Land of Britain – Neues MMORPG wandelt in den Fußspuren von DAOC

Mit Land of Britain ist ein neues MMORPG in der Entwicklung, das auf Kickstarter setzt und in seinen Ideen stark an die Genreklassiker Dark Age of Camelot und Warhammer erinnert.

Als DAOC-Veteran habe ich schon, als ich die Landkarte im Trailer gesehen habe, an Dark Age of Camelot gedacht: Drei Königreiche auf der britischen Insel werden es sein, die sich im neuen MMORPG Land of Britain bekriegen sollen:

  • Im Süden Avalon mit der Hauptstadt Camelot – das Reich der Menschen.
  • Im Westen Talamhria das Reich der Elfen, der Kobolde und der alten Wege.
  • Und im Norden Norsengard, das Reich der Wikinger.

In DAOC hießen die Reiche noch Albion, Hibernia und Midgard. Damals wie heute dient ein halb-fiktives Britannien als Handlungsort – so irgendwann, nachdem die Römer weg waren, und lange, bevor die Normannen kamen, würde diese Handlung sich wohl zutragen, wenn sie mit all ihren Absonderlichkeiten und Fantasiegestalten möglich wäre.

Es war eine Zeit, als die Ostküste Britanniens noch von Wikingern heimgesucht wurde und als alles im Westen aus Sicht der Proto-Briten noch so mystisch war, dass dort genauso gut Feenwesen und Riesen hätten wohnen können.

18 Klassen, 18 Rassen und eine Menge Konsequenzen

Land of Britain ist ein MMORPG von ehemaligen „Warhammer Online“- und Ryse: Son of Rome“-Veteranen, wie es heißt. Man hat sich „Nachhaltigkeit“ zum größten Ziel gesetzt. Die Entscheidungen der Spieler sollen unbedingt eine Konsequenz haben. Das Studio Potato Killer will damit in eine Kickstarter-Kampagne gehen, um die Finanzierung zu sichern. Im Moment sind schon erste Ideen zu erkennen, die auch wieder stark an Dark Age of Camelot oder Warhammer Online erinnern.

So wird’s einen ständigen Konflikt zwischen den Reichen geben. Und jedes dieser Königreiche erhält eigene Klassen und Rassen (6 Klassen und Rassen pro Reich, macht 18 insgesamt).

Handwerker als eigene Klassen

Land-of-Britain-Kobold

Im Gegensatz zu den Klassikern geht man im Crafting einen eigenen Weg. Hier sollen Spieler sich gleich zu Anfang entweder als Abenteuerer oder als Handwerker einschreiben: Handwerker werden eine eigene Klasse sein.

Das Handwerk soll, verspricht man, nicht drauf hinauslaufen, ständig dieselben Rezepte zu spammen, sondern das Handwerk wird eine Art Lebensentscheidung sein, die sich auf jedem Schritt des Wegs bemerkbar macht. Ansonsten gibt’s im Moment zwar schon einige weitere Ankündigungen, in welche Richtung man mit Land of Britain gehen möchte und welche Features man geplant hat. Doch die klingen, in so einem frühen Status, immer zu gut, um wahr zu sein: Jeder Skillpunkt soll sich auf dem individuellen Heldenweg bemerkbar machen. Jeder Held soll einen Teil zum Erfolg seines Reichs beitragen können. Gilden werden um die Herrschaft des jeweiligen Reichs streiten. Alles soll in Bewegung und dynamisch sein.

Es wird noch lange dauern, bis ein erster Eindruck möglich ist

Land-of-Britian--Zwerg

Mittlerweile sind wir alle Skeptiker genug, um den ersten Versprechungen eines neuen MMORPGs nicht mehr all zuviel Gehör zu schenken, denke ich. Gerade wenn noch so wenig da ist und das Budget noch derart in der Schwebe hängt wie hier.

Dennoch: Allein die Idee, nach all den Jahren erneut ein Game im Setting von Dark Age of Camelot zu spielen, lässt mich aufhorchen. In dieser Schnittstelle dreier so interessanter Sagenkreise (Keltisch, Nordisch und dem seltsam christlich-ritterlich-heidnischen Artus-Sagenkreis), ist einiges möglich. Auch wenn wir noch lange brauchen werden, um ein klares Bild von Land of Britain zu bekommen und um ein Gefühl dafür zu erhalten, welche Produktionsqualität man anpeilt.

Zumal die Erwartungen der Spieler (auch meine) mittlerweile so hoch sind, sollte man sich bei so einem Projekt drosseln und nicht zu viel erwarten. Auch ein „erfolgreiches“ Kickstarter-Projekt muss lange nicht den Industrie-Standard erreichen, den so viele von uns optisch und in den Details an ein modernes MMO voraussetzen.

Mit Camelot Unchained steht ein „geistiger Nachfolger“ von Dark Age of Camelot ohnehin schon wesentlich eher ins Haus. Wobei man auch da noch kaum sagen kann, in welcher Kategorie man landen wird.

Das ist unsere schöne, neue MMO-Welt eben: Die großen Studios haben Schwierigkeiten, die dicken Dinger zu stemmen, und das von kleinen Studios und Indie-Konzepten zu erwarten, ist unfair und käme einem Wunder gleich. So lässt sich unmöglich vorhersagen, ob solche Projekte überhaupt Hand und Fuß haben werden. Zu wünschen wäre es dem Genre in jedem Fall.

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N811 Rouge
N811 Rouge
5 Jahre zuvor

Ich möchte absolut nicht trollen, aber umso mehr ich z.B. hier auf mein-mmo.de lese, umso mehr gewinne ich den Eindruck, das das klassische MMO eigentlich längst tot ist. Wird Zeit für das nächste große Ding? Bloß, ich hab‘ den Eindruck, das kann noch ein paar Jahre dauern bis es damit soweit ist. Und bis dahin fragmentiert der Markt einfach weiter, mit zig MMOs die sich im Kern nur durch jeweils eine kleine handvoll Features von den anderen unterscheiden…

Aber naja, dafür passiert aktuell wieder mehr in der (Indie-)CRPG Szene. Das finde ich nun auch nicht schlecht smile

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
5 Jahre zuvor

Es sind 3 Probleme bei klassischen MMOs. Sie sind unglaublich aufwändig zu produzieren – das Risiko will kaum noch wer eingehen. TSW hätte Funcom fast ruiniert z.b. Die wollen alle lieber schöne, kleine Projekte machen, die überschaubar sind und nicht „Wir knüpfen unsere ganze Existenz an ein großes Ding.“ SOE fährt auch besser mit H1Z1 als mit EQN und Blizzard macht lieber Overwatch und HotS als Titan. Diese riesigen Tanker, das ist einfach zu heftig. Die Studios wollen heute Multiplattform-Spiele, die sollen am besten auf dem Handy oder Tablet noch funktionieren, wenigstens auf den Konsolen.

Zweites Problem ist die Spielerschaft. Die klassischen MMO-Spieler sind eher alt, die jüngere Generation fing in den letzten Jahren nicht mit WoW an, sondern mit LoL, da sind grade die Spielermassen, der Mainstream.

Und das dritte Problem ist: Es sind viele Design-Probleme bei MMOs einfach nicht gelöst: Content-Streckung, Power-Creep, Grindelemente, zahlreiche andere Sachen. Man hat so im Quality-of-Life-Bereich (Inventar-Management, Auto-Karte usw.) – da hat man Fortschritte gemacht in den letzten zehn Jahren, aber so die Kernprobleme … extrem schwierig.

Das Positive ist: Es werden jetzt Millionen Leute mit dem MMO-Virus infiziert über so ein trojanisches Pferd wie Destiny und später im Jahr bei Division wahrscheinlich. Wo man das MMO-Progress-Konzept auf ein anderes Grundkonzept stülpt. Da könnte was passieren.

Aber so dieses „eine große Next-Gen-MMO“ …. nee, kann ich mir nicht vorstellen. Wir haben in der Größenordnung EQN – da sind die Chancen in den letzten Wochen geschmolzen. Wir haben das russische Skyforge – das wird interessant, vielleicht auch ein Achtungserfolg, aber ist eine klare Nische und geht nicht in den klassischen MMO-Bereich. Und dann haben wir 3 oder 4 Asia-Importe, bei denen keiner weiß, wann die kommen, wie sie die Lokalisierung hinkriegen, ob sie halbwegs bugfrei sind, ob die Grindelemente nicht zu hart sind usw.

Die 5,6 Spiele müssten es eigentlich so bis 2017 gewesen sein.

N811 Rouge
N811 Rouge
5 Jahre zuvor

> Aber so dieses „eine große Next-Gen-MMO“ …. nee, kann ich mir nicht vorstellen.

Ich könnte mir vorstellen, daß es nach einer gewissen Marktbereinigung in ein paar Jahren vielleicht mal wieder jemand wagt. Dann mit frischen Ideen *und* Technologien (z.B. bessere künstliche Intelligenz, sowas wie Oculus-Rift, usw.).

Bis dahin würde ich die drei von Dir genannten Probleme aber so unterschreiben.

Michel
Michel
5 Jahre zuvor

Also ich für meinen Teil möchte gar kein Next Gen MMO mehr wie z.B. ein WoW, Swtor oder TESO. Klar, ich freu mich auf die B2P Zeit von TESO, weil ich dann mal ab und zu reinschaue. Aber ich brauche ein aktives (Shooter)Kampfsystem mit Teamplay und Langzeitmotivation. Die Zeit in denen ich monatelang Quests, Inis, Raids und Schlachtfelder grinden möchte, sind definitiv vorbei.

Zum Beispiel suchte ich jetzt DayZ (Epoch) seit die Mod raus ist, weil es halt immer andere Gefechtssituationen sind und weil man mit Basenbau und -zerstörung auch Langzeitmotivation hat. Allerdings sind die Maps viel zu klein, die Engine zu sperrig und zu wenig Spieler pro Map möglich. Aber wenn sich mal ein größerer Entwickler an ein ähnliches Spiel machen würde, bei dem das Endgame nicht (nur) aus Raiden, sondern auch aus PVP, Handwerk (Basenbau z.B.) und anderen Elementen bestehen würde, dann wär ich sofort dabei. Vll H1Z1 wenn das nicht so arcadig wäre grin

Planetside 2 wäre z.B. toll geworden, wenn das Metagame besser wäre. Es geht ja doch nur um Gebiete erobern und das immer und immer wieder. Ist zwar mal ganz witzig, aber nichts, was mich bzw. unser Team längerfristig motivieren kann.

N0ma
N0ma
5 Jahre zuvor

Denke gemeint ist hier eigentlich MMOPRG und nicht MMO. MMO ist ja eigentlich fast alles online.

Bzgl Langzeitmotivation sehe ich neben dem MMOPRG nichts vergleichbares. Also ja ich denke das hat Zukunft. Zur Zeit gibts nur grad wenige gute Grosse. Entweder ist die Grafik altbacken das Kampfsystem altbacken, die Spieltiefe zu gering,kein Endgame,… Wobei Grafik nicht das wichtigste ist.

Eine grosse Rolle beim MMOPRG spielt die Anzahl der Spieler. Also gibts genug Gilden, genug Spieler für Dungeons usw. Ist das nicht der Fall ist das Spiel quasi dead, wie GW1. Es muss einiges zusammenkommen damits passt.

N811 Rouge
N811 Rouge
5 Jahre zuvor

Meinst Du vielleicht MMORPG? Ansonsten, was ist ein MMOPRG, die Abkürzung kenne ich noch gar nicht smile

N0ma
N0ma
5 Jahre zuvor

jo klassicher Wechstabenverbuchsler smile

Michel
Michel
5 Jahre zuvor

Klingt interessant, mal abwarten.

Würden die Publisher sich nicht auf so Dinge wie vollvertonte Sprachausgabe, aufwändige Geschichten, teure Lizenzen, riesen Marketingmaschinerie, AAA+ Grafik usw. fokussieren, dann wären die Budgets auch nicht so riesig. Und wenn man dann noch versuchen würde, nicht den 100. WoW Abklatsch auf den Markt zu pressen sondern eigene Wege zu gehen, dann könnte man evtl. auch mal Erfolg haben.

Keupi
Keupi
5 Jahre zuvor

Bei Vollvertonung, Videosequenzen und teueren Lizenzen bin ich voll bei Dir. In der letzten Zeit waren wirklich Spiele dabei, welche ihre Kernelemente falsch gesetzt hatten.
Z.B. SWtoR = zu storylastig und Videosequenzen, TESO = extemes Phasing und Grindfest ab V1, Wildstar = Fokussierung auf Hardcoregamer.

Ich denke der eine oder andere Publisher bekommt sein MMORPG noch gerichtet. FF14 ARR und Wildstar sind aus meiner Sicht zumindest Spiele, welche nicht schlechter als z.B. WoW sind. Auch Rift und Lotro haben gute Ansätze.

Schade dass selbst Blizzard sich an seinem eigenen „Nachfolger“ nicht versucht. Z.B. denke ich, dass ein Starcraft MMORPG durchaus einen mehr als achtbaren Erfolg verbuchen könnte, auch wenn es kein NextGen wäre und die Standardelemente bedienen würde mit einer stimmigen Welt/Universum. Da wirft Blizz aus zu großer Angst um ihren Ruf bares Geld weg.

Möbius
Möbius
5 Jahre zuvor

Das hört sich so schon mal nicht schlecht an. Was mich am meisten freut ist die Trennung von Abenteuerer und Handwerker. Als Abenteurer der gerne questet und sich sozusagen im Kampf beweisen will, fand´ ich das Handwerk in den meisten MMOs als Klotz am Bein. Wenn aber jemand Handwerk mag und sich für diese Karriere entscheidet und dementsprechende Belohnungen bekommt ist das um so besser. Toll wäre noch wenn die Abenteurer den Handwerken sozusagen zuarbeiten, also z. B. seltene Materialen aus Inis oder schwer zu legenden Mobs besorgen, die dann der Handwerker zu einer tollen Waffe oder Rüstung verarbeiten kann.

Zord
Zord
5 Jahre zuvor

Schau ma mal, erstmal muss die Kickstarter Finanzierung stehen. Wenn ich sehe das selbst Camelot Unchained nur 3 Mille als Finanzierung zusammen bekommen hat (was meiner Meinung nach viel zuwenig Geld für nen MMORPG ist), in einer Zeit als bei Kickstarter das Geld lockerer saß, nun, dann kann ich mir nicht vorstellen das da genug zusammen kommt. Außerdem haben sie soweit es der Artikel hergibt weder eine Entwickler „Legende“, noch eine zugkräftige Lizens und auch kein wirklich neues Feature. Schlußendlich gehe ich derzeit von einem Flop aus

msf_mike
msf_mike
5 Jahre zuvor

Ich bin ein DAOC-Veteran und schon sehr gespannt auf Camelot Unchained und eben dieses hier. Warhammer is ja böse gefloppt was ja als erster DAOC Erbe angepriesen wurde.

Danach bin ich von GW2 enttäuscht worden, die ja das RvR übernehmen wollten. Aber alles was DAoC ausgemacht hat, angefangen von den Keep/Relic Fights is dort nicht wirklich rübergekommen.

Am meisten hoffe ich ja immer noch das nicht alle Realms die selben Klassen bekommen.

Julius Keusch
Julius Keusch
5 Jahre zuvor

Interessant finde ich das auf jeden Fall auch. Ich muss sofort an das Buch „Die Nebel von Avalon“ denken. Definitiv eine Mythologie, die ich persönlich sehr mag.

Mal schauen, was daraus werden wird. smile

Fly
Fly
5 Jahre zuvor

Da musste ich auch dran denken grin Das Buch hab ich verschlungen und danach hab ich mir den ewig langen Film angesehen – den ich doch schon n bissel enttäuschend fand. Die anderen Bände der Autorin (ich komm grad ums verrecken nicht auf den Namen) kann ich auch nur empfehlen, auch wenn die Nebel eindeutig das beste ist. smile

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