadt bis ins kleinste Detail erkunden zu können. Wer sich auf das Abenteuer einlässt, wird die Geheimnisse der Stadt ergründen und ihre verborgenen Schätze finden.

Runsescape Menaphos 1
Menaphos wird Teil von Runescapes Wüsten-Sage und hat einen ägyptisches Thema. Eine riesige Pyramide blickt über die Metropole.

Mit dem Release von Menaphos setzt Jagex einen Startpunkt von vielen großen Erweiterungen, die noch kommen werden. Ab jetzt wird alle drei Monate eine Erweiterung erscheinen, die neue, massive Gebiete freischaltet. Diese werden den Spielern ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung gestellt.

Es ist nicht alles Gold was glänzt – Eine mysteriöse Korruption treibt sein Unwesen

Menaphos erstrahlt in einem goldenen Glanz, die Sonne steht hoch über der Metropole und es herrscht ein buntes Treiben. Die Stadt birgt jedoch ein dunkles Geheimnis, dem Spieler auf den Grund gehen. Eine mysteriöse Korruption verpestet die güldene Stadt und seine Bewohner.

Der Spieler findet sich konstant in einem Kampf gegen den Pharao und die Korruption. Er bildet eine Rebellion, ergründet dabei Grüfte unter der Stadt und ein neues Berserker-Verlies.

runescape menaphos 2
Menaphos ist die größte Stadt, die es je in Runescape gegeben hat. So gut wie jedes Haus kann erkundet und mit jeder Person gesprochen werden. Das war bisher in Runescape nicht der Fall.

Das Thema der Korruption zieht sich schon seit über 12 Jahren durch die Geschichte des MMORPGs.

Crondis ist eine der Wüsten-Gottheiten in Runescape. Sie hat den Körper einer Frau und den Kopf eines Krokodils. Ihre Aufgabe war es, Seelen ins Jenseits zu begleiten und diese zu beurteilen. Wer darf ins Jenseits und wessen Seele wird vernichtet? Jene Seelen, die von Boshaftigkeit durchzogen waren, wurden von Crondis gefressen. Das hat die Göttin mit den Jahren verändert und sie selbst verdorben. Diese Wandlung steht im Kern der Menaphos-Geschichte, die der Spieler erkundet.

Chefentwickler David „Mod“ Osborne verriet im Interview, dass der Spieler sich dadurch in ständiger Gefahr befindet und selbst einer Korruptions-Mechanik verfallen kann.

Rätseln statt Töten – Menaphos bringt den lockeren 5-Minuten-Dungeon

Mit Menaphos kommt eine neue Form von Dungeon, in der Spieler nicht einmal kämpfen. Sie können die Grabstätten unter der Metropole betreten und müssen innerhalb von 5 Minuten ihren Weg hinaus finden.

runsescape menaphos tombs
Concept-Art zum Eingang der Katakomben: Spieler haben 5 Minuten, um die Ruinen unter der Stadt zu betreten und wieder hinaus zu gelangen. Hier werden Rätsel gelöst und Vasen zerschmettert.

In den 5 Minuten wird so viel Loot gesammelt wie nur möglich. Einzeln oder in der Gruppe betreten Spieler den Untergrund und zerschmettern Vasen, lösen kleine Rätsel und bauen gigantische Kristalle ab. Nur wer es innerhalb der 5 Minuten wieder hinaus schafft, darf sein Loot behalten. Das letztendliche Ziel ist dabei, die Korruption aus dem Inneren der Stadt zu vertreiben. Die Katakomben können von Mid- und Highlevel-Spielern betreten werden.

Spieler wollten keine wöchentlichen Updates mehr – Etwas Großes musste her

Für viele, viele Jahre gab es bei Runescape wöchentliche Mini-Updates und diese hatte die Community gehörig satt. Es wäre möglich gewesen, nach und nach die Stadt zu bauen. Erst hätte man den Markt erstellen können, danach die große Pyramide und hinterher noch den Hafen. Das wollten die Entwickler aber nicht. Spieler sollten direkt die Möglichkeit erhalten, die komplette Stadt zu erkunden.

Menaphos ist bisher die größte Stadt, die Runescape je gesehen hat. Es ist möglich in jedes Haus zu gehen, mit jedem Charakter zu sprechen und es gibt viele versteckte Geheimnisse. Osborne erwähnte, dass Spieler, die diese Geheimnisse zuerst entdecken, einen Platz im Rampenlicht bekommen. Sie werden in Livestreams erwähnt oder bekommen sogar einen kleinen Platz in der fortlaufenden Geschichte von Runescape.

runescape menaphos pyramide

In einer Umfrage von 2016 gaben die Spieler an, dass sie gerne große und bedeutende Updates möchten, die eine massive Erweiterung darstellen. Deswegen hat Jagex sein ganzes System auf den Kopf gestellt und bietet ab jetzt nur noch große Erweiterungen.

Laut Osborne waren die wöchentlichen Updates allerdings eine gute Vorbereitung auf das Massive. Menaphos wird seit Dezember 2016 entwickelt, ist jetzt im Juni fertiggestellt und veröffentlicht worden. Das Team ist es gewohnt, schnell unter hohem Druck zu arbeiten.

„Unsere Spieler verändern sich, wir mussten das auch“

Viele der Runescape-Spieler sind dem MMORPG schon seit Jahren treu geblieben. Der durchschnittliche Spieler ist seit mehr als 7 Jahren dabei. Die Spieler werden älter und haben andere Bedürfnisse, auf die Jagex nun eingehen muss und möchte.

Zeit ist ein seltenes Gut geworden und die Spieler können oft keine 6 Stunden mehr mit einem Raid verbringen. Deshalb werden dem Spieler mit Menaphos Optionen gegeben, seine Zeit einzuteilen wie er möchte. Es gibt immer noch ausgebreitete Dungeons für stundenlange Raids und Boss-Kämpfe. Aber eben auch den schnellen 5 Minuten Rätsel-Dungeon, für das lockere Spielvergnügen.

All diese Veränderungen machen Menaphos vermutlich zu dem wichtigsten Update seit Jahren in Runescape. Jagex hat Runescape auf den Kopf gestellt und sich an den modernen und etwas älteren Gamer angepasst. Das hat zu einer massiven Erweiterung geführt und dem MMORPG einen Mehrwert gegeben. Gekürzt wurde zum Zweck der Zeiteinsparung nichts.

Die Erweiterung Menaphos markiert für Runescape damit gleich einen doppelten Wendepunkt:

  • Runescape wird in Zukunft auf große Erweiterungen setzen, nicht mehr auf Mini-Updates
  • Und Runescape hat in Zukunft auch Spieler im Blick, die weniger Zeit im MMORPG verbringen möchten
runsescape menaphos hafen

Indiana-Jones-Atmosphäre

Leya meint: Als Runescape 2001 das Licht der Welt erblickte, war ich 11 Jahre alt. Zu dieser Zeit beschäftigte ich mich noch mit komplett anderen Spielen und ging vor allem meiner Ausbildung zum Pokémon-Meister nach. Ich habe also keine nostalgischen Gefühle zu Runescape.

Bei dem Preview-Event zu Menaphos konnte ich mich in der goldenen Stadt umsehen. Erst einmal schreckte mich die veraltete Grafik ab und auch das Interface erschien mir etwas holprig. Trotzdem konnte ich Menaphos einen gewissen Charme abgewinnen. Ich lauschte humorvollen Dialogen und wurde von fröhlicher Musik begrüßt. Alles erscheint hell und freundlich. Auf der anderen Seite gibt es die dunkle Verpestung der Korruption. Die rückt aber in den Hintergrund und ist mehr der Antrieb zum Entdecken.

Nach einer Weile bekam ich das Gefühl einer Indiana-Jones-Geschichte zu folgen. Vor allem in den Rätsel-Katakomben erwartete ich jederzeit einen dicken, rollenden Stein, der einen im nächsten Moment erfasst. Das Konzept des 5-Minuten-Dungeons funktionierte und lud mich ein, es ein paar mal zu probieren. Schneller und besser zu werden ist hier der Anreiz.

Runescape ist ein Spiel, in das man vermutlich tiefer eingetaucht sein muss, um den Kult zu verstehen. Es ist definitiv kein Spiel, das man startet und direkt denkt, man hat den Jackpot der MMOs gefunden. Wer sich aber darauf einlässt, findet eine fantasievolle Welt mit einer langen Geschichte, die von britischen Humor begleitet wird.

Wer jetzt einmal so richtig in Nostalgie schwelgen möchte oder einfach neugierig auf den Klassiker ist, findet hier einen Link zur offiziellen Webseite.

Was sind Eure Verbindungen zu Runescape? Gehört Ihr zu den langjährigen Fans oder ist es für Euch eher ein Game der Vergangenheit?


MMORPGs mehr für Casual Gamer zu gestalten, scheint ein Trend unter den Entwicklern zu werden. Erst letzte Woche berichteten wir noch über die Wandlungen in FFXIV. Auch hier musste man einsehen, dass sich die Spieler verändern und weniger Zeit haben: Final Fantasy XIV: Zelda ist Schuld, dass mit Stormblood alles anders wird.

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2 Kommentare
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Maik Pätzold

hab es mal angetestet das Spiel muss sagen auch wenn die grafik nicht gut ist 🙂 macht es eine menge spass….und es ist mega Komplex das spiel…man wird förmlich erschlagen.

Ahmbor

Runescape ist, neben WoW und Ultima Online, eines der wenigen MMORPGs die dieses ‚magical feeling‘ haben oder hatten.

Tolles Spiel, leider war es im europäischen Raum nie so beliebt wie in Amerika.

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