MMO-Kultur Gamification: Firmen motivieren Mitarbeiter mit MMO-Belohnungs-Systemen

Gamification heißt ein neuer Trend, bei dem Unternehmen Belohnungssysteme und Vergleichsmodelle aus Computer- und Videospielen dazu nutzen, Mitarbeiter zu motivieren.

Vielleicht kennt von Euch wer das Theaterstück und späteren Film „Glengarry Glen Ross“. Da wird unter Immobilienmaklern ein Wettbewerb ausgerufen: Der erste bekommt ein Auto, der zweite ein Messerset und der Letzte wird gefeuert. Bei den Gladiatoren im alten Rom war das ja ziemlich ähnlich – nur mit Löwen.

World of Warcraft - Orc

Arbeit, Arbeit.

Schon früher, in der analogen Welt, haben Konzerne ihre Mitarbeiter mit Prämien, „Verkäufer des Monats“-Plaketten und ähnlichem belohnt und zu mehr Leistung motiviert. Da konnte man sich von seinen Erfolgs-Punkten in der Firma vielleicht ein Fahrrad kaufen oder auf die Kreuzfahrt sparen. Jetzt haben cleveren Manager, etwa Michael Ameling bei SAP, die Computerspiel-Kultur für sich entdeckt und übertragen die Arten, wie dort Spieler zum Zocker motiviert und für besondere Leistungen belohnt werden, auf die Strukturen ihrer Firmen.

Auf Highscore-Tabellen können Spieler – Verzeihung, Mitarbeiter sehen, wo sie leistungstechnisch stehen. Einige Unternehmen verwenden sogar interaktive Weltkarten, wie ein Artikel auf n24.de zeigt.

Gerade Firmen, die sonst alles getan haben, um die Arbeitsabläufe zu perfektionieren, suchten nach solchen zusätzlichen Wegen zur Mitarbeiter-Motivation. Die sei dann intrinsisch, also nicht nur kohlebedingt. Und so mancher nutzt seine Erfahrung in der Onlinewelt von World of Warcraft sogar dazu aus, sich einen Job in progressiven Firmen zu sichern, wo er tatsächliche Ideen aus MMO-Belohnungs-Systemen etablieren und der Firma damit zu einem riesigen Erfolg verhelfen kann.

Dabei seien die Resultate dieser Gaming-Motivation, wie es im Artikel auf n24.de heißt, allerdings auch kulturell verschieden. Nicht jedes Land reagiere gleich, unterschiedliche Modelle sind gefragt: In Deutschland würde ein reines Punkte-System schnell langweilig werden. Hier müsse es schon um was gehen, wie etwa ein Treffen mit dem Vorstandschef. In Indien hingegen zeigten die Mitarbeiter stolz ihre Abzeichen und Budges für besondere Leistungen und trügen die auf ihren T-Shirts.

Verändert hat sich im Gegensatz zu früheren Zeiten allerdings eins: Gamification soll ausschließlich positives Verhalten belohnen und schlechtes nicht bestrafen. Man muss sich also, wenn man den Konzernen glaubt, keine Gedanken darum machen, dass den letzten auf dem Leader-Board dann die Löwen fressen. Zumindest noch nicht.

Als kleinen Kommentar von uns dazu: Gerade MMOs haben heute damit zu kämpfen, Methoden zu finden, wie sie ihre Spieler motivieren. Die ersten Entwicklers fangen bereits an, Spieler wie Mitarbeiter zu behandeln und sie an der Entwicklung des Spiels zu beteiligen, sie Inhalte erstellen und Games testen zu lassen. Und hier lernt man im Umkehrschluss auch von der Industrie und beginnt die Spieler zu bezahlen. Vielleicht haben wir also bald nicht nur eine „Gamification“ der Business-Konzerne, sondern auch eine „Businessfication“ der Games? Andererseits – vielleicht haben wir das mit Bots, Goldhändlern und eBay-Accountverkäufen schon längst.

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Quelle(n): N24.de
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