Heroes of the Storm: Warum will niemand HotS im eSport sehen?

Heroes of the Storm schafft es einfach nicht, sich in der eSports-Szene zu etablieren. Ist HotS vielleicht dafür nicht kompetitiv genug?

Heroes of the Storm ist ein Spiel, bei dem man sich mal von dem kompetitiven Stress befreien kann, den andere MOBA oft mit sich bringen. In HotS zählt der individuelle Spieler nicht so sehr, wie die gesamte Gruppe, was für den lockeren Spaß seinen Reiz hat. Genau das könnte aber auch der Grund sein, warum Heroes auf the Storm sich im eSports nicht so gut positionieren kann wie etwa Overwatch oder League of Legends.

Zum Vergleich: Vor ein paar Wochen auf der BlizzCon hatte Heroes of the Storm seine Herbst-Meisterschaften. Das war eins der wichtigsten kompetitiven Events des Jahres für HotS. Dieses Event hatte allerdings auf Twitch nur 18.000 Zuschauer, während League of Legends 80.000 Zuschauer am gleichen Wochenende hatte. Dabei gab es nicht mal ein speziales LoL-Event. Overwatch erreichte 100.000 Zuschauer.

HotS-Zerg-Rush

Im Sport geht es um Geschichten

Ein Gamasutra-Blogger hat das Problem mit Heroes of the Storm exzellent auf den Punkt gebracht:

„Sport handelt von Geschichten. Geschichten von Athleten, die ein Unglück überwinden: Wie die bekannte Story von einem Kind, das mit dem Gesicht in eine Pfütze fiel, aber es fertig brachte, ein preisgekrönter Taucher zu werden. (Manchmal können diese Geschichten erfunden sein!)

Das ist im eSport nicht anders – die besten eSports-Games produzieren regelmäßig Geschichten von Matches, Seasons und Karrieren. Ein Fehler von Heroes of the Storm ist, dass der gesteigerte Team-Schwerpunkt ein grünes Licht ist, um das Spiel locker zu halten und somit individuelle Verantwortung für Verlust zu eliminieren, was größtenteils die Möglichkeit zerstört, Spieler zentrale Geschichten zu erschaffen.“

Hots Arthas Unicorn

Hiermit greift der Blogger das Problem auf, dass es vielleicht nicht so interessant ist, ein Spiel zu beobachten in dem die individuelle Leistung nichts zählt. Es gibt in HotS keine bedeutungsvollen Statistiken, um Spieler individuell miteinander vergleichen zu können. Es macht für den Verlauf des Spiels nichts aus, wie viel der einzelne Spieler an Schaden verteilt hat oder ob er sein Team mit einer super Heilung in letzter Sekunde retten konnte. Da es eben für das Spiel so belanglos ist, ist es für die Kommentatoren auch belanglos, diese Leistungen zu erwähnen.

Die individuelle Leistung zieht den Zuschauer an

Vergleicht man das einmal mit diesem super Spiel von Faker in LoL, rastet der Kommentator förmlich aus: FAKER, WAS WAR DAS?!

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Das sorgt folglich dafür, dass man keine Geschichten zu erzählen hat, in dem ein Spieler mal einen schlechten Start hatte und mit einem grandiosen Comeback das Spiel doch noch gedreht hat. Oder andersrum, der Spieler, der am Anfang wie ein Berserker zuschlägt und auf einmal auf die Schnauze fliegt. In Heroes of the Storm gilt: Entweder das Team spielt gut oder es spielt schlecht.

Hinzu kommt dann auch noch, dass Heroes of the Storm relativ einfach zu spielen ist, vergleicht man es mit anderen eSports-Titeln. HotS hat zwar auch seine Tücken und Hindernisse, aber verglichen zu anderen Mobas geht es ein bisschen lockerer zu. Ein relaxtes Spiel-Erlebnis mag vielleicht super für den Spieler sein, macht es aber wieder eher unspannend für einen Zuschauer. Man lässt sich doch gerne von den Profis beeindrucken, wie sie komplizierte Spiel-Mechanismen meistern und einen manchmal in Staunen versetzen. Auch das sorgt für Geschichten.

Hots Dehaka Mercenary

Der Fokus auf das ganze Team und der lockere Spielspaß sind in erster Instanz die Ziele von Heroes of the Storm und diese Ziele hat HotS mit Bravour gemeistert. Diese sorgen aber eben auch dafür, dass es vielleicht nicht ganz so tauglich für den eSports ist, da es keinen Raum für große Geschichten lässt.

Was ist Eure Meinung zu der Tauglichkeit von Heroes of the Storm im eSport? Schaut Ihr Euch die Matches gerne an oder werdet Ihr im folgenden Jahr dann doch lieber die Overwatch-League verfolgen?

Quelle(n): massivelyop, gamasutra
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Jamie Sinn

Es ist in HotS auch so das die Leistungsunterschiede zwischen Teams extrem sein müssen damit man auch ein deutlicher Levelunterschied bemerkbar macht.

An und für sich war ich schon sehr früh der Meinung das HotS zu einfach ist.

doc

Ein Hauptproblem ist auch, auf eSport bezogen, dass die primären Ziele die Objectives sind und nicht das Playermatching.
Zwar kämpft man gegen einander, aber Blümchen, Gold und NPCs sind meist wichtiger und bringen den Sieg.

cortees

Die Dauer mit welcher sich ein Titel bereits erfolgreich in einer spezifischen Nische schlägt, mag zwar ein Grund für dessen Breitenwirksamkeit sein, dennoch würde ich diesem Faktor nicht zu viel Bedeutung beimessen …

Zwar mag es bei dem ein oder anderen Spieler zu aversiven Spannungszuständen kommen, sollten sie beschließen LoL oder Dota 2 dem Rücken zu kehren, grundsätzlich aber gilt es als wissenschaftlich nicht belegbar, dass investiertes Geld oder Spielzeit dauerhaft Spieler an ein Spiel binden. (Für mich) eigentlich erstaunlich, dass die Dissonanztheorie in diesem Metier kaum greift.

Aber zurück zur Eingangsfrage des Artikels: Ich denke durchaus, dass die Fähigkeiten des Einzelnen während eines Spiels zum Tragen kommen und auch durchaus sichtbar werden – um diese aber erkennen zu können, brauch es viel implizites Wissen um die jeweiligen Helden – und ich denke, hier fehlt es bei vielen Interessierten.

Jene Punkte, welche ich als schwerwiegende Mankos betrachte sind ua.:

.) fehlende Komplexität; dünnes Meta (v.a. verglichen mit Dota 2) – siehe Pkt. 2
.) Individualisierung über Items ermöglicht enorm viele Möglichkeiten, die Hots einfach fehlen
.) teils viel zu kleine Maps und damit zusammenhängend die
.) viel zu kurze Spieldauer*

Der Faktor „Spieldauer“ wird mEn völlig unterbewertet – wann auch immer gegen Ende eines Turniers gefragt wird, welche Games die eindrücklichsten oder besten waren, so werden sehr sehr häufig überdurchschnittlich lange Matches genannt. Natürlich ist dieser Faktor für sich genommen nicht entscheidend – aber ich denke, dass eine angemesse Spieldauer durchaus ein entscheidender Faktor ist.

Der Verlust, die schwere Niederlage, ein realisiertes Comeback – alles Punkte die viel bedeutender/gewichtiger und eher zu “Geschichten” werden, wenn ein Spiel nicht 15 oder 20 Minuten dauert, sondern 60 oder noch mehr.

Guybrush Threepwood

Das sehe ich echt anders. Ich habe LoL und Dota versucht. Während ich Dota ein wenig besser fand konnte ich mich aber mit keinem der Spiele anfreunden. Der Grund: Ein Spiel dauert mir viel, viel, ja vieel, um es deutlich zu sagen vieeeeeeellllll zu lange. Es nervt einfach nur. Es nervt. Auch wenn ich deinen Gedanken nachvollziehen kann würde ich ihm nicht annährend so viel Bedeutung schenken.

Der Grunde ist meiner Meinung das es mit LoL und Dota2 eh schon 2 Bigplayer gab. Und beide sind ja auch nie müde den anderen mies zu machen. Auf einmal kommt da ein weiterer an und möchte was vom Kuchen. Und dadurch sind die Bigplayer sich einig, DER DA, der ist nicht ernst zu nehmen. Zudem gibt es einfach Leute die schon ne Menge Asche in die Spiel gesteckt haben und dem Spiel deshalb nicht den Rücken kehren möchten.

Ich habe auch nicht so super viel Hots gespielt aber wenn ich an Hots denke dann bleibt mir nichts negativ im Kopf wohl aber die erfrischend kurze Spieldauer, die spaßigen Karten und die allseits bekannten Helden.

Guest

Weil Dota und LoL so ziemlich genau das Selbe anbieten und sich diese Spiele in dieser Szene fest etabliert haben. Wer braucht da ein drittes, welches so ziemlich nichts anders macht?

cortees

Eigentlich macht Hots sogar ziemlich viel anders – was dem Spiel aber nicht zwingend zum Vorteil gereicht …

zB die individuelle Talenteauswahl (da zog Dota grade nach^^), das Fehlen von Ausrüstungsgegenständen, oder der Pool unterschiedlicher Maps im Competitive-Bereich.

Des weiteren haben Camps einen gänzlich anderen Stellenwert und auch das Teamplay ist grundsätzlich nicht vergleichbar mit dem der beiden Platzhirschen.

Caldrus82

Wundert mich nicht. HotS wäre grundsätzlich ein solider E-Sport-Titel meiner Meinung nach. Aber man muss halt auch mal genau betrachten wer die Konkurrenz ist und wie lange die schon im Geschäft sind…und da hat man gegen LoL und Dota2 natürlich schlechte Karten. Jemand der auf Mobas steht, hat sich schon vor Jahren für eines der beiden Spiele oben entschieden, somit bleibt für HotS eben nur der “Rest” übrig und das sind halt mal nun nicht mehr Leute.

Gorden858

Glaube auch, dass das eher der Grund dafür ist. Finde der Artikel stellt das auch etwas krass dar. Warum ist denn in HotS die individuelle Leistung weniger wichtig? Nur weil Erfahrungspunkte teamübergreifend gesammelt werden? Ich denke, vor allem in Profispielen dürfte auch so ziemlich klar sein, wer im Team besonders zu einem Sieg oder einer Niederlage beigetragen hat. Warum soll es zum Beispiel nicht so wichtig sein, wenn ein Heiler sein Team durch ein Ultimate in letzter Sekunde rettet? Im Artikel klingt es so, als wäre es vollkommen egal, was der einzelne so treibt.

Auch glaube ich nicht, dass fehlende fortgeschrittene Spielmechaniken wie Last-Hits und Denying, die HotS nicht hat, für Streams eine große Rolle spielen. Das hat schließlich auch nicht unbedingt den riesen Schauwert. Spannend sind doch vor allem einzelne Duelle, große Teamfights besonders um Objectives und Wombo Combos. Wüsste nicht, warum die in HotS weniger sehenswert sein sollten als in LoL.

Es wird wohl eher der Teufelskreis sein, dass der bereits bestehende größere Interessentenkreis dazu führt, dass sich mehr Medien damit beschäftigen und darüber detaillierter berichten, mehr Streams entstehen mit mehr und dadurch auch eher herausragenden Moderatoren und insgesamt mehr Geld investiert wird. Der gleiche Grund, warum WoW immer noch so erfolgreich ist auch wenn es mindestens gleichwertige Alternativen gibt. In diesem Genre haben sie ausnahmsweise mal das Timing komplett verpasst, was natürlich im Anbetracht des Ursprungs der Spielidee ziemlich bitter ist. Aber das haben sie sich selbst zuzuschreiben. Bei Overwatch hat es ja nun wieder geklappt.

Phinphin

Es ist natürlich nicht egal, was der einzelne so treibt. Und ich denke auch, dass Lasthitten, das eigene Build zusammenbauen, etc. für den gewöhnlichen Zuschauer kaum eine Rolle spielt. Die wollen oft nur aufregende und gut inszenierte Kämpfe sehen. Und da zieht Hots einfach den Kürzeren, weil es an Imposanz und Geschwindigkeit fehlt.

Guybrush Threepwood

Interessant das habe ich so noch nie gesehen. Da ist was dran. Allerdins müsste Overwatch das gleiche Schicksal blühen

TimTaylor

Ich denke Overwatch wird auch das gleiche blühen, nur ist Shooter zu schauen für die meisten interessanter, auf lange Sicht sehe ich aber für Overwatch ein ähnliches verhalten. Im E-Sport wollen die Leute auch keine Sachen wie FTS oder ähnliche Hilfen sehen. Darum ist z.B. LoL wahnsinnig beliebt, da man Spieler mit Skills ohne Hilfen sieht und so weiter.

Blizzard investiert ja momentan sehr viel in Overwatch um es in der E-Sport Szene zu etablieren, mal sehen was daraus wird…Glück dabei wünsche ich ihnen ja.

Zokc

naja HOTS haben ihre Probleme die nie gefixt werden zbs die Lags.

Psycheater

Ich schaue grundsätzlich niemandem beim Zocken in nem Livestream zu. Ich zocke lieber selbst. Bin aber immer wieder beeindruckt wie viel Zuschauer diese Spiele vor dir Bildschirme locken

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