Mass Effect: Andromda – Darum sind die Gesichtsanimationen so schlecht

Ein Entwickler verrät, warum die Gesichtsanimationen in Mass Effect: Andromeda mitunter so schlecht aussehen.

Von all den Kritikpunkten, die Mass Effect: Andromeda sich anhören musste, gehören die Gesichtsanimationen wohl zu den ärgerlichsten Problemen. Doch wie konnte es überhaupt zu dieser Problematik kommen? Wurde einfach schlampig gearbeitet, war es Zeitdruck oder einfach Unvermögen von BioWare?

Auf Twitter hat sich der Entwickler Jonathan Cooper, der für Uncharted 4 und davor für Mass Effect 1 und 2 gearbeitet hat, zu dem Thema geäußert und einige spannende Einblicke gegeben.

Demnach sei es nicht gerecht, die Animationen von Mass Effect: Andromeda etwas mit Uncharted zu vergleichen. Ein RPG zu animieren sei ein „wirklich, wirklich riesiges Vorhaben – komplett anders als bei einem Spiel wie Uncharted“.

In Uncharted etwa sei fast jede Begegnung einzigartig und stark kontrolliert und die entsprechenden Animationen maßgeschneidert.

Bei einem RPG mit dem Umfang von Mass Effect sei das völlig anders. Hier werden Gespräche in unterschiedliche Tiers eingeteilt, die zu ihrer Wichtigkeit gehören. Dabei stellen sich die Entwickler unterschiedliche Fragen. Gehört die Sequenz zur Hauptstory? Wie wahrscheinlich ist es, dass ein durchschnittlicher Spieler genau diesen Dialog überhaupt sieht?Mass Effect Andromeda Sara Ryder

Das führt dann im Regelfall dazu, dass kleine Dialoge von versteckten, „simplen“ Sidequests mithilfe eines Algorithmus verarbeitet werden und nie ein Entwickler manuell Hand an die Animationen für diese Szene legt. Das sei aber bei dem damit verbundenen Zeitwaufwand auch schlicht nicht möglich. Qualität und Quantiät werden hier abgewogen und eine „per Hand“-Animation aller Dialoge in Mass Effect (mit knapp 1200 Sprecherrollen) hätte wohl noch Monate oder Jahre verschlungen.

Das Ergebnis dieses Algorithmus-Ansatzes sei dann leider, dass einige Szenen lediglich Lippenbewegungen haben und der Rest des Gesichts reglos bleibt.

Ein verheerender Punkt sei auch das Zeitalter der „Teilen“-Buttons. Das würde dafür sorgen, dass man sich die Augenblicke herauspickt, in denen das Spiel außergewöhnlich schlecht sei und damit die größtmögliche Zielgruppe erreicht.

Eine positive Sache sieht Cooper aber doch an der ganzen Debatte, die darum entstanden ist:

„(…) AAA-Spiele mit viel Story sollten bei der Animationsqualität nicht sparen, indem sie ein System dafür einsetzen.“

Zumindest BioWare wird das Ganze wohl eine Lehre sein.

Wie sieht es bei Euch aus? Ruinieren Euch die teilweise „leblosen“ Gesichtsanimationen das Spiel? Oder seht Ihr es wie in unserem Review zu Mass Effect: Andromeda, dass dies nur ein kleiner Tropfen auf einem heißen Stein ist und kaum stört?


Gesichter in ME:A können aber auch lustig sein! Die schlimmsten Unfälle des Charaktereditors von Mass Effect: Andromeda zeigten wir Euch hier.

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Quelle(n): vg247.com
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