Paragon: Spieler sind unzufrieden – Epic Games bezieht Stellung und gesteht Fehler ein

Im Open-Beta Moba Paragon kam es mit dem letzten Patch des vergangenen Dienstags zu einer Spaltung der Community. Nun spricht der Entwickler über die vorgenommenen Maßnahmen und gibt einen Ausblick auf die Zukunft.

Umfragen und Daten

Der Aufschrei der Spielerschaft des sich in der Open-Beta befindlichen Mobas Paragon war nach Patch v.32 in dessen eigenem Forum, sowie in den sozialen Medien, deutlich hörbar. Man entfernte ein spannendes Spielelement, welches in dieser Form bisher in keinem anderen Moba Anwendung fand.

Die Reaktionen darauf waren Empörung und Unverständnis. Man forderte eine Stellungnahme seitens des Entwicklers. Genau diese gab es bereits 4 Tage später, nachdem man ein wenig Zeit hatte, einige Daten auszuwerten.

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„Nehmt Stellung“ forderte die Community

Im Statement selbst führt das Team hinter Paragon allerdings nicht nur detailliert an, wie sich die implementierten Änderungen auf den Spielverlauf ausgewirkt haben, sondern gesteht sich dabei auch mögliche Kommunikationsfehler ein. Man habe zwar immer wieder eine Spielzeitverkürzung als Ziel genannt, jedoch „keine gute Arbeit geleistet, um euch die Hintergründe zu vermitteln.“

In Umfragen unter den Spielern sei der häufigste Grund zur Beschwerde die ausufernde Matchlänge gewesen. Daher strebt man seitens Epic eine durchschnittliche Partiedauer von 31,5 Minuten an und betont mehrfach, dass man zwar schnellere Spiele möchte, aber nicht auf Kosten des Spielspaßes.

Wahrnehmung und Realität

Kritiker der letzten Änderungen brachten vermehrt hervor, dass dieser nun nicht mehr vorhanden sei, dass es früh abzusehen wäre, welches Team als Sieger hervorgeht, dass Partien daher einseitig würden und es so gut wie keine Möglichkeit mehr für ein Comeback gäbe. Spieler führten selbst erlebte Beispiele an, dass es somit zu mehr Aufgaben des zurückliegenden Teams kommen würde und dies dem Spielspaß nicht zu Gute käme.

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Aufgeben mit Narbash? Der trommelt die ganze Nacht, wenn’s sein muss.

Doch Epic Games kann die Befürchtung der erhöhten Kapitulation bis zum Zeitpunkt der Erklärung entkräften. Man habe durch die mittels aktueller Veränderungen erreichte geringere Schwankung der Partiedauer tatsächlich weniger Aufgaben zu verzeichnen, als zuvor.

Gründe und Lösungen

Die vergangene Fokussierung auf eine durchschnittliche Spielzeitverkürzung wird damit begründet, dass es für viele Spieler einfach kaum absehbar war, wie lange ein Match andauern würde. Anders gesagt, man hatte eine zu große Bandbreite, welche zum einen auf die durchschnittliche Match-Dauer, zum anderen jedoch auch auf zu viele Partien am äußersten Ende der Verteilung, also die endlos langen Kämpfe, zurückzuführen war.

Die Gründe, warum es zu solchen Schwankungen kommt, wurden gefunden. Dabei handelt es sich um die Kartengröße, den Reisemodus, welcher auf Grund der langen Wege nötig war und die Dunk- und Verteidigungsmechanik, welche mit dem Orb Prime eingeführt wurden.

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Die Wege zum Ziel sind lang und steinig auf Agora

Um den Spielern eine bessere Einschätzung zu ermöglichen, ob noch Zeit für ein zweites oder drittes Match besteht, bevor man sich wieder anderen Dingen zuwendet, wird seit einigen Wochen an vielen Ecken und Enden geschraubt. So passte man unter anderem die Geschwindigkeit und HP der Minions an, den Schaden der Türme und entfernte den Orb Prime samt einhergehendem System.

Durch alle Änderungen bis inklusive Patch v31.0 kam man auf eine durchschnittliche Partiedauer von 38 Minuten, was zwar schon als ein Schritt in die richtige Richtung gewertet wird, man damit jedoch von erklärtem Ziel noch zu weit entfernt sei. Durch Patch v.32 nahm die Partiedauer der statistischen Ausreißer sogar um 20 Minuten ab. Zusätzlich dazu stellte man weniger Schwankungen in der Länge der absolvierten Matches fest.

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„Hey Sevarog, wo liegt der Fehler?“

Obwohl sich Epic Games aktuell für eine Entfernung des Prime Orb und dessen Mechanik entschied, betont man, dass dies nicht zwangsweise bedeuten muss, dass er gänzlich passé ist. Allerdings gibt man im gleichen Satz zu bedenken, dass die neuesten Erkenntnisse nochmal überdacht werden müssten, bevor man ihn erneut implementiert.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Um die Transparenz gegenüber seinen Spielern weiterhin zu wahren, gab man im Zuge dessen außerdem bekannt, dass es mit dem kommenden Patch, welcher am 4. Oktober Einzug hält und somit nicht nur den neuesten Helden Kwang mit sich bringt, ebenfalls Änderungen an T2 Türmen und Inhibitoren geben wird, welche in den späten Spielphasen zu einer Verkürzung der Matches führen sollen.

Hiernach möchte man sich vermehrt auf das Helden-Gameplay konzentrieren, wobei dies auch die Verteilung der Kartenmacht und das Verdienen der XP in der frühen Spielphase beinhaltet. Man ist sich der aktuellen Problematik, welche mit einer Verkürzung der Spielzeit einhergeht, bewusst.

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Kwang, als er nur auf dem Zeichenbrett existierte

Sofern man das Thema zur Zufriedenheit angegangen ist, widmet man sich dem Kern-Gameplay und dessem „Feeling“. Schließlich möchte man immer noch ein spaßiges und spannendes Spiel, bei dem jeder Held zum Zuge kommt und sich gut anfühlt.

Der kommende Wegfall des Reisemodus ist einigen Spielern ebenfalls ein Dorn im Auge. Hierzu äußerte und entschuldigte sich Entwickler Epic Games, dass man bisher noch nicht darüber sprach, dass mit dessen Entfernung ebenfalls eine neue Karte eingeführt werden würde.

Da man die Größe der Karte als eines der Probleme ausmachte, arbeitete man seit Juni an einer neuen, welche sich seit August im internen Test befindet. Darauf, wann und wie diese letztlich den Weg ins Spiel findet, wird man in den nächsten Wochen eingehen.

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Die bunte Truppe erwartet gespannt die Zukunft

Abschließend bestätigte man die Arbeit an einem neuen, vorläufigen Modus und einer Ein-Pfad-Karte, was findige Dataminer schon aufgetan hatten. Den Zeitpunkt, wann damit zu rechnen wäre, gab man allerdings nicht bekannt.

Pascals Einschätzung:

Ich persönlich bin seit Tag eins der Closed Beta in Paragon unterwegs und habe somit schon einige Änderungen miterlebt. Die Herausnahme der Orb-Prime-Mechanik war dabei wohl die bisher Gravierendste und Kontrovers-Diskutierteste in der Community.

Daher ist es auch positiv, dass sich Entwickler Epic Games nach angemessener Zeit, genügend Daten zu sammeln und die Auswirkungen zu dokumentieren, zu Wort meldet und klipp und klar erklärt, warum man so handelte und was in (näherer) Zukunft noch auf die Spieler zukommt.

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Der Weg ist noch lang und macht sicher nicht jeden glücklich

Vielleicht mag man Fehler in der Kommunikation mit der Spielerschaft dahingehend gemacht haben, dass einem nicht immer direkt sämtliche Gründe für Entscheidungen haarklein erläutert und auf die Nase gebunden werden. Obwohl Epic Games schon häufiger sehr offen über aktuelle Entwicklungen sprach und dies genauso häufig mit Diagrammen und harten Zahlen veranschaulichte.

Vielleicht führte der Verlust des Orb-Prime und der damit verbundenen taktischen Spielzüge bei manchen auch zu einem kleinen Zusammenbruch der bisherigen Welt. Schließlich hatte man das System kennen und lieben gelernt und konnte auch in der Endphase noch darauf bauen, so das Match zu seinen Gunsten zu verändern.

Was allerdings jedem einzelnen Paragon-Enthusiasten klar sein sollte, ist, dass sich das Moba erst seit Mitte August in der Open-Beta-Phase befindet und man von einer konkreten finalen Version noch ein gutes Stück entfernt ist. Daher gehören Eingriffe, ob klein und kaum spürbar, oder den Spielverlauf verändernd, zum Tagesgeschäft.

Ob man daher permanent am Ball bleiben, oder doch lieber nach einigen Wochen Pause einen erneuten Blick auf die kontinuierliche Weiterentwicklung riskieren möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Nicht immer kann man es jedem recht machen und man wird mit der Zeit Spieler verlieren, wie auch gewinnen.

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„Jazz Jackrabbit“ – Der schießwütige Hase gehört zu Epic Games Anfängen

Doch Epic Games ist ein alter Hase mit viel Erfahrung in der Gamesbranche, welcher schon einige bekanntere und erfolgreichere Titel vorzuweisen hat. Und auch wenn man als Spieler nie den vollen Einblick von außen hat, so darf man darauf vertrauen, dass meist alles am Ende ein rundes Gesamtbild ergibt. Da bin ich, was Paragon und Epic Games anbelangt, guter Zuversicht.

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