Mecker Mittwoch: SWTOR – Anime-Dramatik und überflüssige Entscheidungen

Cortyn nörgelt schon wieder an SWTOR rum. Das hat zu viel Dramatik, wo keine sein müsste.

Wie verbringt man den Dienstagabend, wenn das Weihnachtsevent von Overwatch noch nicht gestartet ist und Langeweile herrscht? Richtig, man schnappt sich ein Singleplayer-Spiel. Aus diesem Grund habe ich mich dazu durchgerungen, die neuen Kapitel von Star Wars: The Old Republic zu spielen – also die neue Erweiterung „Knights of the Eternal Throne“.

Da KotET nahtlos an die vorangegangene Erweiterung anschließt, wusste ich grob, was mich erwartet. Achja. Gespoilert wird hier viel. Also nicht weiterlesen, wenn Ihr das erste Kapitel noch nicht gespielt habt.

Wie üblich spiele ich SWTOR im „Tandem“ mit einem guten Freund und wir erzählen uns nach dem Abschluss des Kapitels die Entscheidungen und ihre Auswirkungen. Weil ich von Senyas Verrat nicht so viel gehalten habe, war das Ende der letzten Erweiterung ziemlich unbefriedigend. Umso besser, dass man ihr nun hinterherreisen kann, um die verräterische Ritterin zusammen mit ihrem Sohn Arcann endlich auszuschalten. Mein Kollege hat eine andere Entscheidung getroffen und Senya damals verschont.

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Guck nicht so doof, Senya. Hast du dir selber eingebrockt.

Ich spule mal vor und überspringe den ganzen „wir kämpfen gegen 500 Trashmobs, die alle keine Herausforderung sind“-Mist: Es kommt eine wichtige Entscheidung. Will man Senya für ihren Verrat töten? Oder hilft man ihr dabei, Arcann zu „läutern“, damit er Buße tun kann? Ich dachte mir „Cool! Eine Entscheidung mit richtigem Einfluss!“ – aber Pustekuchen.

Sie stirbt sowieso. Wenn ich sie umbringe, dann führe ich das (Licht)schwert und lasse sie eins mit der Macht werden. Wenn man ihr helfen will, dann wird sie für das Ritual zur Läuterung geopfert. Das Ritual gelingt übrigens auch, wenn man sie tötet. Das ist schlicht ein Punkt in der Story, wo sich die Entwickler dachten „Hier bringen wir Senya um, egal was passiert“ – und das mit einer Spielerentscheidung ohne wirkliche Auswirkung zu verknüpfen ist sehr, sehr schwach.

Was dann geschieht, könnte aus einem ziemlich schlechten Anime kommen. Arcann humpelt in aller Seelenruhe auf einen Transporter zu – der natürlich schon abflugbereit auf ihn wartet, obwohl nicht eine Person an Bord ist. Meine Twi’lek samt Anhängsel stürmt hinterher – und bleibt dann stehen. Mit 20 Meter Abstand zu Arcann, der gemütlich langsam in den Transporter klettert. Meine Cortyn mault ein bisschen rum, Arcann guckt zornig und lässt eine Säule einstürzen.

Der Humpelmeister kriecht davon. Unaufhaltbar für meinen Rentnerverein von einer Sith.

Der Humpelmeister kriecht davon. Unaufhaltbar für meinen Rentnerverein von einer Sith.

Dann hebt der Transporter langsam ab – von ganz alleine. Ohne irgendeinen Befehl, ohne ein Benutzen der Macht und vor allem ohne Pilot. Denn in der nächsten Sequenz sehe ich Arcann, wie er sich auf den Pilotensitz begibt. All das geschieht, während meine Twi weiter zusieht. Ich meine… als ehemaliges Mitglied im Rat der Sith, da könnte sie sicher irgendwas tun, um ihn aufzuhalten. Also nein, lieber winken und dann ganz dramatisch „Verdammt, er ist entkommen!“ rufen.

Das war bisher nur das erste Kapitel. Ich weiß nicht, ob das neue Addon von SWTOR „so“ bleibt, doch die Pseudodramatik zusammen mit Entscheidungen wie „Ist egal was du wählst, X stirbt sowieso“ wirkt aufgesetzt.swtor-vaylin

Ich kann nur hoffen, dass die Erweiterung in den nächsten Kapitel wieder ein bisschen mehr Star Wars und ein bisschen weniger (schlechter) Anime wird.

Wie hat Euch die neue Erweiterung gefallen? Ist die Story in Ordnung oder eher nicht so euer Ding gewesen?

Geben wir zum Ende doch Valkorion das Wort: swtor-valkorion-hahaha

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