Everquest Next/Planetside 2: Im Nebenberuf Zocker?

SOE Chefs John Smedley spricht in einem Interview über das MMO-Business. Als einer der führenden Köpfe hört man ihm aufmerksam zu. Vor allem, was er über Verdienstmöglichkeiten der Spieler in seinen MMOs zu sagen hat, sollte jeden mit einer kreativen Ader aufhorchen lassen.

In einem Interview mit dem Fortune-Magazin spricht John Smedley querbeet über alle MMO-relevanten Dingen. Sein Studio Sony Online Entertainment hat mit DCUO, Planetside 2 und den anstehenden Titeln Everquest Next, Everquest Landmark und H1Z1 einige heiße Eisen im Feuer. Das Interview streift zahlreiche Themen.

10.000-Dollar Checks gehen an Planetside 2-Spieler raus.

So glaubt Smedley fest daran, dass Content, also Spielinhalte, zukünftig auch von den Spielern selbst geschaffen werden sollten und müssten. Die Spieler will man dadurch motivieren, dass man sie an den Erlösen ihrer kreativen Arbeit beteiligt. 40% erhalten die nebenberuflichen Designer, werden ihre Kreationen in den Ingame-Shops von anderen Spielern gekauft. Bei Planetside 2 hätten Spieler „Camouflage“ erschaffen, die mittlerweile mehr als 100.000$ eingespielt habe.

„Wir schreiben mittlerweile regelmäßig Schecks über zehntausend Dollar aus“, so Smedley. „Das wird etwas ganz Normales.“

Zudem sei Player-Feedback immens wichtig. Bei Planetside 2 hatte man geplant ein aufwändiges „Implantat“-Feature einzuführen, das sicher ein halbes Jahr Aufwand erfordert hätte. Doch als man die Spieler befragte, fanden die allein die Idee eines solchen Features schon scheußlich. Also habe man die Idee einfach schnell vergessen und mit was anderem weitergemacht, statt sinnlos Ressourcen zu vergeuden.

DC Universe Online spielt auf Playstation 3 und 4 am meisten Geld ein

Joker in DC Universe Online

Smedley verriet ein weiteres erstaunliches Detail im Interview. So macht nicht etwa Planetside 2 den höchsten Umsatz auf den Konsolen, sondern das Superhelden-MMO DC Universe Online liegt bei PS3 und PS4 vorne. Auch hier sieht sich Smedley bestätigt: Die Vorteile eines Free-to-play-Modells, das auf Mikro-Transaktionen setzt, seien dem konventionellen Bezahl-Modell überlegen. Das gehöre der Vergangenheit an.

Auf den Konsolen habe die Idee von Free-to-play-Titeln es schwerer gehabt, sich durchzusetzen als auf dem PC. Doch nun, wo man die immensen Umsätze sehe, die durch die Mikro-Transaktionen generiert würden, interessierten sich auch anderen Teile von Sony, SECA und SCEE, für das Free-to-Play-Modell.

Die Zukunft gehöre einem offenen Modell, in dem Spiele in ihrer Entstehung schon vom Feedback der Community profitieren, und die später in Zusammenarbeit mit den Spielern Content produzieren und liefern und sich letztlich durch Mikro-Transaktionen finanzierten.

Mein MMO meint: Wenn man sich vorstellt, dass bei Everquest Next und Everquest Landmark die Sandbox betont wird und diese für Player‘s Studio designten Gegenstände noch wichtiger werden als in Planetside 2, könnte sich das erklecklicher Nebenerwerb für passionierte Spieler erweisen, sofern sie gute Ideen haben, kreatives Geschick und ein Gespür für die Nachfrage der Spieler.

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Quelle(n): fortune.com: Sony Online Entertainment president: The future of game development is wide open
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