Harvard-Professor baut Politik-Systeme für MMO, das in Berlin entsteht

Für politische Systeme hinter dem MMO Seed braucht das Berliner Studio „Klang Games“ die Hilfe eines Harvard-Professors.

Wie Venturebeat berichtet, hat sich das Studio „Klang Games“ die Mitarbeit von Lawrence Lessig gesichert. Lessig ist Jura-Professor an der Universität Harvard. Er beschäftigt sich normalerweise mit Verfassungsrecht oder hilft frischen Demokratien dabei, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Regierungsarbeit zu schaffen.

Kolonisation eines Exoplaneten

Nun soll Lawrence die politischen Systeme in einem MMO konstruieren.

Seed verwendet die Technik SpatialOS, die wir neulich vorgestellt haben, um die Simulation eines Exoplaneten zu erschaffen. Spieler sollen einen fremden Planeten kolonisieren. Es wird zur Zusammenarbeit, zu Konflikten und allen erdenklichen Interaktionen kommen.

In Seed sollen Gemeinschaften entstehen. Die Welt soll sich weiterentwickeln, auch wenn Spieler ausgeloggt sind. Die Idee ist es, dass Spieler die Tagesabläufe gleich mehrerer Charaktere festlegen und so die Entwicklung steuern. Alles, was passiert, soll Einfluss auf alles andere haben: auf das Wirtschaftliche, das Ökologische, das Soziale und auch das Politische.

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Die Gemeinschaft ist dabei ständig unter Bedrohung – es muss auf die körperliche und geistige Gesundheit der Charaktere geachtet werden. Der Fortschritt soll organisch erfolgen.

Die Entwickler wollen eine riesige Sandbox mit ineinandergreifenden Systemen schaffen – was die Spieler dann damit anfangen, ist ihnen überlassen. Das Studio glaubt fest an die Macht von Spieler-Interaktionen.

Wie wirken sich verschiedene demokratische Strukturen auf die Welt aus?

Der Harvard-Professor will im Spiel demokratische Strukturen schaffen und den Spielern verschiedene Optionen geben, wie eine Regierung aussehen könnte.

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Von den einfachsten Bedingungen – so wenig Regierung wie möglich – bis hin zu einer Monarchie oder verschiedenen Formen der Demokratie. Interessant ist es für ihn, dann zu sehen, wie die einzelnen Regierungen sich auswirken, wie sich die Welten entwickeln.

Seed soll Anfang 2018 in einer dann wohl früheren Version zugänglich sein. Dann will das Studio auch Spieler rekrutieren.

Das Studio Klang wurde 2013 in Rykjaviv von 3 Isländern gegründet. Das Studio ist dann aber nach Berlin umgezogen. Aktuell sitzen sie in Kreuzberg und verzehren, nach eigenen Angabe, große Mengen scharfer Sauce.


Über die Technik SpatialOS, die auch Seed verwendet, haben wir schon mehrfach berichtet. Sie soll es auch kleineren Entwickler-Teams erlauben, Welten zu schaffen, in denen Millionen von Spielern miteinander interagieren können. Investoren sind so von der Idee überzeugt, dass sie so viel Geld in die Firma hinter SpatialOS investiert haben, dass deren Wert nun 1 Milliarde US-Dollar beträgt.

Start-Up ist 1 Milliarde $ wert, will Destiny und MMOs riesig machen

Quelle(n): venturebeat, Seed
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Ayrony

Das klingt sehr interessant. Allerdings hab ich nur die Worte „Monarchie“ und „Demokratie“ gelesen. Jetzt versteh ich ein Sandbox aber so, dass faktisch alles möglich sein könnte: Demokratie, Diktatur, Autokratie, Anarchie… und dann gleich noch in Verbindung mit dem Wirtschaftssystem, bspw. kommunistisch, sozialistisch, neoliberal, was auch immer.

Am besten gar nicht solche Begriffe verwenden, sondern den Spieler einfach machen lassen. Ein Bauer hat mehr Stimmrecht weil er mehr Kartoffeln anbaut? Warum nicht?
Bestimmte Bewohner des Dorfes haben gar kein Stimmrecht weil ihr linkes Bein länger ist als ihr rechtes? Why not…

Bin mal gespannt wie sich das letztendlich spielt 🙂 – gibt’s für das Spiel schon einen ungefähren Zeitplan?

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