Cortyns Freude an Overwatch flach deutlich ab. Das „Besondere“ des Spiels verschwindet Stück für Stück.

Schatz, wir müssen reden. In den letzten Monaten habe ich viel Overwatch gespielt – schon vor dem offiziellen Release habe ich mich in der Beta getummelt. Mit einem Spielerlevel jenseits der 300 kann ich durchaus sagen, dass Overwatch sein Geld wert war und mir viele Stunden Spaß bereitet hat, doch langsam flacht es ab.Overwatch Ana Gameplay Trailer

Im gewerteten Spielmodus glaube ich meinen Höchstwert erreicht zu haben – mit einem Skillrating von etwas über 3000 bin ich sehr zufrieden und glaube auch nicht, dass ich viel weiter steigen kann. Zumindest nicht, wenn ich nicht mehr Zeit in das Spiel stecken will, als mir lieb ist.

Aber das wirkliche Problem ist der Quickmatch-Modus für mich. Dass man hier die Möglichkeit rausgenommen hat, mehrere gleiche Helden spielen zu können, hat mir den Spielspaß stärker eingeschränkt, als befürchtet.

Alle paar Partien gab es eine „verrückte“ Runde, in der eine Seite sich dazu entschlossen hatte, doch mal 4 Torbjörn, 5 Bastions oder direkt 6 Reinhardts zu spielen. Das war nicht der Regelfall und meistens hat nur eine der beiden Seiten sich zu solch einer „Stapel“-Strategie entschieden. Es war witzig, es war absurd, es war relativ selten. Und selbst wenn man „aufs Maul“ bekommen hat – hey, es war nur eine einzige Runde. Doch das geht nicht mehr, denn mehrfache Helden sind im Quickmatch seit einer ganzen Weile verboten.

Overwatch Torbjorn Screenshot

Ein Team kann nie genug Torbjörns haben. Zumindest gelegentlich.

Klar, es gibt den „No Limits“-Spielmodus, der ja eigentlich genau meinen Vorstellungen entsprechen sollte, da hier alle Helden mehrfach auftauchen können. Aber das ist nicht der Fall. Im „No Limits“-Modus ist jede Runde ein „Lass uns Held X stapeln“ – es ist keine Besonderheit. Es ist keine amüsante Überraschung. Es ist langweilig, weil „Gruppe, die nur aus X besteht“ gegen „Gruppe, die nur aus Y besteht“ antritt – jedes Mal.

Noch schlimmer ist nur der „Alle Brawls“-Modus. Es gibt ein paar echt spaßige Brawls. Aber es gibt auch unendlich langweilige. Wenn ich noch einmal den „Nur Mercy und Pharah“-Brawl spielen muss, knall ich so lange mit dem Kopf auf die Tastatur, bis es vorbei ist. Dass man hier nicht mehr filtern kann oder zumindest 1-2 Brawls „ausschließen“ kann (wie etwa bei Schlachtfeldern in WoW) finde ich schrecklich.

Overwatch Mercy Screenshot

Nur Pharahs und Mercys. Alle schießen, aber nichts passiert. 10 Minuten lang.

Versteht mich nicht falsch. Overwatch ist noch immer ein herausragendes Spiel und eines der besten Games 2016 (zumindest für mich), aber die jüngsten Änderungen haben mir den Spaß an den meisten Spielmodi versaut.

Sicher mag man sagen, dass Overwatch doch größere Baustellen hat, wie etwa das Matchmaking oder Probleme mit Cheatern. Doch keines dieser Dinge ist für mich so akut wie der schwindende Spielspaß, den mir viele Modi nicht mehr geben können.

Wie seht Ihr das?


An anderer Stelle reizt Overwatch durchaus – zum Beispiel Russland. Dort wurde nämlich Tracers neuer Comic wegen „homosexueller Propaganda“ gesperrt.

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