Fortnite-Profi würde zu Suizidgefährdeten sagen: „Mach’s doch“

Die Karriere eines Fortnite-Profis und Twitch-Streamers bricht zusammen nach Aussagen über Menschen, die suizidgefährdet sind. Er wird aus seinem Team geworfen und sein Twitch-Kanal wird gelöscht. Er wundert sich: Sonst hatte doch nichts, was er im Stream sagte, je Konsequenzen.

Wie Kotaku berichtet, brach die Karriere des Fortnite-Spielers Jordan „Scrubby“ Selleck quasi über Nacht zusammen. Der hat in einem Stream gesagt: Wenn er jemanden kennen würde, der damit droht, Suizid zu begehen, würde er ihn auffordern, es doch zu tun und danach nie wieder mit ihm sprechen.

In dem Zusammenhang machte er Aussagen, die nahelegen, dass er Angststörungen für Fake hält.

Fortnite-Profi wird von seinem Team gefeuert

Selleck war bis dahin Mitglied im Fortnite-Team HavoK Esports. Dort ist er rausgeflogen. Das Team hat sich von ihm distanziert und hat eine Seite der nationalen Selbstmord-Prävention gepostet. Außerdem sucht man dort schon nach einem neuen Spieler.

Selleck hat nach dem Vorfall weder gestreamt noch etwas getwittert. Bei Kotaku hat man sich dann bei Twitch erkundigt, was man von der Sache hält.

Mittlerweile ist Sellecks Twitch-Seite gelöscht. Bei Twitch sagt man: „Der Sache wurde sich angenommen“, gibt aber keinen Kommentar darüber ab, was für Schritte man da unternommen hat.

Alles andere, was er je auf Stream gesagt hat, blieb ohne Konsequenzen

Selleck selbst hat ein Entschuldigungs-Video auf YouTube gepostet. In dem erkennt er an, dass er Angststörungen und Depressionen für echt hält. Allerdings glaubt Selleck, dass Selbstmord ein feiger und selbstsüchtiger Ausweg sei. Wer unter Depressionen leide, solle sich unbedingt professionelle Hilfe suchen.

Selleck scheint überrascht darüber zu sein, welche Wellen seine Aussagen geschlagen habe. Denn alles, was er bis dato gesagt oder in seinem Stream getan hatte, sei völlig ohne jede Konsequenz geblieben.

Der Vorfall jetzt habe ihm aber die Augen geöffnet, wie sensibel dieses Thema sei.

Twitch will wohl mehr Verantwortung übernehmen

Der Vorfall ereignet sich zu einer Zeit, in der Twitch Anstalten macht, eine stärkere Kontrolle darüber auszuüben, was auf ihrer Streaming-Plattform erlaubt ist und was nicht.

Erst in den letzten Tagen wurden neue Richtlinien für Streamer erlassen (hier gibt’s die auf Englisch bei Twitch). Diese Richtlinien sollen allerdings erst ab dem 19. Februar gelten.

Vor allem provokante Streamer wie Forsen, Tyler1 oder Dr DisRespect scheinen in das Fadenkreuz von Twitch zu rücken. Die könnten aber, vermutet man, durch ihre hohe Popularität geschützt werden.


Wenn Ihr oder jemanden, den Ihr kennt, unter Depressionen leidet. Die Telefonseelsorge erreicht Ihr unter der Nummer 0800-111-0-111

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Quelle(n): Kotaku
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