Mecker Mittwoch: Steam hat nen Vogel

Da reiße ich mich nach langen Tagen von WildStar und WoW los, um zu schauen was das gute, alte Steam so an Neuerungen hat. Das gute, alte Steam, das mich so lange begleitet, meine Spielebibliothek stets ordentlich geführt, und mir niemals aufdringliche Werbung zu irgendwelchen Spielen präsentiert hat, die ich nie haben wollte. Dasselbe gute, alte Steam, dass ich so viel besser fand als all die anderen Dienste wie etwa EAs „Origin“.

Doch irgendwann in den letzten Monaten muss sich ein kleiner, hundsgemeiner Entwickler gedacht haben „Cortyn machen wir heute mal richtig sauer“. Eine neue Reise, eine neue Wahnsinnsfahrt!

Meine Spielevorlieben: Dating-Simulationen mit Vögeln

Ein Schelm, wer bei der Überschrift nun etwas Böses gedacht hat. Ich bin mir sicher, jeder kennt eine solche oder ähnliche Situation: Irgendein „guter Freund“ verlinkt einen Artikel von Amazon, den er oder sie total lustig findet und man selber war naiv genug, auf den Link zu klicken. Fortan erhält man immer wieder seltsame Angebote und bekommt mitgeteilt, dass man sich ja scheinbar für den „Karpfenkalender 2015“ oder den „Hildegard Orgonakkumulator“ interessiert. Es ist dieser Website nun auch nicht klar zu machen, dass man diese Dinge nicht mal dann kaufen würde, wenn sie umsonst wären.

Hatoful Boyfriend

Genau das gleiche Gefühl habe ich nun bei Steam. Weil ich ein Spiel geschenkt bekommen habe, wie etwa „Long live the Queen“ ist man bei Valve nun offensichtlich der Meinung, ich würde mich brennend für „Hatoful Boyfriend“ interessieren. Eine japanische Dating-Simulation, in dem man allerdings nicht mit Menschen flirtet, das wäre ja noch irgendwie amüsant und hätte seinen Reiz. Stattdessen flirtet man – richtig geraten – mit Vögeln. Ich muss gestehen, mich mit diesem Spiel nicht weiter auseinandergesetzt zu haben, deswegen tue ich ihm vielleicht unrecht, aber ganz ehrlich: Ich würde es nie im Leben interessant finden.

Immer vorwärts in die Vergangenheit

Auf der einen Seite ist Fortschritt ja stets als etwas Begrüßenswertes einzuordnen, aber hier arbeitet man ganz eindeutig an der falschen Stelle. Ich kann dieses neue Steamdesign nicht deaktivieren und es ist äußerst umständlich die allgemeinen Neuerungen zu finden, die bisher immer schön sortiert auf der Startseite zu finden waren. Stattdessen informiert man mich nun darüber, dass ich doch unbedingt „Papers, please!“ haben will, ein Spiel, dessen Inhalt wohl daraus besteht, Einreisende auf ihre Papiere zu überprüfen.

Steam Shop

Viel erschreckender finde ich, dass einige Komfortfunktionen noch immer fehlen, vor allem einen Chatlog für die Gespräche mit Freunden sucht man noch vergebens – nach einem Neustart sind maximal noch die letzten drei Sätze sichtbar. Da man bei Steam primär am Spielen ist und nicht sofort jeden lustigen Link anklicken kann, da der Bosskampf mit der 9-köpfigen Hydra und dem Feueratem mir dann doch ein wenig der Multitaskingfähigkeit raubt, verstehe ich nicht, wie man nach so vielen Jahren noch immer auf einen Chatlog verzichtet.

Was den Steamshop angeht, tue ich mich etwas schwer, nicht einfach zu sagen: „Früher war alles besser“. Aber zum Glück kann ich dafür auch wieder auf Jochen Malmsheimer zurückgreifen: „Früher war nichts besser, aber früher war vieles gut. Und das wäre es auch heute noch, wenn man die Finger davon gelassen hätte“.

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