„Pokemon GO ist Schuld!“, sagt ein Stalker, der erwischt wurde

Ein Mann in Kobe, Japan, wurde verhaftet, weil er gegen das japanische Anti-Stalking-Gesetz verstieß. Er gab allerdings an, nur zufällig in der Nähe Pokemon GO gespielt zu haben. 

Pokemon GO musste in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal ordentlich Kritik einstecken. So dürfen Sexualstraftäter in New York das Spiel per Gesetz nicht spielen. PokeStops sind in Gedenkstätten nicht gerade willkommen.

Als jetzt ein Stalker versucht hat, Pokemon GO als Sündenbock zu nutzen, hat man es ihm nicht abgekauft.

Er habe nur Pokemon GO gespielt

Er war nur „zufällig“ in der Gegend: Ein 51-jähriger Mann wurde in Kobe (Japan) für den Verstoß gegen das Anti-Stalking-Gesetz für vorerst 19 Tage festgenommen. Die Polizei hat ihn dabei am Haus seines 33-jährigen weiblichen Opfers eingesammelt. Er bestritt jedoch alle Anschuldigungen. Dem Mann ist seitdem, also seit fast 10 Jahren, verboten, sich er Frau zu nähern und sie zu verfolgen.

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Statt seine Schuld einzugestehen, gab er an, lediglich Pokemon GO gespielt zu haben und dabei zufällig an ihrem Haus vorbeigekommen zu sein. Der Mann hielt sich im Zeitraum vom 31. Mai bis zum 12. Juli regelmäßig in der Nähe des Hauses auf, was durch Aufnahmen der Überwachungskameras belegt wurde.

An sich klingt das nach einer gar nicht so langen Zeitspanne, allerdings wurde der Mann bereits 2009 zum ersten Mal von der Polizei fürs Stalking abgemahnt. Die Ausrede mit Pokemon GO haben sie entsprechend nicht durchgehen lassen.

Drastische Maßnahmen?

Aus Erfahrung Konsequenzen ziehen: „Tsukimatoi“ (Verfolgen), wie das Stalking in Japan genannt wird, ist in dem Land wohl ein ernstes Problem. Zum ersten Mal wurde im Jahr 2000 dagegen vorgegangen und es wurde per Gesetz als Straftat definiert. Das sind satte 7 Jahre vor Deutschland.

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Der Auslöser dafür war ein brutaler Mord an einer Studentin, dem monatelanges Stalking vorausging, das nicht ernst genommen wurde. Nach weiteren Morden wurde das Gesetz im Jahr 2017 auch auf das Stalking via Internet und Social Media ausgeweitet.

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Quelle(n): KotakuGameRevolutionSternJapan Times
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