Auf einer politischen Bühne wird derzeit der unzureichende Schutz von Konsumenten diskutiert, die Geld für Spiele ausgeben, die sich schließlich als Flop herausstellen und offline gehen. Aktuelle Beispiele wie Anthem oder New World gibt es mehr als genug.
Was ist das Problem? Immer mehr Spiele setzen auf Service-Modelle und Online-Pflicht. Die Käufer so eines Produkts erwerben dabei gar nicht das Game, sondern nur die Nutzungserlaubnis. Wenn die Server eben jenes Spiels offline gehen, bringt einem der Kauf des Spiels gar nichts mehr. Gleiches gilt für die über Mikrotransaktionen erworbenen Ingame-Angebote.
Problematisch ist das vor allem, weil man als Nutzer zum Zeitpunkt der Investition oftmals gar nicht absehen kann, wie lange der Service überhaupt noch laufen wird. Beispiele dafür gibt es genug:
- Der Voll-Flop Concord war gerade einmal 12 Tage online.
- The Day Before überlebte keine 2 Monate.
- Anthem war 2019 mit großen Ambitionen und Hoffnungen gestartet, entpuppte sich aber ebenfalls als großer Flop für BioWare und EA. Am 12. Januar 2026 gehen die Server für immer offline.
- New World konnte nach schwierigen Jahren eine positive Trendwende hinlegen, nur um kurz darauf von Amazon abgeschrieben zu werden – Updates kommen keine mehr, die Server sollen zumindest noch 2026 online bleiben.
Nach der Bekanntgabe des Quasi-Endes von New World konnte man auf den Community-Plattformen immer wieder von Spielern lesen, die aufgrund der seinerzeit sehr guten Stimmung rund um das MMORPG Geld in das Game investiert hatten. Umso größer war der Frust, als sie merkten, dass ihr Geld für ein eigentlich totes Produkt draufgegangen ist.
Die Politik sagt das Richtige, macht aber (noch) nichts
Was diskutiert die Politik? Wie eurogamer.net berichtet, wurde im britischen Unterhaus jetzt über eine Verbesserung des Verbraucherschutzes für Videospiele sowie die Erhaltung von Games debattiert. Im Zuge der Diskussionen und Stellungnahmen nannten Abgeordnete Spiele wie Concord und Anthem als mahnende Beispiele.
Ein Abgeordneter wird im Bericht auf Eurogamer wie folgt zitiert:
Ein aktuelles Beispiel ist Concord, ein Spiel, das im August 2024 für PlayStation 5 und Windows veröffentlicht wurde. Nach einem enttäuschenden Start traf Sony Interactive Entertainment die geschäftliche Entscheidung, das Spiel einzustellen. Zu ihrer Ehre muss man sagen, dass sie alle Käufe zurückerstattet haben, aber das ist nicht immer der Fall.
Ich weiß, dass die verehrten Abgeordneten mir zustimmen werden, dass Publisher, die es versäumen, die Lebensdauer eines Spiels zum Zeitpunkt des Verkaufs klar anzugeben, zur Rechenschaft gezogen werden müssen.
Deshalb begrüße ich die verstärkten Verbraucherschutzmaßnahmen, darunter das Gesetz über digitale Märkte, Wettbewerb und Verbraucher von 2024, das Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist. Diese Gesetzgebung verpflichtet Händler zu Recht, den Verbrauchern klare, zeitnahe und genaue Informationen zur Verfügung zu stellen, einschließlich der Langlebigkeit und Funktionalität digitaler Produkte.
Ein anderer Abgeordneter ergänzt: „Gamer empfinden nach wie vor ein tiefes Gefühl des persönlichen Besitzes, weil sie mehr als nur Geld investieren. Sie investieren Zeit, Mühe, Fantasie und Freundschaft. Wenn ein Spiel ohne Vorwarnung eingestellt wird, ist diese Investition verloren.“
Trotz überwältigender Zustimmung im Unterhaus wurden bislang aber keine Maßnahmen angestoßen oder verabschiedet, um das Verbraucherrecht zu ändern oder den Erhalt von Spielen nachhaltig zu gewährleisten.
Aktuell muss man sich daher weiterhin auf Initiativen der Hersteller und Plattform-Inhaber stützen. Ein Beispiel: Das „Preservation Program“ von CD Projekt und gog.com, zu dem bereits 250 Spiele-Klassiker gehören.
War das dieses Jahr nicht schon einmal ein großes Thema? Genau! Im Sommer berichteten wir von der Initiative „Stop Killing Games“, die vom YouTuber Ross Scott angestoßen und von vielen Content-Schaffenden sowie Spielern unterstützt worden ist. Mehr dazu erfahrt ihr hier: Initiative um Videospiele zu retten hatte wenig Hoffnung, YouTuber und Twitch-Streamer eilen zur Hilfe
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Ganz ehrlich:
Die Spieler selbst sind dafür maßgeblich verantwortlich und nicht irgendwelche Rechte/Gesetze.
Ich versteh nicht warum immer gleich blindlinks die größten Editionen Monate vor dem Release bestellt werden obwohl man noch nicht einmal Ingame-Szenen gesehen hat…
Und ich bin auch strikt dagegen das ganze rechtlich regeln zu müssen/wollen.
Von mir aus soll es eine 2-3 monatige Mindestlaufzeit nach der “Ende-Ankündigung” geben, aber niemals das Geld zurück oder eine rechtliche Mindestlaufzeit. Denn genau die beiden Punkte würde die Indie-Branche (im Online-Bereich) komplett vernichten.
Bei Concord würde ich da sogar noch eine Ausnahme machen. Aber bei Day Before haben die Spieler selbst alle Anzeichen bewusst ignoriert und NW sowie Athem liefen einige Jahre – unabhängig davon wie “erfolgreich” sie waren.
Und gerade heutzutage gibt es dank Presse, YT, Twitch und Co schon genug Möglichkeiten sich vom tatsächlichen Spiel ein Bild zu machen bevor man es kauft….
naja. die physische version von Marathon werde ich schon erstehen, spielen garantiert nicht. Nur als Erinnerung wofür destiny letzten Endes sterben musste. Aber um Verbraucher vor solchen Flops zu schützen bräuchte es wohl eine unabhängige Kommission die solche Spiele schon vor Release testet, und dann ggfs garnicht freigibt.
Schutzengel vor Flops? Ok aber in dem Fall New World ist eseher Schutzengel vor Habgier.die einzige Möglichkeit Spieler zu schützen vor solchen Konzernen ist fast mann sie da trifft wo es weh tut am Geld. Sie sollten jeden Spieler der letzten 3 Jahre von mmos und die Spieler der letzten 5 Jahre bei mmorpg alles zurückzahlen was investiert würde an Geld.