AMD sagt: GPU-Hersteller fühlen sich von Nvidia genötigt, Radeon zu meiden

Mit dem Geforce Partnerprogramm baut Nvidia seine Marktmacht weiter aus und befindet sich seitdem unter ständiger Kritik. Mittlerweile gibt es neue Erkenntnisse und juristisch relevante Anschuldigungen vom Radeon-Chef bei AMD.

Das GPP verspricht Partnern exklusive Informationen, Deals, Hardware und hilft darüber hinaus beim Marketing und Verkauf. Seit der offiziellen Ankündigung kam es zu einigen Turbulenzen:

  • Der Journalist und Gründer der Webseite HardOCP, Kyle Bennett, habe mit Hilfe von AMD herausgefunden, dass Nvidia beim GPP andere Drittanbieter zwinge, AMD auszuschließen – ansonsten müssten die Hersteller mit herben Nachteilen leben
  • Die Aussagen von Kyle Bennett bewahrheiten sich dabei immer mehr als zutreffend: Radeon-Grafiken werden von MSI und Gigabyte unter einer andere Marke verkauft, Asus benennt sich für AMD-Karten sogar zu der unbekannten Marke Arez um
  • DELL und HP lehnen das GPP offiziell ab
  • AMD erklärt Nvidia den Krieg, kritisiert Nvidia, dass sie dem PC-Spieler die Freiheit der Wahl nehmen
  • Die Europäische Kommission und die Federal Trade Commission untersuchen das GPP

Und nun ging auch der Chef der AMD-Grafikkarten in die Offensive. Grafikkarten-Hersteller sollen sich bei einem Event an ihn gewandt haben.

AMD und Journalist Kyle Bennet verschärfen Kritik

In seinen beiden Tweets Tweets äußerte sich Scott Herkelman, der Chef der Radeon-Sparte, bei einem AMD-Sales-Event in London indirekt zu den jüngsten Gerüchten um das Partnerprogramm von Nvidia:

Viele von Ihnen haben mir erzählt, wie unsere Konkurrenz versucht, Mittel und Zuteilungen zu verwenden, um Ihre Fähigkeit einzuschränken oder zu blockieren, Radeon-basierte Produkte so zu vermarkten und zu verkaufen, wie Sie und ihre Kunden es wünschen. Ich wollte Sie wissen lassen, dass Ihre Stimmen gehört wurden und ich heiße alle anderen willkommen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, mich zu kontaktieren. Zusammen können wir sicherstellen, dass Gamer das erhalten, was sie wirklich verdienen: Wahlfreiheit. (Übersetzung via GameStar).

AMD und Nvidia stellen kaum eigene Grafikkarten, sondern hauptsächlich den Chip her, der von anderen Anbietern für Custom-Designs verwendet wird. Diese heben sich zumeist durch optimierte Modifikationen vom Referenz-Design ab. Drittanbieter, wie zum Beispiel Asus, haben sich darauf spezialisiert, solche GPUs für PCs herzustellen. Je mehr Chips Asus erhält, desto mehr Karten können sie herstellen und desto höher ist ihr Gewinn.

Wirft man Nvidia Allokation vor, meint man damit, dass Nvidia diesen Umstand ausnutzt. Indem es zum Beispiel den Unternehmen, die nicht Teil des GPP sind, weniger Chips zugesteht. Dadurch erleiden diese einen finanziellen Schaden. Und der Druck, dem GPP beizutreten, steigt.

Das erinnert an den damaligen Machenschaften von “Intel-Inside”, bei dem angeblich finanziell-getriebene Exklusivverträge mit Media Markt oder Saturn geschlossen wurden, um AMD jahrelang aus den Märkten auszusperren. Hierfür wurde vom Gericht der Europäischen Union eine Milliardenstrafe verhängt, die aber aufgrund einer erneuten Prüfung weiterhin in der Schwebe ist. Droht Nvidia nun ein ähnliches Schicksal?

Kyle Bennet soll Beweise haben

Der Journalist Kyle Bennett, der die ganze Geschichte mit Hilfe von AMD ins Rollen gebracht hatte, habe zudem von verantwortlichen Personen schriftlich bestätigt bekommen, dass es Rabatte und andere Zuschüsse nur gebe, wenn man dem Partnerprogramm auch beitrete. Ursprüngliche Aussagen von Nvidia, es gebe keine monetären Zuschüsse oder Rabatte, wenn man Mitglied von GPP sei, bezeichnete er in seinem Blog HardOCP als eindeutige Lügen.

Er äußerte sich auch zu den wenigen Vorwürfen, dass er Geld von AMD bekäme, um diese nicht haltbaren Gerüchte zu streuen. Dem widerspricht er und vermute Nvidia als Initiator hinter dieser Aktion. Er sieht es aber als ein kleineres Übel an, denn offensichtlich sei er nicht der einzige, der diese Handlungen befremdlich finde. Das auffällige Schweigen von Nvidia bestätige ihn in seiner Vermutung: Was ist aus den Aussagen geworden, dass GPP so großartig für den Konsumenten sei?

Im offiziellen Blog von Nvidia wurde das Partnerprogram damit eröffnet, dass es den Gamer helfe, das richtige Produkt zu kaufen.

Was haltet ihr von den bisher unbewiesenen Vorwürfen?

Quelle(n): Gamestar
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BigFreeze25

Nvidia kommt mir immer so ein bisschen vor wie das EA der GPU’s…
Ich gestehe momentan auch eine 1080 zu besitzen, allerdings war diese Entscheidung den horrenden Preisen für AMD-Grafikkarten geschuldet, da man bei manchen Nvidia-Karten momentan das bessere Preis-/Leistungsverhältnis hat (was sich aber auch so langsam relativiert). Sobald sich das Preisgefüge wieder beruhigt (was voraussichtlich noch lange dauern wird) werde ich vermutlich wieder auf AMD wechseln.

Arebs

Ob Nvidia nun nur noch Chips an ihre Partner verkauft oder an alle ist doch wohl ihre Sache. Kann auch stark nach hinten losgehen für Nvidia und eine Gelegenheit für AMD darstellen, den Markt zurückzugewinnen.

Für mich hat AMD ihren Markt selber zerstört. Alles, was ich jemals von AMD benutzen musste, hat nur Ärger gemacht. Nicht nur bei mir, auch bei meinem kompletten Bekanntenkreis. Warum sollte ich mir etwas von AMD holen, was nur Probleme macht? Da geht man natürlich zur Konkurrenz. Wenn AMD noch eine ernst zunehmende Konkurrenz wäre, was sie momentan einfach nicht hinkriegen, könnten sie nun etliche Produzenten für sich gewinnen und den Markt übernehmen.

MINDERQUEST

Ich tue hier nur warten bis die Grafikkarten endlich günstiger werden.
Kann noch etwas dauern!

Tebo

Man muß aber auch anmerken, das vor etwa 15 Jahren Athlon Prozessoren DIE Wahl schlechthin für alle Gamer waren. Intel war langsamer sowie teurer.

Dann hat Intel Gas gegeben und AMD ist förmlich eingeschlafen. Wessen Schuld das wohl war?!?

Nichts desto Trotz kann es für uns als Endverbraucher nicht gut sein, wenn ein einziger Monopolist den Markt beherrscht.

Visterface

“Wessen Schuld das wohl war?!?” Das war natürlich Intels Schuld. Ich erinnere hier mal an die Kartellklage der EU. Außderdem wurde auch bei den Benchmarks geschummelt um dort besser dazustehen als AMD.
Quellen:
http://www.itmagazine.ch/Ar
http://www.spiegel.de/wirts
http://www.spiegel.de/wirts

Tebo

Stimmt, da war was und das hatte ich so arg gar nicht mehr in Erinnerung.

Was ich dagegen noch in Erinnerung habe ist mein damaliger Athlon XP 3200. Da war nicht die entfernteste Rede von Intel Prozessoren. Wie gesagt teurer, langsamer sowie Multiplikator nicht frei etc.

Ein halbes Jahr danach gings aber los. Intel Werbung in allen Fachzeitschriften, sogar im Fernsehen. Intel war plötzlich überall zu sehen.
Aber da war Intel noch gar nicht in der Position zu drohen, ohne nennswerten Absatz ihrer Prozessoren.
AMD dagegen schliefen ein auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs.
Man hätte gegensteuern können, fühlte sich aber zu sicher…

Marc El Ho

Ist natürlich Blödsinn. Auch als AMD besser war hat jeder Intel gekauft. Intel hatte immer schon wesentlich mehr Budget, folglich mehr Gelder für Entwicklung. Durch den zusätzlichen angerichteten Schaden durch Intel wurde AMD ausgeknockt, da war nix mit “sicher fühlen” Heute müssen sie mit hunderte Milliarden Dollar weniger Entwicklungsgeldern paroli bieten. Das möchte ich mal von Intel sehen

Marc El Ho

ja überleg mal genau, wessen Schuld war das wohl. Das was Intel-Fans gern ausklammern

Mampfie

Mir egal ob grün oder rot, Hauptsache die Peis/Leistung stimmt.

Nellia

Ja dadurch kann keine Preis/Leistung stimmen, wenn Nvidia monopol sein will. Die machen ihr eignen preise. Ohne wirkliche Konkurenz

MINDERQUEST

Naja in der näheren Zeit stimmt erstmal gar nichts.

Scaver

Aus diesem Grund: Auf Lebzeiten nie wieder Nvidia. Da bin ich doch eher im RL unterwegs, als jemals wieder Produkte von Nvidia zu nutzen!

Ein User

Ach nvidia macht gute Produkte aber die Firmen Politik ist sehr zynisch

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