Paragon: Spieler will sich für Beta anmelden, geht nicht – Terrorverdacht
Neben einer No-Fly-List gibt es in den USA wohl auch eine No-Play-List

Beim MOBA Paragon wollte sich ein Mann mit dem Namen Muhammad Zakir Khan anmelden. Das ging aber nicht, weil der Name auf einer Liste von US-Behörden auftaucht.

Stellt Euch mal vor, Ihr wollt Euch für die Beta eines neuen, coolen Spiels registrieren und lest, dass Eure Account-Erstellung blockiert wurde. Denn Eure Accounterstellung verstößt gegen die „Speciality Designated Nationals list“, die von einem US-Ministerium gepflegt wird. Ihr dürft also nicht das neue Spiel spielen, weil Euch jemand für einen Terroristen hält oder für einen Drogenschmuggler oder für jemanden, der an Massenvernichtungswaffen arbeitet. So oder so: Ihr seid eine Gefahr für die innere oder äußere Sicherheit der USA oder zumindest für die Wirtschaft.

Tja, da würdet Ihr schon mal schlucken, oder?

So erging es dem in den USA lebenden Muhammad Zakir Khan. Die „spezielle Liste“, auf der er gelandet war, ist eigentlich dazu da, um international operierenden Terroristen das Leben schwer zu machen. Dass der Spieler auf dieser Liste stehen sollte, konnte er überhaupt nicht verstehen. Erst dachte er an einen Hack, später wurde ihm klar: Ich werde hier wegen meines Namens für einen potentiellen Terroristen gehalten. Er fühlte sich entmenschlicht und diskriminiert. Es tat weh.

Khan twitterte dann: Ich bin kein Terrorist mit dem Hashtag Islamophobie. Die Frage ist impliziert: Was ist da los bei Euch?

Bei Paragon entschuldigte man sich für das Problem. Das sei auf keinen Fall so gewollt. Das wären zu „breit eingestellte Filter“, die mit US-Handelsbestimmungen zu tun hätten und die nur nach dem Namen filtern.

Eigentlich geht es bei diesen Filtern nur um die Entwicklerseite, wer Zugriff auf die Unreal Engine 4 erhält. Man hatte da Code übernommen und arbeite nun daran, das Problem so schnell wie möglich zu lösen.

Khan zeigte sich von der Art, wie man bei Paragon mit seinem Problem umging, zwar beeindruckt, doch bleibt bei ihm, wie Kotaku berichtet, ein mulmiges Gefühl zurück. Er würde jetzt gerne wissen, in wie weit die Spieleindustrie mit US-Behörden zusammenarbeitet und welche Daten da übermittelt werden. Khan fordert mehr Transparenz.

In weiteren Tweets thematisiert Khan das Problem, als „amerikanischer Muslime“ in der aktuellen Stimmung zu leben. Er fordert mehr Fingerspitzengefühl und Räume, in denen amerikanische Muslime über den Schmerz der Diskriminierung sprechen können.


Ähnlichen Restriktionen betrafen im letzten Jahr schon die WoW- und die LoL-Spieler auf der von Russland de facto annektierten Halbinsel Krim.

Autor(in)
Quelle(n): KotakuGamespot
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