Hearthstone: Wie Blizzard die Community um Hilfe bat und „Standard“ ersann

Blizzard hatte wichtige Streamer zu einer geheimen Versammlung eingeladen, um mit ihnen die Pläne zur Zukunft von Hearthstone zu besprechen. Jetzt sind die Ergebnisse der Treffen veröffentlicht worden.

Hearthstone gehört nicht nur Blizzard

Wie die Seite polygon nun berichtete, gab es schon im September 2015 ein Treffen mit den Entwicklern wie Mike Morhaime und Ben Brode und einigen wichtigen Streamern der Hearthstone-Community, darunter Strifecro, Trump und Reynad. Bei Blizzard hat man ganz offensichtlich eingesehen, dass Hearthstone mehr ist, als ein Spiel, das den Entwicklern gehört. Es gehört zu gleichen Teilen der Community. Immerhin trug die Community einen entscheiden Anteil am großen Erfolg. Und die Community versteht die Probleme am aktuellen Spielgeschehen oft genau so gut – wenn nicht sogar besser – als die Entwickler selbst.

Ein Blick in die Zukunft

Im Regelfall veröffentlicht Blizzard Informationen immer erst dann, wenn sich die Entwicklung schon in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Das ist quasi ein ungeschriebenes Gesetz. Die Spieleschmiede lässt immer erst dann Öffentlichkeit und Tester zu, wenn man das Spiel eigentlich schon auf den Markt schmeißen könnte. Mit diesem Dogma hat man im vergangenen Jahr jedoch gebrochen.

HearthstoneBei einem Treffen in Kalifornien sprachen die Entwickler mit den großen Streamern der Szene über die Pläne des kommenden Modus „Standard“, der demnächst das gewertete Spiel in Hearthstone ablöst. Damals war noch nichts in Stein gemeißelt und es ging hauptsächlich darum, mit den Spielern in einen Dialog zu kommen und eine Diskussion entstehen zu lassen, die man auf andere Weise nicht führen könnte.

Alles was das Spiel verändert ist gut

Generell stimmten die Entwickler und Streamer in einem Punkt überein: Alles, was Veränderung in Hearthstone bewirkt, ist gut. Man zog Vergleiche zum Sammelkartenspiel Magic The Gathering, das selbst nach 20 Jahren noch ein echter Renner ist. Der Grund dafür ist, dass auch bei Magic ein „Format“ eingeführt wurde, bei dem jeweils nur eine bestimmte Anzahl an Kartensets zu Turnieren zugelassen ist. Das gleiche Ziel verfolgt man mit dem „Standard“-Spielmodus auch: Hier werden immer nur die Basis-Sets und alle Erweiterungen des letzten Jahres zugelassen.

Hearthstone Legendary CardTrump wünschte sich aber noch ein wenig mehr Wandel, als es jetzt mit der Einführung des neuen Formats der Fall sein wird. „In meiner perfekten Welt ist weniger als ein Drittel – also maximal 10 Karten – aus den Dauerbrenner-Sets (also klassisch und Basis).“

Ben Brode teilt diese Meinung:Das wäre fantastisch. Ich weiß nicht, ob wir das im ersten Jahr des neuen Formats schaffen, aber ich glaube, das ist etwas, auf das wir hinarbeiten sollten. Ein weiteres Jahr mit dem Handlock an der Spitze, als Beispiel, wäre wohl ziemlich schlecht für Hearthstone.“

Brode fasst die grundsätzliche Problematik folgendermaßen zusammen: „Hearthstone muss immer neue Spieler erreichen können. Wenn wir keine neuen Spieler mehr anziehen, dann stirbt das Spiel.“

„Exit-Points“ vermeiden

Besonders wichtig ist es für Blizzard, sogenannte „Exit-Points“ in ihren Spielen zu vermeiden. Ein „Exit-Point“ besteht immer dann, wenn irgendetwas einen Spieler dazu veranlasst, das Spiel zu beenden und niemals zurückzukehren – quasi ein „verlorener Kunde“ für das Unternehmen. Typische Exit-Points sind etwa die Abfrage von persönlichen Daten zur Accounterstellung oder ein undurchsichtiges Spielsystem.

Hearthstone Mech Piloted shredder

Wird das Format „Standard“ die Community spalten? Zumindest ein bisschen, da ist man sich sicher.

Die Einführung des Formats „Standard“ wird ein signifikanter Exit Point, da ist man sich schon jetzt sicher. Viele Spieler werden ihre geliebten Decks nicht mehr spielen können – es sei denn, sie tummeln sich im „Wild“-Spielmodus, der weiterhin alle Karten zulässt. Um diesen neuen Exit-Point möglichst klein zu halten, will man sich von den Standard- und Basiskarten auch nicht trennen, somit hätten Spieler, die 1 oder 2 Jahre Pause einlegten, noch immer etwas, mit dem sie arbeiten könnten.

Weniger Erweiterungen pro Jahr

Zuletzt ließ man sogar durchscheinen, dass man an der Veröffentlichungsstrategie arbeiten möchte. Bisher erscheinen pro Jahr 4 Erweiterungen, davon sind 2 Kartenerweiterungen, die einfach „nur“ eine Vielzahl neuer Karten in das Spiel bringen und zwei weitere sind Abenteuer, die sich auf eine spannende Solo-Erfahrung konzentrieren und nur wenige, dafür aber bedeutsame Karten beinhalten.

Jetzt überlegt man, ob das nicht zu viele Erweiterungen pro Jahr sind und überlegt sich einen neuen Takt: 2 Kartenerweiterungen, jeweils eine zu Beginn und eine zum Ende des Jahres und im Sommer dann ein Abenteuer. Das ist zwar noch nicht spruchreif und auch nur eine der vielen Überlegungen, um Hearthstone spannender und leichter zugänglich zu gestalten.

Auch in Zukunft will Blizzard diese Art des Dialogs mit wichtigen Vertretern der Community suchen. Von Brode hieß es abschließend:

„Diese Jungs gehen nach Hause und spielen Hearthstone und wir gehen nach Hause und spielen Hearthstone. Am Ende des Tages wollen wir jedoch alle, dass Hearthstone großartig ist.“


Weitere News und Artikel zum Spiel findet Ihr auf unserer Hearthstone-Themenseite.

Autor(in)
Quelle(n): polygon.com
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