Mecker Mittwoch: Mehr Passwörter als Familienmitglieder im Stammbaum

Schon zum 4. Mal in diesem Jahr nähert sich die Woche ihrem Zenit und so langsam werden mir doch die Themen knapp. Zum Glück reicht aktuell einfach ein angestrengter (oder äußerst verträumter) Blick auf den eigenen Schreibtisch und schon findet man etwas, über das man sich herrlich aufregen kann.

Man sollte meinen im digitalen Zeitalter hätten die altmodischen Collegeblöcke doch langsam ausgedient – aber da haben wir unsere Rechnung natürlich ohne die Tücken des Internets gemacht, nicht wahr?

Drei Seiten, die mein ganzes Leben bestimmen

[pullquote]Ihr seid die Bildzeitung der Onlinemagazine.[/pullquote]Jaja, ich weiß. Die Überschrift ist ein bisschen sehr hochtrabend. Aber wie nannte es ein Leser in den Kommentaren? „Ihr seid die Bildzeitung der Onlinemagazine.“ Dann müssen wir natürlich ab und an auch liefern, sonst ist noch wer enttäuscht. Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Neben meiner Tastatur liegt ein alter Block und obwohl er bestimmt schon gute 10 Jahre auf dem Buckel hatte, kümmere ich mich besser um ihn, als um so manchen Seminarhefter. Was könnte also so wichtig sein, dass ich es am liebsten nie aus den Augen lasse, aber auch nicht digital speichern will?

Die Rede ist natürlich von Zugangsdaten. Im Laufe der Jahre hat sich so viel angesammelt: 27 verschiedene Accounts für Spiele, dazu noch die „obligatorischen Drei“: Steam, BattleNet und Origin. 6 weitere Einträge gelten meinen verschiedenen E-Mail-Adressen, die ich im Laufe der Jahre angelegt habe – Ihr wisst schon. Eine für Geschäftliches, eine für Privates, eine für Spam, eine für den Chef, wo man nur einmal die Woche reinschaut… und so weiter. Die letzten fünf Spalten sind die Zugangsdaten für die sozialen Medien: Facebook, Twitter und Co.

Ich kann wohl ohne zu übertreiben behaupten, dass eine Person, die Zugang zu diesen Papieren hätte, meine ganzes Privats- und Arbeitsleben auf den Kopf stellen könnte.Matrix MMO

Ich brauche Microsoft Outlook – aber für meine Spiele

Seitdem mein schöner, alter World of Warcraft-Account vor knapp 4 Jahren einmal gehackt wurde, benutze ich auch wirklich für jedes Programm und jeden Dienst ein anderes Passwort (und für unsere Schlaubi-Schlümpfe schon mal vorweg: Nein, ich war auf keinen Goldsellerseiten und auch nicht vollkommen naiv bei der Eingabe meiner Daten).

[pullquote]So etwas wie Outlook oder Thunderbird, nur eben für alle möglichen Spielekonten[/pullquote]Eigentlich sollte man meinen, dass man sich mit den Jahren die Passwörter merkt, aber so oft, wie ich sie ändere oder das aktuelle Lieblingsspiel wechsel, komme ich mit dem Auswendiglernen gar nicht hinterher. Was ich bräuchte, wäre ein Programm, dass alle Anmeldedienste miteinander vereint. So etwas wie Outlook oder Thunderbird, nur eben für alle möglichen Spielekonten.

Gleichzeitig würde das natürlich wieder ein Sicherheitsproblem mit sich bringen, denn dieses „Masterprogramm“ müsste auch mit einem Passwort geschützt sein – und wer das hätte, dem könnte ich dann wohl auch meinen Block hinterlassen. Warum kann nicht einfach alles über Steam laufen?

Wie handhabt Ihr das Ganze? Seid Ihr auch so „paranoid“ und habt für alles unterschiedliche Passwörter? Wie viele verschiedene Accounts haben sich bei Euch im letzten Jahrzehnt angesammelt? Liest überhaupt noch jemand bis hier? Hallo?

… Bis nächste Woche!

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