Mecker Mittwoch: „Steam Refunds“ – Gut oder schlecht?

Hallihallo alle miteinander. Es ist mal wieder Mittwoch und damit Zeit für einen kleinen Aufreger. Heute will ich aber lieber einen Denkansatz aufgreifen, über den ich bei kotaku gestolpert bin. Und wie der Titel vermuten lässt: Ja, es geht mal wieder um Steam, genau genommen um das ausgesprochen kundenfreundliche Umtauschrecht.

Steam Refunds – Eine klasse Sache!

Grundsätzlich ist die Idee vom Umtauschrecht bei Nichtgefallen eines Spieles wunderbar für den Kunden. Man hat maximal zwei Stunden Zeit, das Produkt anzutesten und dann wieder zurückzugeben, wenn man es nicht haben will oder der eigene PC den Anforderungen nicht genügt.

Ganz nebenbei hat es den schönen Nebeneffekt, dass Entwickler Kunden nur noch sehr schwer mit Lügen locken können, denn nach zwei Stunden weiß man oft schon sehr genau, ob ein Spiel wirklich das hält, was es auch verspricht. Man kann also davon ausgehen, dass es für die Qualitätsentwicklung ein positiver Einfluss ist, den Kunden so viel Macht zu verleihen. Eine wunderbare Sache für Blockbuster-Titel wie Witcher 3 oder Evolve!

… oder etwa nicht?

Analogue A Hate Story Hyun-ae

Gerade „Visual Novels“ werden unter dem Refund-System massiv leiden.

Allerdings hat das Ganze auch eine Schattenseite, die ich bisher gar nicht bedacht habe: Was ist mit all den genialen Spielen, die nur wenige Stunden Spielzeit aufweisen? „Analogue: A Hate Story“ oder „Without Within“ kann man relativ locker in der Umtauschzeit durchspielen und dann zurückgeben. Ich weiß, die aufrichtigen Gamer, die ein Spiel lieben, würden so etwas nicht tun – aber so sind nicht alle. Da Geld zumindest in dieser Welt nicht auf Bäumen wächst, ist es durchaus verlockend, den Kaufpreis einfach zurückzuverlangen.

Den Entwicklern dieser Spiele wird ein klares Signal gegeben: Ihr seid hier nicht erwünscht. Produziert Spiele mit hoher Spieldauer. Das halte ich für eine ziemlich schlimme Entwicklung, denn gerade durch das „Greenlight“-Programm von Steam sind erst viele wundervolle Spiele massentauglich geworden oder haben ihren Weg auf den europäischen und amerikanischen Markt gefunden.

„Steam Refunds“ ist meiner (aktuellen) Meinung nach ein zweischneidiges Schwert, welches erst noch eine Menge Reifezeit benötigt. Gewisse Spiele, deren Spieldauer gering ist, sollten von dieser Reglung ausgeschlossen werden, ohne den schwarzen Schafen der Gaming-Industrie eine Hintertür zu öffnen.

Wie seht Ihr diese Sache? Habt Ihr schon Gebrauch von der neuen Funktion gemacht? Wie steht Ihr zu Spielen, die eine kurze Spieldauer haben und was wäre Euer Vorschlag? Oder ergreift Ihr die Gunst der Stunde und zockt alle Spiele, die Ihr ergattern könnt?

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