Darum regen Rabatt-Aktionen wie bei Tomb Raider die Leute tierisch auf

Rabatt-Aktionen sind eine tolle Sache für Spiele-Sammler. Nur dann nicht, wenn man das Spiel bereits besitzt. Eine Rabatt-Aktion bei Shadow of the Tomb Raider treibt die Spieler auf Steam auf die Barrikaden.

Viele Spieler schlagen nicht direkt zum Release eines großen Spiels zu. Wer nicht das nötige Geld hat oder einfach die turbulente Launch-Phase mit möglichen Bugs aussetzen will, der kauft sich ein Spiel erst nach Monaten, wenn der Preis gesunken ist.

Dafür bieten sich zum Beispiel die besonderen Sale-Aktionen von Steam an.

Doch während eine Seite der Spieler sich darüber freut, dass ein Spiel schon wenige Wochen nach dem Launch günstiger zu haben ist, fühlt sich ein anderer Teil der Spielerschaft betrogen.

Immerhin haben sie das Spiel erst kurz vorher zum Vollpreis gekauft oder gar vorbestellt. Dieser „Vertrauensvorschuss“ in die Entwickler wird durch ein frühes Reduzieren des Preises mit Füßen getreten.Shadow of the Tomb Raider Lara Croft Bow and Arrow 2

Wie eine Rabatt-Aktion die Bewertungen ruiniert

Das aktuell wohl prominenteste Beispiel ist Shadow of the Tomb Raider. Das Spiel wurde am 14. September 2018 veröffentlicht, ein klarer Vollpreis-Titel mit jeder Menge „Special Editions“. Die sogenannte „Croft Version“ kostete sogar rund 110€, enthielt den Season Pass und kosmetische Extras.

Knapp einen Monat nach Release gibt es auf Steam bereits eine Rabatt-Aktion, bei der die „Croft Version“ um 47% im Preis reduziert wurde und damit weniger als 60€ kostete.

Die Antwort der Fans kam prompt: Shadow of the Tomb Raider wurde ab dem 16. Oktober, dem Beginn der Rabatt-Aktion, mit negativen Kritiken auf Steam überhäuft. Die Bewertung fiel von „Positiv“ auf „Gemischt“ herab und nur noch 66% der Reviews sind positiv.

Shadow of Tomb Raider Reviews October

Ein drastischer Anstieg der negativen Bewertungen.

Auch andere Entwickler haben mit dieser Entscheidung zu kämpfen. So hatte Bungie etwa bei Destiny 2 den Kauf von zwei DLCs nachträglich überflüssig gemacht, kurz nachdem viele Spieler sie sich in Vorbereitung auf die erste Erweiterung „Forsaken“ gekauft hatten.

Blizzard fährt mit World of Warcraft eine ähnliche Politik. Kurz vor dem Start einer neuen Erweiterung, wird die alte Erweiterung ein Teil des Basis-Spiels. Wer unmittelbar vor diesem Zeitpunkt noch zuschlägt, fühlt sich um sein Geld betrogen.World_of_Warcraft_Battle_for_Azeroth_Anduin_vs_Sylvanas_Key_Art_Logo

Daraus ergibt sich die Frage: Ab wann dürfen Spiele eigentlich im Sale sein?

Entwickler und Publisher sind hier auch in einer Zwickmühle gefangen. Auf der einen Seite will man die treuen Spieler nicht vergraulen, die vielleicht vorbestellt haben, auf der anderen Seite nehmen Spielverkäufe im Laufe der Zeit immer weiter ab und Games werden uninteressanter. Wer früher mit einer Rabatt-Aktion lockt, findet mehr Kunden, solange das Spiel „noch heiß“ und in den Medien ist.Wow-Gold-Bank titel trauernde goblins

Einen perfekten Zeitpunkt dafür gibt es wohl nicht. Es scheint unmöglich zu sein, alle Fans zufrieden zu stellen. Doch zumindest am Beispiel mit Tomb Raider lässt sich sagen: 4 Wochen sind definitiv zu früh.

Wann denkt ihr, sollte ein Spiel zum ersten Mal reduziert werden? Was ist der goldene Mittelweg, um Spieler nicht zu vergraulen, die vielleicht sogar vorbestellt haben?

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