Mecker Mittwoch: Die Rückkehr der Killerspieldebatte

Ja, ist es denn schon wieder 2009? Die jüngsten Ereignisse sorgen für die Rückkehr eines Unwortes. „Killerspiele“ sind plötzlich wieder ein Thema.

Totgesagte leben länger

Einen schönen Mittwochmorgen alle miteinander. Die letzte Woche hatte jede Menge schreckliche Nachrichten und dieses Mal leider nicht im Gamingbereich. Anschläge und Amokläufe scheinen gerade wieder „in Mode“ zu kommen. Diese Taten sind schrecklich. Doch darum soll es hier nicht gehen. Im Windschatten dieser Vorfälle kommt nämlich ein Thema ans Tageslicht, von dem wir eigentlich gehofft hatten, dass es der Vergangenheit angehört: Der Begriff „Killerspiele“ macht in den Medien wieder die Runde.

Counter Strike Wallpaper HugeUnd diese haben natürlich eine ziemlich große Schuld an den Amokläufen von Jugendlichen. Das behauptet diesmal leider nicht irgendeine Pfeife irgendein Professor Pfeiffer vom Institut für unüberlegte Äußerungen, sondern unser Innenminister de Maizière. Demnach könne es unter vernünftigen Menschen doch keinen Zweifel geben, dass solche Spiele eine Mitschuld an Amoktaten hätten, denn sie würde die Entwicklung von Jugendlichen negativ beeinflussen.

Das ist so ein beliebtes Spiel in Deutschland. Wenn der erste Verdacht nicht zutrifft (Was? Der Täter war kein Islamist? Verdammt!), dann kramen wir einfach wieder in unserer Kiste mit den Standardgründen. Und Computerspiele sind ohnehin Teufelszeug. Das ist bekannt, Khaleesi.Konsole Blut

Einen Schritt vor, zwei Schritte zurück

Richtig traurig macht mich aber, dass selbst die Öffentlich-Rechtlichen wieder auf den Zug aufspringen. Hattet Ihr nicht aus der Frontal 21-Sache gelernt? Habt Ihr nicht in den vergangenen Monaten sogar eine echt gute Dokumentation über die „Killerspiel-Debatte“ veröffentlicht, bei der ihr eigene Fehler eingestanden habt? Und jetzt dreht Ihr Euch glatt wieder im Kreis und beginnt von vorne. Anders kann ich mir Tagesschau-Beiträge wie diesen hier nicht erklären, indem man extra das Trendwort „Killerspiel“ möglichst oft unterbringt. Irgendwann lernt Ihr auch noch, dass es das Genre nicht gibt.

Machen Computerspiele aggressiv? Auf jeden Fall. Wer mal in den Chat von Overwatch geschaut hat, kann zu gar keinem anderen Ergebnis kommen. Wer schon mal in letzter Sekunde an einem Boss gestorben ist, weil Cpt. AFK-Jäger nicht aus dem Feuer gegangen ist, dem wird sicher auch die Wut hochgekommen sein. Aber wisst Ihr was? Viele Dinge machen aggressiv. Da übergebe ich das Wort gerne mal an Dr. Allwissend, der dazu auch ein schönes Video gemacht hat – schon vor einer ganzen Weile.

Zum Thema kann ich übrigens auch sehr den Artikel von Michael Graf der GameStar empfehlen. Der versucht ein wenig sachlicher an die Sache ranzugehen und empfiehlt, den „Schaum vorm Mund“ wegzulassen. Das schaffe ich nach knapp 7 Jahren der immer gleichen Vorwürfe einfach nicht mehr. Das Thema ermüdet mich. Wir haben in Deutschland nicht eine Million Counterstrike-Spieler, die kurz davor stehen, zu Amokläufern zu werden. Alleine die Tatsache, dass fast jeder Jugendliche schon ein „Killerspiel“ gespielt oder gesehen hat, sollte doch vielleicht zum Nachdenken anregen. Das sind alles keine „Zeitbomben, die irgendwann hochgehen“.

Zum Abschluss noch was für alle, die der englischen Sprache mächtig sind. Der Youtuber Julian Smith hat auch mal seine Meinung zu Aggressivität aufgrund von Spielen in einem Video veröffentlicht. So mag ich das.

Wie seht Ihr diese Sache? Sollte eine erneute Diskussion zu diesem Thema wirklich stattfinden? Oder geht Euch der Begriff „Killerspiel“ auch gehörig auf den Keks?

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